> > > Mozart & Schubert: Opera & Concert Arias
Dienstag, 7. April 2020

Mozart & Schubert - Opera & Concert Arias

Bezaubernde Elly


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Elly Ameling gehört zu den wenigen Sängerinnen, deren Karrieren sich fast ausschließlich auf dem Podium abgespielt haben.

Elly Ameling gehört zu den wenigen Sängerinnen, deren Karrieren sich fast ausschließlich auf dem Podium abgespielt haben. Nur in einzelnen Produktionen, etwa dem Amsterdamer ‘Idomeneo’ von 1973/74, interpretierte sie einmal eine Opernpartie auf der Bühne. Im Studio stand die niederländische Sopranistin der Gattung an sich glücklicherweise offener gegenüber, und so wird ihre beachtliche Konzert- und Lied-Diskographie am Rande durch Aufnahmen verschiedener Opernarien ergänzt.

Auf der vorliegenden SACD, bei der es sich um die letzte Veröffentlichung in einer dreiteiligen Serie handelt, die das Label Pentatone classics Elly Ameling gewidmet hat, finden sich neben zehn populären Konzert- und Opernarien Mozarts sechs weniger bekannte Kompositionen aus Bühnenwerken von Franz Schubert. Das ist in sofern von Interesse, als Schuberts Versuche, im Bereich der Oper Fuß zu fassen, bekanntlich nicht von Erfolg gekrönt waren und die Aufführung eines seiner elf vollendeten Werke heute als echte Rarität zu gelten hat. Die ausgewählten Arien und Arietten (aus ‘Claudine von Villa Bella’ D.239, ‘Die Bürgschaft’ D.435, ‘Die Zwillingsbrüder’ D.647, Alfonso und Estrella’ D.732 und ‘Die Verschworenen’ D.787) präsentieren sich als durchaus ansprechende, doch in dieser direkten Gegenüberstellung mit einigen Perlen aus Mozart Oeuvre vergleichsweise unerhebliche Stücke.

Das Bindeglied zwischen diesen qualitativ divergenten programmatischen Schwerpunkten ist Amelings viel gerühmtes, bezaubernd glasklares Soprantimbre und ihre auf Schlankheit in allen Lagen zielende, technisch stets vorbildliche Stimmführung. Besonders zugute kommen ihr diese Eigenschaften in jenen Arien, die ihrem Fach und Typus perfekt entsprechen – etwa Susannas ‘Rosenarie’ oder den beiden Arien der Zerlina. Federnd gelingt die heitere Konzertarie ‘Chi sà, chi sà qual sia’ KV 582, lyrische Intensität und Linie transportiert das Rondo ‘Ch’io mi scordi di te?’ KV 505 mit seinem brillanten, von Dalton Baldwin ausdrucksstark gespielten Klavierpart. Und obwohl in den Arien des Cherubino das Fehlen des gewohnten Mezzo-Farbtons zunächst befremdlich wirkt, gelingen sie in Ausdruck und Idiomatik doch voll überzeugend.

Klare Grenzen offenbaren sich hingegen in Fiodiligis ‘Come scoglio’ mit seinen dramatischen Ausbrüchen und bis in die tiefsten Regionen der Sopranstimme vordringenden Sprüngen, die Ameling technisch zwar souverän bewältigt, aber klanglich und substanziell kaum ausfüllen kann. Als Schwachpunkt erweist sich die Begleitung durch das English Chamber Orchestra unter der sauberen, aber im Gestus weitgehend undifferenzierten, zur Fadheit neigenden Leitung von Edo de Waart, die in Zerlinas ‘Vedrai carino’ gar das mitkomponierte Herzklopfen zu negieren vermag.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Alexander Meissner,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Mozart & Schubert: Opera & Concert Arias

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Pentatone Classics
1
01.01.2013
Medium:
EAN:

SACD
0827949013362


Cover vergössern

Mozart, Wolfgang Amadeus
Schubert, Franz


Cover vergössern

Dirigent(en):Waart, Edo de
Orchester/Ensemble:The English Chamber Orchestra
Rotterdam Philharmonic Orchestra
Interpret(en):Ameling, Elly
Baldwin, Dalton


Cover vergössern

Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Pentatone Classics:

  • Zur Kritik... Concerti grossi, zweiter Teil: Die Akademie für Alte Musik komplettiert ihre Version von Händels op. 6 nobel und geschmackvoll: Mit diesem Set von Concerti grossi macht ganz sicher niemand etwas falsch. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Tenorale Kraftmeierei: Man ist hin- und hergerissen beim Hören des vorliegenden Solo-Album des amerikanischen Tenors Michael Fabiano – irgendwo zwischen Faszination für dieses besondere Timbre und einer ebenso deutlichen Portion Enerviertheit. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Theaterluft aus jeder Pore: Diese von David Bates geleitete Aufführung von Glucks 'Orfeo ed Euridice' atmet Theaterluft aus jeder Pore und hat Energie und Musizierlust im Überfluss getankt. Dem kann man sich nicht entziehen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Pentatone Classics...

Weitere CD-Besprechungen von Alexander Meissner:

  • Zur Kritik... Markiger Reiz und vokale Fülle: Besser spät als nie: Franz Grundhebers bei TYX-Art veröffentlichtes Lied-Debüt ist ein Musterbeispiel für Gesangs- und Interpretationskunst. Weiter...
    (Alexander Meissner, )
  • Zur Kritik... Überstrapaziert: Ildebrando d?Arcangelo verfügt über eine herrlich timbrierte, klangschöne und voluminöse Stimme, die sein Mozart-Album aber leider nicht im besten Licht präsentiert. Weiter...
    (Alexander Meissner, )
  • Zur Kritik... Getrieben: Nachdem Natalie Dessay in aller Welt als Lucia reüssiert hat, kann man ihre Interpretation nun auch auf CD erleben - als Studio-Aufnahme beim Haus-Label des Mariinsky Theaters unter Leitung von Valery Gergiev. Weiter...
    (Alexander Meissner, )
blättern

Alle Kritiken von Alexander Meissner...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Komponierender Dirigent oder dirigierender Komponist?: Obwohl José Serebrier auf dieser CD auch dirigiert, steht er doch vor allem als Komponist im Vordergrund. Besonders überzeugen kann hierbei sein Flötenkonzert. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Passion erzählt: Passionen zwischen Schütz und Bach? Ja, die gab es. Johann Theile mit einem sehr schönen Beispiel für Entwicklungen und Tendenzen. Weser-Renaissance Bremen und Manfred Cordes setzen ihre Reihe mit Musik aus Wolfenbüttel gelungen fort. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Am Puls der deutschen Romantik: Friedrich Schneider (1786-1853) galt zeitweise als einer der führenden deutschen Oratorien- wie auch Orchesterkomponisten. Dreißig Jahre wirkte er in Dessau. Das dortige Orchester schenkt ihm mit dieser Aufnahme eine eindrucksvolle Visitenkarte. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Dmitri Kabalewski: 24 Préludes op.38

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich