> > > Bach, Johann Sebastian: Cantatas Vol. 24
Montag, 16. September 2019

Bach, Johann Sebastian - Cantatas Vol. 24

Neues von den ?schwedischen Japanern?


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Während John Eliot Gardiners ?Cantata Pilgrimage? aus dem Bach-Jahr 2000 bislang größtenteils irgendwo in den Archiven der DG Archiv verstaubt ist und nun vom Dirigenten selbst in Eigenregie herausgebracht wird, kann sich ein kleines, aber feines schwedisches Label namens BIS einen kompletten Zyklus von Bach-Kantaten leisten, der nun schon bei Folge 24 angelangt ist.

Diese CD vereint wiederum drei herrliche Werke aus dem Jahreszyklus der Leipziger Choralkantaten von 1724. Die bekannteste der drei ist ohne Zweifel die Kantate ?Liebster Gott, wann werd ich sterben? BWV 8. Der reich und farbig besetzte Eingangssatz der Kantate malt das Fließen der Zeit (?Meine Zeit läuft immer hin?) unter anderem mit Staccatotönen der Flöte in hoher Lage. Ungewöhnlich ist der Choralsatz am Schluss, denn es handelt sich nicht um eine bloße Harmonisierung der Choralmelodie, sondern es gibt zumindest Ansätze von kontrapunktischer Durchgestaltung. Die Kantaten ?Allein zu dir Herr Jesu Christ? BWV 33 und ?Herr Jesu Christ, du höchstes Gut? BWV 113 behandeln in Einklang mit den ihnen zu Grunde liegenden Chorälen Themen wie Sünde, Gericht und göttliches Erbarmen. Ihre Grundstimmung ist infolgedessen über weite Strecken düster. 

Masaaki Suzuki ist es gelungen, alle (meine) Vorurteile betreffend Japanern, die Bach spielen, restlos zu beseitigen, denn seine Interpretationen gehören zum besten, was die Bach-Diskographie zu bieten hat. Das Bach-Collegium Japan ist ein Klangkörper, der aus hervorragenden, virtuosen Musikern besteht, die die Errungenschaften der ?Early Music?-Bewegung mit der Muttermilch aufgesogen zu haben scheinen. Man höre sich nur die exzellente Leistung von Liliko Maeda (Traversflöte) in der halsbrecherisch virtuosen Arie für Tenor und konzertierende Flöte ?Jesus nimmt die Sünder an? aus der Kantate ?Herr Jesu Christ, du höchstes Gut? BWV 113 an. Die endlosen und kaum durch Atempausen unterbrochenen Tonkaskaden kommen mit hundertprozentiger Sicherheit. Aber auch die Oboen und Oboen d'amore, das Cello, die Streicher allgemein, nicht zu letzt Suzuki selbst am Cembalo und Naoko Imai: Die hervorragenden Leistungen der Instrumentalisten zeugen von besonderer Vertrautheit mit Bachs komplexer Musiksprache.

Zu den begnadetsten Bach-Sängern der Gegenwart gehört für mich seit Jahren der Niederländer Peter Kooij. Auch in dieser Einspielung überzeugt er mit seiner textdeutlichen und affektgetreuen, sehr natürlichen Gestaltungsweise. Gerd Türk gehört in die Oberliga deutscher ?Oratorien-Tenöre? und bietet eine solide Leistung. Robin Blaze ist ein typisch englischer Countertenor mit etwas schmalbrüstiger Stimme und leichten Defiziten in der Diktion, er macht seine Sache aber um einiges besser als mancher seiner Kollegen; dennoch würde ich einen dezenten Frauenalt bevorzugen oder einen Andreas Scholl. Die japanische Sopranistin Yukari Nonoshita ist mir etwas zu bieder und unauffällig, obwohl sie in der Textdeutlichkeit und klaren Linienführung erstaunliche Souveränität an den Tag legt, insgesamt jedoch ein wenig zu sehr ?voce bianca? ist.

Der Bach-Zyklus von BIS wird editorisch hervorragend betreut von Masaaki Suzuki selbst, der stets aufführungspraktische Fragen detailliert erörtert, und Klaus Hofmann, der konzise und treffende Werkeinführungen liefert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Cantatas Vol. 24

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
14.04.2004
Medium:
EAN:

CD
7318590013519


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Bach, Johann Sebastian


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Dirigent(en):Suzuki, Masaaki
Orchester/Ensemble:Bach-Collegium Japan
Interpret(en):Nonoshita, Yukari
Blaze, Robin
Türk, Gerd
Kooij, Peter


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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