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Montag, 27. Mai 2019

Janácek, Leos - Piano Works

Aphoristisch


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Leoš Janáček gehört zusammen mit Dvořák, Smetana und Martinu zu den Tonsetzern, welche die tschechische Musik auf der Schwelle vom 19. ins 20. Jahrhundert weltweit ins Gespräch brachten. Über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus wurde er erst infolge der Wiederaufführungen der 'Jenufa' 1916 in Prag und 1918 in Wien bekannt, erlangte dann aber rasch Weltruhm. Trotzdem bleibt der Bekanntheitsgrad des 1854 in Hukvaldy (Mähren) Geboreneren hinter den beiden Großen Dvořák und Smetana zurück. Das mag daran liegen, dass er keine ‚Hits’ wie die Sinfonie Nr. 9 oder die ‚Mà Vlast’ geschrieben hat. Insgesamt erweist sich Janáčeks Musiksprache als weniger zugänglich, avancierter, moderner, tiefgründiger – kurz: weniger konsumentenfreundlich als die seiner bekannten Landsmänner. Seine Melodik nährt sich darüber hinaus aus der genauen Beobachtung der tschechischen Sprachmelodie und der nordmährischen Volksmusik, womit seine Kunst eindeutig in einen kulturellen Kontext gebettet ist, der nicht gerade vielen außerhalb seiner Heimat geläufig ist.

Brandwütig

Dabei bietet Janáček neben seinen erfolgreichen Bühnenwerken viel Entdeckenswertes wie großangelegte Programm- oder intime Kammer- und Sakralmusik. Verhältnismäßig wenig Beachtung hat bislang seine Klaviermusik gefunden, die vor allem etwas für Kenner geblieben ist und selten aufgeführt wird. Dies mag vor allem an der verwirrenden Geschichte und Quellenlage der meisten seiner Klavierwerke liegen. Vieles davon, wie die Sonate I.X.1905 wanderte aus der Hand des Komponisten ins Feuer. Nur der uraufführenden Künstlerin ist der Erhalt einer Kopie zu verdanken, die später mit Einwilligung Janaceks veröffentlicht werden konnte. Ähnlich sieht es bezüglich ‚Auf verwachsenem Pfad’ aus, zwei ‚Serien’, die ursprünglich für Harmonium geschrieben, mehrmals umgruppiert, gekürzt und erweitert wurden. Zahlreich sind die verschiedenen Fassungen vieler Stücke und die Anweisungen im Notentext sind nicht immer eindeutig.

Mutig

Hakon Austbö, der bereits viele Aufnahmen für das Label Brilliant realisiert hat, stellt sich mutig diesen den Schwierigkeiten und begegnet Janáčeks Klaviermusik auf ganz direktem, persönlichem Wege. Er unterstreicht die charakteristischen Eigenschaften seiner Musik und erweißt gerade in den kurzen fast aphoristischen Passagen sein tiefes Verständnis für den tschechischen Musiker. In der berühmten Sonate, die auf den Tod eines Mannes 1905 während ethnischer Unruhen zwischen Tschechen und Deutschen in Brno zurückgeht, lässt er sich auf die aufgeladene Emotionalität der Schilderung ein, ohne zu larmoyant zu werden oder den Bogen zu überspannen. Die kurzen Stücke aus ‚Auf verwachsenem Pfad’ charakterisiert er treffend und findet für jedes Einzelne den richtigen Ton. Austbö legt merklichen Wert auf die Struktur der Musik, die er sorgfältig herausarbeitet und lässt sich von Titeln wie: ‚Es stockt das Wort’, ‚Gute Nacht!’ und ‚So namenlos bang’ nicht beirren. Mit diesen CDs erweitert der preisgekrönte Pianist Austbö sein vielbeachtetes Repertoire und fügt den Einspielungen von Klaviermusik Janáceks eine interessante Facette hinzu.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Janácek, Leos: Piano Works

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
2
14.06.2004
EAN:

5028421922959


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Janácek, Leos


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Interpret(en):Austbo, Hakon


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