> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Le Nozze di Figaro
Donnerstag, 9. Dezember 2021

Mozart, Wolfgang Amadeus - Le Nozze di Figaro

Mozart auf solidem Grund


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Operndirigate von Michael Halász für Naxos sind bislang eine rundum gelungene Sache gewesen. Seine ‚Zauberflöte’ und sein ‚Don Giovanni’ sind preisgünstige Schaustücke solider Operninterpretationen. Nun setzt Halász mit ‚Le Nozze di Figaro’ einen weiteren Glanzpunkt in den Katalog des weißgründigen Labels.

Das fängt schon bei der Ouvertüre an: Opulenz ist das Stichwort. Und es kommen einem noch weitere Bemerkungen in den Sinn: pulsierendes Phrasieren, genaue Artikulation und zügige Tempi – das sind die orchestralen Merkmale dieser Gesamteinspielung von Mozarts ‚Figaro’. Es sind keine Sensationen, mit denen die Nikolaus Esterházy Sinfonia aufwartet, und das muss auch nicht so sein. Der grundsolide Schönklang und das Feilen an der klaren Linie betören jedes Ohr. Halász lässt die Streicher mit wenig Vibrato intonieren, gerade so viel, dass der Klang satt, rund und doch gespalten genug bleibt, um transparent zu sein.

Das Solisten-Kabinett

Renato Girolami gibt einen etwas enttäuschenden Figaro. Stimmlich leicht kehlig und in der Aussprache eigentümlich unidiomatisch, kann er in seinen Arien keine Brillanz entwickeln. Auch Marina Mescheriakova als Gräfin von Almaviva ist zwar voluminös timbriert, scheint jedoch etwas heiser zu sein, da beim Ansingen der Töne der Klang nur mit Verzögerung einsetzt. Überstrahlt wird die Sängerschar freilich von Bo Skovhus als Graf von Almaviva. Seit 1997 trägt er den Titel ‚Kammersänger’ und zählt zu den größten Liedinterpreten unserer Zeit. Bravourös und erstklassig gestaltet er seine Rolle des Grafen. Langjährige Bühnenerfahrung lässt ihn diese Rolle besonders schauspielerisch gestalten. Ganz zu schweigen von seinem bestechenden Bariton, der auch in höheren Lagen prägnant und voll bleibt. Die so unterschiedlichen Stimmcharaktere des Solistenensemble als Ganzes machen gerade diese Einspielung zu einem Hörgenuss.

Der ungarische Nationalchor singt hingegen leider wenig geschlossen, mit viel Vibrato und zu durchsichtig. Etwas mehr Griffigkeit und Homogenität wäre wünschenswert gewesen.

Dennoch: Diese Gesamtaufnahme von Mozarts ‚Le Nozze di Figaro’ ist wie aus einem Guss. Das gut ausgelotete Klangbild rundet die Einspielung ab. Das kann nicht immer von den Produktionen von Naxos behauptet werden. In diesem Fall aber sollte keiner zögern, der eine zuverlässige Aufnahme dieser Mozart-Oper sein Eigen nennen möchte. Das größte Manko aber: das Libretto wird man im Booklet vergeblich suchen. Nur mit der bloßen Inhaltsangabe ist es nicht getan, liebe Leute von Naxos!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Le Nozze di Figaro

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
3
03.05.2004
Medium:
EAN:

CD
0730099610223


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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Dirigent(en):Halász, Michael
Orchester/Ensemble:Nicolaus Estherházy Sinfonia
Interpret(en):Köves, Peter
Klinger, Alexander
Roider, Michael
Monarcha, Janusz
Sima, Gabriele
Breedt, Michelle
Girolami, Renato
Halász, Michael
Mescheriakova, Marina
Skovhus, Bo


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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