> > > Boismortier, Joseph Bodin de: Six Concertos for five Flutes & Works for 1, 2 & 3 flutes
Montag, 26. Juli 2021

Boismortier, Joseph Bodin de - Six Concertos for five Flutes & Works for 1, 2 & 3 flutes

Fade Gefälligkeiten


Label/Verlag: Accent
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Im Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts nahm die Querflöte als Amateurinstrument einen ungeheuren Aufschwung; einige Komponisten sprangen auf diesen Zug auf, so etwa Hotteterre, Blavet und – Joseph Bodin de Boismortier. Er publizierte 1727 einen Druck von 6 Konzerten für fünf Traversflöten ohne Bass, dazu komponierte er sehr viel Flötenmusik in unterschiedlichsten Kombinationen. Die Liste von Flötisten, die sich für ein Recital mit Musik Boismortiers zusammengetan hat, vereint drei Starflötisten der Alte Musik-Szene: Barthold Kuijken, Marc Hantai und Frank Theuns. Die zwei weiteren Interpreten (oder –innen?) – S. Saitta und D. Etienne – waren Accent weder eine Künstlerbiographie noch eine Nennung des kompletten Vornamens wert.

Viele Flötistinnen und Flötisten werden das eine oder andere Boismortier-Stück aus dem Unterricht kennen – und es vielleicht als so fad empfunden haben wie ich die meisten auf dieser CD eingespielten Kompositionen. Das ist Musik für Amateure, gefällig, niemals sonderlich virtuos, niemals tief schürfend – auch wenn erstklassige Interpreten sich an diese Musik machen, wird man den Eindruck nobler Fahdesse nicht los. Es ist ja klanglich ganz interessant, wenn man eine bis fünf perfekt intonierende barocke Querflöten hört, wenn die Musik aber wenig hergibt, ist das verlorene Liebesmüh‘! Ich habe großen Respekt vor Bathold Kuijkens souveräner Musikalität, die er etwa in der Suite für Flöte solo eindrucksvoll zur Schau stellt, aber selbst dieses Werk ist wirklich keine Offenbarung.
Alle Musiker sind wirkliche Alte Musik-Spezialisten und verstehen es, die Noten mit Sinn zu erfüllen, aber Boismortiers Musik ist nun einmal in erster Linie gefällig, am Geschmack des Publikums orientiert, oft oberflächlich. Diese Einspielung empfehle ich höchstens Flötenspielern, die dieses Repertoire näher kennen lernen wollen und dafür erstklassige Interpretationen suchen; dem Herrn Boismortier und seiner Flötenmusik stellt sie nicht unbedingt ein hervorragendes Zeugnis aus. Der Vergleich mit Telemann, der im Booklettext angestellt wird, ist unangebracht, denn Telemann ist immer geistreich, unterhaltsam, was man von Monsieur Boismortier leider nicht behaupten kann.
Diese CD belegt eindrucksvoll, dass auch eine erstklassige Interpretation kompositorisches Mittelmaß nicht kaschieren kann.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Boismortier, Joseph Bodin de: Six Concertos for five Flutes & Works for 1, 2 & 3 flutes

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Accent
1
01.05.2004
72:32
1995
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4015023241619
ACC24161


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Boismortier, Joseph Bodin de


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Interpret(en):Kuijken, Barthold
Hantaï, Marc
Theuns, Frank


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Accent

Schon bei der Gründung des Labels 1979 durch Andreas Glatt war klar, dass ACCENT sich fast ausschließlich mit Alter Musik in historischer Aufführungspraxis beschäftigen würde. Die Künstler, die für ACCENT aufnehmen oder aufgenommen haben, gehörten von Anfang an zu den renommiertesten Interpreten der "Alte-Musik-Szene": darunter die Brüder Barthold, Sigiswald und Wieland Kuijken, René Jacobs, Jos van Immerseel, Maria Cristina Kiehr mit La Colombina, Paul Dombrecht, Marcel Ponseele mit seinem Ensemble Il Gardellino, aber auch jüngere Künstler wie Ewald Demeyere und sein Bach Concentus, das Ensemble Private Musicke mit Pierre Pitzl oder das Amphion Bläseroktett. Der ACCENT-Katalog möchte den neugierigen Musikfreund auf eine Reise durch die Welt der Alten Musik mitnehmen. Dabei wird er, neben ausgewählten Standardwerken, nicht selten Stücken begegnen, die kaum im Konzertbetrieb oder auf CD anzutreffen sind. Erstaunlicherweise stammen sie nicht nur von wenig bekannten Komponisten, sondern auch von so großen Namen wie Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann. Diese Raritäten werden für ACCENT nicht allein um ihres Seltenheitswerts aufgenommen, sondern vielmehr, weil sie wichtige, bislang sträflich vernachlässigte Werke sind, deren Entdeckung zu einem persönlichen Anliegen der Interpreten wurde.


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