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Sonntag, 15. September 2019

Mozart, Wolfgang Amadeus - Sinfonien

Rock 'n' Roll der Klassik


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Rock 'n' Roll der Klassik

Es muss wohl Liebe auf den ersten Ton gewesen sein. Und was für ein rührendes Bild: Auf dem Schoß des jüngsten Bach-Sprosses Johann Christian, bereits etablierter Opernkomponist und Musikmeister im Königshaus in London, sitzt am 29. Mai 1764 der achtjährige Wolfgang Amadeus Mozart und klimpert zusammen mit dem großen Musiker eine Klaviersonate. Der Beginn einer persönlichen und musikalischen Freundschaft. Das akustische Anschauungsmaterial davon hat BERLIN CLASSICS in Form von je drei sinfonischen Werken dieser beiden Seelenverwandten, dargeboten von der Akademie für Alte Musik Berlin, nun zum zweiten Mal veröffentlicht. Sie zeigen den Hörern damit erneut, wie sehr Bach und Mozart Kinder ihrer Zeit und trotz unterschiedlicher Lebensstationen voneinander beeinflusst waren.

Gratwanderung
Lässt man sich also auf das Ratespiel mit Sinfonien dieser beiden Komponisten ein, muss man schon mit mehr als einem halben Ohr hinhören – oder damit leben können, dass man sich mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 50 Prozent irrt. Wenn auch die Mozartschen Werke (hier z.B. KV 181 und KV 134 aus dem Jahre 1772) ungleich bekannter sind als die Musik von Johann Christian Bach (1735-1782), so war es doch der cosmopolitisch veranlagte und ziemlich aus der Art der Bachschen Familientradition schlagende Sohn des Thomaskantors, dessen Kompositionen Vorbild für den jungen Mozart waren – nicht umgekehrt. Auffallend ist das Sprudelnde, Unbeschwerte, Ariose, Gefällige und mitunter Auftrumpfende in ihrem Wesen, markant sind die zu Herzen gehenden Melodien, welche die ebenfalls aus den 1770er Jahren stammenden Sinfonien Bachs mit denen Mozarts verbindet und ihnen vordergründig aufs Haar gleichen. Schickte man die Sinfonien der beiden allerdings in ein ästhetisches Rennen, würden dann vielleicht doch die an Charme und Raffinesse kaum zu überbietenden Werke aus der Feder des jüngeren Salzburgers die Nase vorn haben.

Bestes Recht für alle
Ungeachtet dessen machen die MusikerInnen der Akademie für Alte Musik Berlin wie unparteiische Eltern keinen Unterschied zwischen ihren beiden ‚Kindern’ - sie gebühren beiden Komponisten die selbe Ehre mit ihrer Art zu interpretieren. Akademisch, wie das Ensemble-Etikett bei Musikfreunden ankommen mag, klingt kein einziger Satz – jedenfalls nicht im negativen Sinne. Mit hörbarer Spielfreude arbeitet es die rhythmischen und melodiösen Delikatessen mit an Pyrotechnik grenzenden Dynamik- und Artikulationskontrasten heraus und zeichnet mit seinen erfrischend risikofreudigen Tempi und mit viel Augenzwinkern auch in den langsamen Sätzen ein repräsentatives Porträt aus dem sinfonischen Werk dieser beiden Kollegen. Das daraus zwingend hervorgehende Hörvergnügen macht sogar die Klangqualität wett, die freilich weit davon entfernt ist, unbefriedigend zu sein, aber aufgrund des nicht ausgeschöpften Raumvolumens nicht ganz auf der Höhe heutiger Aufnahmetechnik und Hörgewohnheiten liegt.

Klassischer Pop – populäre Klassik
Die Sprache passt vielleicht nicht eigentlich zum Namen des Ensembles. Aber wer einsieht, dass ein ‚Allegro singen’ kann, wie oft so treffend illustriert wird und wie hier wunderbar nachzuvollziehen ist, der wird, auch wenn sich die Stücke damit des mangelnden Tiefgangs verdächtig machen, locker diesen Brocken schlucken: Die Musik auf diesem Tonträger rockt ungemein. Und manchem beschert sie auch einfach nur einen echten Kick.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Sinfonien

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
29.03.2004
Medium:
EAN:

CD
0782124131326


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Bach, Johann Christian
Mozart, Wolfgang Amadeus


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Orchester/Ensemble:Akademie für Alte Musik Berlin


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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