> > > Kolcova, Kateryna: The Day Is Near - Jewish Ceremonial Chants
Samstag, 15. August 2020

Kolcova, Kateryna - The Day Is Near - Jewish Ceremonial Chants

Unverfälscht


Label/Verlag: Supraphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Jüdische Musik - das ist heutzutage ein schillernder Begriff. Er umfasst einmal die so beliebte Klezmermusik, also die Instrumental- und Volksmusik der osteuropäischen Juden. Dann gibt es noch einige Lieder aus Israel, die man immer gern im Jugendgottesdienst gesungen hat. Manchem fallen große Namen ein: Giora Feitmann oder dem Kenner Arnold Schönberg. Jüdische Musik, das ist aber natürlich religiöse Musik, die in der Synagoge bei Gottesdiensten und Feiern gespielt und gesungen wird. Einige wenige Melodien sind bekannt ('Shalom Aleichem'), die meisten scheinen aus einer weit entfernten musikalischen Welt zu kommen.
Unter dem Titel 'Der Tag ist nah' ist beim tschechischen Label Supraphon eine CD mit diesen jüdischen synagogalen Gesängen erschienen. Die Musik auf der CD umfasst zwei musikalische Strömungen: Die sephardischen Juden lebten seit dem 8. Jahrhundert in Spanien, ihre Musik wurde durch die Kultur des Mittelmeerraums und Afrika beeinflusst. Aschkenasische Juden hatten ihre Wurzeln in Deutschland, bevor sie im 11. und 12. Jahrhundert nach Polen und weiter in den Osten flüchteten, wo sie im Laufe der Jahrhunderte Anregungen der dortigen Musikkultur aufgriffen.

Die in Kiew geborene Sängerin Kateryna Kolcova studierte in Prag, wo sie auch heute lebt und arbeitet. Ihr kommt das Verdienst zu, die traditionellen Lieder dieser CD nicht in vermeintlich zeitgemäßen Arrangements verschwinden zu lassen, sondern sie unverfälscht für sich sprechen zu lassen. Dabei lässt sie ausschließlich ihre Stimme wirken, die dezent begleitet wird von einer akustischen Gitarre (Borisav Preli), bei machen Stücken einer Viola (Ágnes Kutas) oder einer zweiten Gesangstimme. Kateryna Kolcova verfügt über eine erstaunlich tiefe, voluminöse und wandelbare Stimme, die die ganze Bandbreite der religiösen Gefühle hör- und fühlbar machen kann. Fröhlichkeit und Traurigkeit wohnen in dieser Musik stets nah beieinander und über den erfrischendem Schwung und die eingängigen Melodien hinaus, werden auch die tragischen Seiten des Lebens nie vergessen. So erschließen sich schon aus der Musik jedem Zuhörer die im 23. Psalm enthaltene Zuversicht und das Gottvertrauen. Besonders die Lieder, die Freude ausdrücken, scheinen zum Mitsingen und Tanzen einzuladen und vermitteln so die Nähe Gottes.

Erfreulich ist, dass das Booklet den einführenden Text auch in Deutsch enthält. Da es nur wenige Zuhörer geben wird, die hebräisch verstehen, wären der Abdruck der Texte und eine Übersetzung sinnvoll gewesen. Insgesamt ist die CD eine lohnende Anschaffung für Freunde religiöser Weltmusik.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Nora Burda,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Kolcova, Kateryna: The Day Is Near - Jewish Ceremonial Chants

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Supraphon
1
15.03.2004
Medium:
EAN:

CD
0099925545321


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Anonymous,


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Interpret(en):Kolcova, Kateryna


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Supraphon

Supraphon Music ist das bedeutendste tschechische Musiklabel und besitzt bereits eine lange Geschichte. Der Name "Supraphon" (der ursprünglich ein elektrisches Grammophon bezeichnete, das zu seiner Zeit als Wunderwerk der Technik galt) wurde erstmals 1932 als Warenzeichen registriert. In den Nachkriegsjahren erschien bei diesem Label ein Großteil der für den Export bestimmten Aufnahmen, und Supraphon machte sich in den dreißiger und vierziger Jahren besonders um die Verbreitung von Schallplatten mit tschechischer klassischer Musik verdient. Die künstlerische Leitung des Labels baute allmählich einen umfangreichen Titelkatalog auf, der das Werk von BedYich Smetana, Antonín Dvorák und Leos Janácek in breiter Dimension erfasst, aber auch andere große Meister der tschechischen und der internationalen Musikszene nicht vernachlässigt. An der Entstehung dieses bemerkenswerten Katalogs, auf den Supraphon heute stolz zurückblickt, waren bedeutende in- und ausländische Solisten, Kammermusikensembles, Orchester und Dirigenten beteiligt.


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