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Samstag, 22. Januar 2022

Bach, Johann Sebastian - Johann Sebastian Bach's Keyboardinstruments

Expressive Freude


Label/Verlag: Querstand
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine insgesamt überzeugend musizierte Interpretation.

Wer kennt sie eigentlich wirklich, die Inventionen und Sinfonien Johann SebastianBachs? Und wer weiß, wie sie klingen - auf historischen Instrumenten? Aus diesem Grund wohl präsentiert das Label Querstand eine Aufnahme mit Christine Schornsheim. Der Titel: Tasteninstrumente J.S. Bachs. Besser wäre wohl Bach auf Tasteninstrumenten seiner Zeit gewesen, denn die Instrumente, die im Eisenacher Bachhaus stehen und auf dieser Einspielung vorgestellt werden, hat Bach wahrscheinlich nie selbst gespielt. Es handelt sich hierbei um ein Cembalo eines Thüringer Erbauers um 1715, um ein Spinett von Johann Heinrich Silbermann (1727-1799) und um ein Schweizer Orgelpositiv um 1750. Sehr nett ist die Aufmachung der CD-Hülle als kleines Büchlein aus Karton zum Aufklappen - wenn es so auch nicht mehr in exakt bemessene Regale hineinpasst. Beschrieben sind hierauf die Instrumente mit Fotografien aus dem Bachhaus Eisenach und Bachs Verhältnis zu Tasteninstrumenten seiner Zeit. Leider fehlt eine kleine Einführung zu den Kompositionen. Denn gerade dem Laien sind die komplexen Strukturen der Inventionen durch bloßes Zuhören nicht unbedingt zugänglich; obgleich das bloße Zuhören ein äußerster Genuss ist.

Die Vorträge sind insgesamt überzeugend musiziert. Schornsheim trägt die Inventionen auf Spinett und Cembalo vor, darüber hinaus spielt sie vier Präludien und Fughetten (in G,F,d,e - die Nummern des BWV sind nicht angegeben) auf der Orgel. Doch gerade diese stereotype Einteilung nehmen der Einspielung etwas den Reiz, eignen sich doch viele der wunderbaren Inventionen und Sinfonien zum Orgelvortrag. Ebenso vermisst man die Interpretation eines Werkes auf Basis eines 4'-Registers, was damals durchaus üblich war; zumal das Orgelpositiv über einen sehr schönes Prinzipalregister dieser Lage verfügt.

Das Orgelspiel wirkt gegenüber der sehr expressiven Spielweise auf dem Cembalo ein bisschen zurückhaltend. Das Spinett von Silbermann ist eine wahre Freude, genauso wie das Cembalo, obwohl dieses nicht unbedingt ein klanglich typisches Instrument jener Zeit ist. Es handelt sich wohl um einen Nachbau des 16.-17. Jahrhunderts.

Die Aufnahmequalität ist gut, sehr direkt, sehr nah am Instrument und - nah an der Musik.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 



Kritik von Frank Stanzl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Johann Sebastian Bach's Keyboardinstruments

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Querstand
1
71:12
1999
2000
Medium:
BestellNr.:
CD
VKJK0006

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Bach, Johann Sebastian


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Interpret(en):Schornsheim, Christine (Organ, Harpsichord)


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Querstand

Mit viel Liebe zum Detail bringt das querstand-Label dem interessierten Hörer die Vielfalt und Schönheit der klassischen Musik auf wenig ausgetretenen Pfaden näher. Das Label hat sich seit 1994 durch die Produktion hochwertiger klassischer CDs einen ausgezeichneten Ruf erworben. Über 500 Produktionen werden weltweit vertrieben, wobei ein Augenmerk auf Orgelmusik liegt. Die Gesamteinspielung der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs (bisher 11 CDs) und des Kantaten- und Orchesterwerkes des berühmten Bachschülers bilden ein Glanzlicht des Labels, dem mit der Serie ?Die Orgeln von Gottfried Silbermann? (8 CDs) ein weiteres zur Seite gestellt wurde (Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2003). Auch im kammermusikalischen und sinfonischen Bereich wurden zahlreiche CDs veröffentlicht, etwa mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Mit der Aufnahme des Passionsoratoriums ?Der Tod Jesu? von Carl Heinrich Graun mit dem MDR Rundfunkchor und dem MDR Sinfonieorchester unter Howard Arman gewann das Label 2005 einen ECHO Klassik-Award. Im Jahre 2013 erhielt die 9-CD-Box mit allen Sinfonien Anton Bruckners, eingespielt von Herbert Blomstedt mit dem Gewandhausorchester Leipzig, den ICMA (International Classical Music Award). Mit Verlagssitz im Thüringischen Altenburg kann querstand von der einzigartigen Vielfalt der mitteldeutschen Musiklandschaft profitieren, die sich auch im Verlagsprogramm niederschlägt. Neben den vielseitigen Einflüssen der fantastischen Orgellandschaft der Region, ist es auch die Nähe zur Musikstadt Leipzig mit ihrer wunderbaren Tradition und facettenreichen Szene, auf die das Label besonderes Augenmerk richtet.


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