> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concerto No 11 in F major
Freitag, 15. November 2019

Mozart, Wolfgang Amadeus - Piano Concerto No 11 in F major

Angenehm in die Ohren


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mozart hat seine Klavierkonzerte KV 413-415 in zwei Versionen drucken lassen: mit Orchester ? und so sind die Werke bekannt ? und mit kammermusikalischer Streicherbegleitung (2 Violinen, Viola und Violoncello, hier verstärkt durch einen Kontrabass). Dies war ohne Zweifel ein verkaufsstrategischer Coup und eröffnete dem aufstrebenden Neo-Wiener zusätzliche Absatzmärkte; zugleich offenbart die reduzierte Version, dass Mozarts Konzerten kammermusikalische Qualitäten inne wohnen. Die drei Konzerte sind jene, die der Komponist in einem Brief an seinen Vater so unnachahmlich treffend charakterisierte als ?eben das Mittelding zwischen zu schwer ? und zu leicht ? [...] sehr Brillant ? angenehm in die ohren ? Natürlich, ohne in das leere zu fallen?. Tatsächlich zeichnen sich diese drei überaus charmanten Werke durch einen galanten Tonfall aus, aber unter dieser Oberfläche zeigen sich erstaunliche Züge, etwa kontrapunktisch konzipierte Passagen. Mit diesen Konzerten ? den ersten gedruckten Klavierkonzerten Mozarts ? etablierte sich der Komponist in Wien.

Die englische Pianistin Susan Tomes und das Gaudier Ensemble werfen mit ihrer Einspielung die Frage auf, warum diese Konzerte nicht öfter in der kammermusikalischen Besetzung erklingen. Freilich fehlen strahlende Tutti, Glanzlichter der von Mozart so delikat eingesetzten Bläser, dynamische Kontraste ? all dies wird aber durch die frappierende Transparenz des kammermusikalischen Klanges wettgemacht. Ungeahnte Feinheiten treten so zu Tage. Als Beispiel bietet sich der Beginn des C-Dur-Konzertes KV 415 an: In der orchestralen Version sind es die machtvollen trompetenüberstrahlten Tutti, die eine majestätische Wirkung erzeugen; in der Kammermusikversion werden plötzlich Begleitfiguren hörbar, jeder Ton ist wichtig.

Susan Tomes überzeugt mit ihrem beredten Spiel voll und ganz. Sie setzt nicht auf große Gesten, sondern auf subtile Nuancen. Sie dialogisiert mit ihren Partnern. Erstaunlicherweise klingt das Klavier über weite Strecken gar nicht so dominant oder virtuos-konzertant, wie man es bei besetzungsmäßig reduzierten Klavierkonzerten erwarten würde; vielmehr ist das Klavier ein primus inter pares, man vermeint ein Klavierquartett zu hören. Die fünf Musikerinnen und Musiker des Gaudier Ensembles sind hörbar optimal aufeinander eingestimmt und verfügen über lange Kammermusik-Erfahrung. Sie sorgen für feine Klangschattierungen in den langsamen Sätzen und einen federnden Klanghintergrund in den schnellen Ecksätzen.

Diese unaufdringliche, aber musikalisch untadelige Einspielung verdient weite Verbreitung; keineswegs werden hier nur die Bedürfnisse jener befriedigt, die nach Kuriositäten und Randrepertoire Ausschau halten.
Endlich hat hyperion eine gute Übersetzerin für den Booklettext gefunden. Die optische Präsentation ist, bei hyperion selbstverständlich, als gediegen zu bezeichnen. Klanglich wurde eine gute Balance zwischen Klavier und Streichern gefunden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Mozart, Wolfgang Amadeus: Piano Concerto No 11 in F major

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Hyperion
1
16.02.2004
Medium:
EAN:

CD
0034571173580


Cover vergössern

Mozart, Wolfgang Amadeus


Cover vergössern

Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Hyperion:

  • Zur Kritik... Cellovirtuosität pur: Steven Isserlis und Olli Mustonen begeistern mit Werken russischer Meister der Klassischen Moderne. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Pianistisch durchleuchtet: Der Amerikaner Garrick Ohlsson bietet in seinem Falla-Programm etwas weniger Spanien als andere Interpreten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Auf Schumanns Spuren: Ein genialer Innovator war Jean Louis Nicodé nicht, er wandelte vor allem auf Robert Schumanns Spuren. Als Epigone im besten Sinne hat er aber Beachtung verdient, wie Simon Callaghan mit dieser Werkauswahl demonstriert. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
blättern

Alle Kritiken von Hyperion...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Franz Gratl:

blättern

Alle Kritiken von Dr. Franz Gratl...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Kammermusik im Biedermeierstil: Englische Landschaften, ein spanisch angehauchtes Viola-Duo und virtuose Klaviertrio-Musik von mehr oder weniger belangloser Art. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Attraktive Kammermusik: Torleif Thedéen und Oliver Triendl brechen eine Lanze für Robert Kahns Kammermusik für Cello und Klavier. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Jahrzehnte mit Debussy: Vladimir Ashkenazy interpretiert beide Bände von Debussys 'Préludes'. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/2019) herunterladen (4454 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Ludwig van Beethoven: Pathéthique - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich