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Dienstag, 7. Juli 2020

Denhoff, Michael - The Cello In My Life

Musik aus Glas


Label/Verlag: Cybele
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Michael Denhoff schreibt als Komponist und Violoncellist für sein Instrument: Musik der Stille, in die man sich einhören muss, keine publikumswirksamen Kabinettstückchen. Der Komponist sitzt selbst am Cello.

Michael Denhoff (geb. 1955) ist zu gleichen Teilen Violoncellist und Komponist. Hans Werner Henze und Jürg Baur sind seine Kompositions-, Siegfried Palm und Erling Blöndal-Bengtsson seine Instrumentallehrer gewesen. In seinem Oeuvre spielt das Cello jedoch (bislang) eine Nebenrolle; die hier präsentierte Auswahl an Werken für Violoncello (oder Campanula) und Klavier aus den Jahren 1996 bis 2003 ist da schon recht repräsentativ. Die Campanula (die ihren Namen tatsächlich von der gleichnamigen Glockenblume hat) ist ein vergleichsweise junges Instrument in der Streichfamilie – man könnte grob vereinfacht sagen, es ist ein etwas anders geformtes Violoncello mit 16 zusätzlichen Resonanzsaiten (wobei natürlich diese Resonanzsaiten das Entscheidende sind und nicht die Form ...)

Musik aus Glas

Denhoffs Cellowerke sind alles andere als brillante Schaustücke des Virtuosen. Wer in Deutschland als Komponist ernst genommen werden möchte, sollte sich solch oberflächliche Schöpfungen ohnehin verkneifen. Es gilt jedoch fast das Gegenteil: Denhoffs Cellowerke sind im Prinzip bar jeder Publikumswirksamkeit. Vieles wirkt fragmentarisch, improvisierend. Klanggestalten tauchen auf und verschwinden; viel Stille und Lauschen nach den Klängen dazwischen. Filigrane Klanggewebe, fast gläserne Transparenz – aber auch mit deren Zerbrechlichkeit und kalt-unnahbarer Oberfläche. Musik der Stille, die zum Nachdenken auffordert und vom Hörer verlangt, sich in ihre Klangwelt einzulassen.

Literarische Quellen

Seine Inspiration zieht der Komponist oft aus literarischen Werken – hier ist insbesondere Samuel Beckett zu nennen, dessen Schaffen als Vorlage nicht nur zu '... as when no words’ op. 77 für Klavier und Fern-Cello (der Cellist soll möglicht weit vom Klavier entfernt sitzen, idealerweise in einem Nachbarraum) gedient hat; hier sind sogar (ad libitum) Textfragmente zu rezitieren. Nur für den Spieler als ‚Interpretationsanweisung’ zu lesen sind die zahlreichen Textfragmente in 'Unreceding on’ für Violoncello und Klavier mit der Opuszahl 83e. Opus 83 ist das gewichtige, dreistündige Werk ‚Hauptweg und Nebenwege’ – das hier präsentierte Stück ist der fünfte 'Nebenweg’. Die 'Sieben Bagatellen’ op. 92 von 2001 sind verschiedenen Cellisten gewidmet, darunter Maria Kliegel und Pablo Casals sowie die beiden eingangs erwähnten Cello-Lehrer. Zwei Kompositionen für Campanula und Klavier runden das Programm ab. Bei 'Trace d’Etoile’ op. 87 war eine Skulptur die Inspirationsquelle, bei 'Sobre tantas cuerdas’ op. 72a ist es eine Gedichtstrophe von Jorge Guillén, die als Motto dient.

Authentizität

Über die Interpretation lässt sich nur Gutes sagen. Aber was würde man auch anderes erwarten, wenn der Komponist selbst am Cello sitzt? Technisch ist sein Spiel über jeden Zweifel erhaben, und aus interpretatorischer Sicht ist der Authentizitätsanspruch schwer zu übergehen. Überzeugend auch die Pianistin Birgitta Wollenweber, welche die erforderliche Bereitschaft zur Ruhe verinnerlicht zu haben scheint. Auch das nicht nur in '... as when no words’ knifflige Zusammenspiel zwischen den beiden Interpreten klappt prima. Musikalisch eine rundum stimmige Sache. Von der Klangqualität lässt sich das nur bedingt sagen; der Ton ist zwar natürlich, und die beiden Instrumente sind gut ausbalanciert, enttäuschend gerät aber insbesondere die Umsetzung der auf SACD ausgelieferten Produktion im Mehrkanalmodus, da hier kaum Räumlichkeit entstehen will. Zumindest beim Fern-Cello wäre sicher deutlich mehr möglich gewesen. Außerdem irritiert ein zugegebenermaßen nicht wirklich störendes, doch aber wahrnehmbares Brummen im Bassbereich – möglicherweise von einer Klimaanlage verursacht. Der Booklet-Text geht ausführlich auf alle Werke ein und bietet auch längere Passagen mit Kommentaren des Komponisten. Die parallele zweisprachige Anordnung (links deutsch, rechts englisch) empfinde ich jedoch als lästig – das macht bei literarischen Übersetzungen (und nur dort) zweifelsohne Sinn. Schön dagegen die Idee, am Seitenrand kleine Abbildungen unterzubringen.

Ausblick

'Sobre tantas cuerdas’ entstand 2003 als Bearbeitung eines bereits existierenden Werkes. Als Michael Denhoff und Birgitta Wollenweber 2003 die vorliegende Einspielung vornahmen, konnte das Stück als ‚soeben entstanden’ gelten. Und als Cybele die Platte noch im selben Jahr herausbrachte, konnte der Käufer sich des Gefühls erfreuen, gewissermaßen am Puls der Zeit zu sitzen und ganz taufrische Musik zu hören. Aber auch sechs Jahre später lohnt sich der Kontakt mit dieser Musik nach wie vor – und das sicher wegen ihrer Qualität, da sie einen aufmerksamen Hörer verlangt und sich nicht anbiedert. Wer sich für Musik des 20./21. Jahrhunderts ebenso begeistern kann wie für das Violoncello, sollte sich diese Platte merken. Vielleicht gibt es auch bald eine Fortsetzung – in der Zwischenzeit hat Michael Denhoff zumindest zwei weitere Kompositionen für Violoncello und Klavier geschaffen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Denhoff, Michael: The Cello In My Life

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Cybele
1
19.01.2004
70:46
Medium:
EAN:
BestellNr.:

SACD
4040961000912
CYBELE SACD 361.401


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Denhoff, Michael


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Cybele

Die Ursprünge

Die griechische Antike war der Auffassung, dass Musik den Menschen wesentlich beeinflusst: Das seelische Gleichgewicht könne sich durch Musik verändern, Musik könne Menschen sogar zum Handeln anregen.

Die Griechen erlebten bei der Musik keine scheinhaften, sondern höchst reale Gefühle. Sie ergriffen den ganzen Menschen, bis hin zu körperlichen Affektionen. Deshalb bildeten Musik wie auch Dichtung seit jeher die Grundlagen der hellenistischen ?Paideia?, der Kindeserziehung und der allgemeinen Bildung.

CYBELE, die ?große Mutter der Götter?, kam über Phrygien nach Griechenland, wo sie als Herrin der Natur und Fruchtbarkeit verehrt wurde. Mit der Krone auf dem Haupt hält sie in der einen Hand ein Tympanon (eine Handpauke) und in der anderen Ähren oder Zepter ? so zeigen sie antike Darstellungen.

Die Feste der CYBELE wurden stets mit orgiastischer, aufreizender Musik gefeiert ? mit Flöte, Klapper und Tympanon ? und erfreuten sich besonders bei den einfachen Bevölkerungsgruppen großer Beliebtheit. Darin aber sahen die antiken Moralisten große Gefahren. Die neue CYBELE-Musik, die in Mode kommende phrygische Tonart, bedeutete für sie die ?Tonart der wilden Leidenschaft und der Ekstase?. Und wie noch heute, begegnete schon in der Antike so mancher dem Fremden ? dem Unbekannten und dessen nicht absehbaren Auswirkungen ? mit Misstrauen oder mit brüsker Ablehnung. Das Neue galt als gefährlich, gerade auch in den Künsten. Letztlich aber hat sich damals die nach vorne blickende Musik und Dichtung durchgesetzt.

Heutzutage gehören sie zu den wichtigsten Säulen unserer Kulturgeschichte. Doch wie umstritten, unverstanden oder befremdlich die damaligen Gegenwartskünste waren, zeigt der Blick in unsere Zeit. Auch heutzutage hat es die aktuelle Musik, Kunst und Literatur schwer, in dem Maße akzeptiert zu werden, wie sie es zweifellos verdient.

Hier setzt die Tätigkeit von CYBELE ein:

Wir entdecken neue Musik und Literatur und machen das so genannte Nischenrepertoire einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Wir entdecken Klassiker neu und entstauben sie durch frische Neueinspielungen auf höchstem künstlerischen und technischen Niveau.

Wir entdecken herausragende Komponisten und Autoren ? teils vergessene, teils noch unbekannte Künstler. Dadurch entstehen ungewöhnliche Ersteinspielungen.

Wir arbeiten mit der neuesten Technik und entdecken die Qualitäten alter Techniken neu.

Das entdeckerfreudige Label

Das 1994 gegründete Label CYBELE hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Klassik der Zukunft mitzugestalten: das Profil des Repertoires ebenso wie die Aufnahmetechnik.

Seit 2004 spielt bei CYBELE das innovative und erstklassige Super Audio CD Format (SACD) eine entscheidende Rolle:

Die einzigartige Surround Sound-Technologie ermöglicht bisher nicht gekannte Klangdimensionen und einen neuartigen Hörgenuss.

2012 werden die technischen Möglichkeiten auf der CYBELE-Website um ein Angebot, das in dieser Form einmalig ist auf dem Musikmarkt, erweitert: Ab sofort bieten wir Ihnen unsere Produktionen ebenfalls als hochauflösende, verlustlose Downloads im FLAC- bzw. DSD-Format an - die Verbindung von höchster Qualität, schnellster Verfügbarkeit und anspruchsvollster Präsentation in Form und Inhalt.

Unsere Bereiche

- Zeitgenössische Musik

Als ?entdeckerfreudiges Label? (Der Spiegel) arbeiten wir im Bereich der zeitgenössischen Musik mit vielversprechenden KomponistInnen, InterpretInnen und AutorInnen unserer Zeit. Ihr Schaffen und Oeuvre einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, das Bewusstsein für die Klänge unserer Zeit zu sensibilisieren, ist eines der wichtigsten CYBELE-Ziele. Schließlich werden schon heute die Grundsteine für die Zukunft gelegt.

- Klassische Musik

Damit das, was wir gegenwärtig Klassik nennen, nicht zum künftigen Staubfänger wird, muss sie immer wieder neu interpretiert und präsentiert werden, auch mit den Möglichkeiten der hochwertigsten, feinsten Tonträgertechnik. Hier haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, bedeutende klassische Werke durch brillante InterpretInnen und auf ?technisch höchstem Niveau? (FonoForum) neu erklingen zu lassen.

- Hörbücher

Die Hörbuchreihe Wort&Musik ist 2004, zum 10-jährigen Jubiläum von Cybele Records, als neuer Bereich des Labels entstanden.

Im Mittelpunkt unserer Hörbuchreihe steht vor allem Literatur, deren Thematik selbst schon musikalische Elemente berührt. Der Hörer erlebt die Musik, von der im jeweiligen Werk gesprochen wird, direkt in Kombination mit dem gesprochenen Wort. Die so entstehende Synthese eröffnet die Möglichkeit eines tieferen Verständnisses sowohl der Musik durch den Text als auch des Textes durch die Musik.

Die Musikaufnahmen und -konzepte für unsere Hörbuchreihe entstehen in Eigenregie und enger Zusammenarbeit mit den jeweils beteiligten Musikern.

Wir entwickeln auch musikalisch-literarische Gesamtkonzepte aus eigens für unsere Projekte realisierten Geschichten und Kompositionen. Oder aus historischen und neuen Sprach- und Musikaufnahmen. Durch die unkonventionelle Kombination musikalischer und sprachlicher Elemente entstehen neue Sichtweisen, die dem Hörer erweiterte Perspektiven auf die jeweiligen Inhalte eröffnen.

Auch der jungen Generation möchten wir im Rahmen unserer Kinder- und Jugendreihe inspirierende Hörerlebnisse bieten, die neugierig machen und den Entdeckergeist wecken.

Beispielsweise durch die Auseinandersetzung mit Arnold Schönberg und der Zwölftonmusik in dem Hörbuch Die Prinzessin, das für die Umsetzung dieses Anliegens mit dem ECHO Klassik 2009 und dem Medienpreis LEOPOLD 2009/10 ausgezeichnet wurde.

Oder durch Eigenkompositionen von Kindern und Jugendlichen der Kompositionsklasse David Graham in der Produktion Vom Mädchen das nicht schlafen wollte, einer sensibel und spannend erzählten Geschichte über Leben und Tod, geschrieben von von Martin Baltscheit. Dieses Hörbuch wurde für den Deutschen Hörbuchpreis 2007 nominiert.

Unsere neueste Kinder-und Jugendproduktion Auf Flügeln in die Tiefe - Geschichten vom Aufwachsen erweitert das seltene Angebot für Kinder im Pubertätsalter. Hier versammelt Mirjam Wiesemann selbstgeschriebene Geschichten, die packend und psychologisch auslotend vom Aufwachsen erzählen. Eine Reise durch Gedanken, Geräusche und Musik, auf die sich sowohl Kinder als auch Erwachsene gern mitnehmen lassen. Diese Produktion wurde zum Hörbuch des Monats 2/2011 der Fachzeitschrift HörBücher gewählt.

Wir freuen uns, dass unsere im Jahr 2009 neu gegründete Doku-Edition Künstler im Gespräch ebenfalls viel positive Resonanz erhält. So wurde die Auftaktveröffentlichung über den Komponisten Karl Amadeus Hartmann für den Deutschen Hörbuchpreis 2010 in der Kategorie ?Beste Information? nominiert und die gesamte Reihe erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie ?Beste verlegerische Leistung?.

Als erstes Label weltweit produzieren wir unsere Hörbücher auf Hybrid-SACDs (Super Audio CD) in 5.0-kanaligem Surround Sound, die auch auf allen handelsüblichen CD-Playern in Stereo abspielbar sind. Hierdurch hat der Hörer das Gefühl, live dabei zu sein, mitten ins Geschehen einzutauchen. Das unsichtbare Kino, der Film nur für die Ohren, kann sich so bestmöglich entfalten.

Neue Möglichkeiten auf unserer Website seit Februar 2012:

Auf dem neuen Portal wir der gesamte Labelkatalog nun auch in Form von hochauflösenden Downloads angeboten, mit dem Ziel, das Label-Programm von Cybele weltweit in noch größerem Umfang zu verbreiten.

Getreu dem Labelmotto Klassik der Zukunft verbindet Cybele durch das neue Online-Konzept Wertbeständigkeit, schnelle Verfügbarkeit, hohes künstlerisch-klangliches Niveau sowie technischen Fortschritt miteinander.

Die Besucher das Cybele-Portals haben ab sofort die Möglichkeit, einzelne Tracks oder ganze Alben mit einem Mausklick komfortabel herunterzuladen und diese in gewohnt hochklassigem Cybele-Klang zu genießen.

Dabei wurde darauf geachtet, allen Besuchern des Portals eine leicht verständliche und gleichzeitig spannende Download-Reise durch das Cybele-Repertoire zu ermöglichen.

- Die Besucher der Website können 20 Sekunden in jeden Track hereinhören (sofern verfügbar, sogar bis hin zu 5.0/5.1-kanaligem Surround Sound), anhand der von uns neu entworfenen Künstler-Profile mehr über die beteiligten Interpreten erfahren und vieles mehr.

- Auf unserer Website werden ausschließlich hochwertige Audio-Formate angeboten (FLAC und DSD - verlustlose Audio-Qualität bis hin zu 5.0/5.1-kanaligem Surround Sound). Datenreduzierte Download-Formate wie MP3 werden nicht angeboten.

- Wenn ein Besucher zunächst als ?Kostprobe? einen Download-Track erworben hat, um die Produktion kennen lernen zu können, bekommt er die Möglichkeit, im Nachhinein über das Kundenkonto-Untermenü ?Album vervollständigen? mit einem Mausklick bequem und schnell das gesamte Album zum reduzierten Album-Preis zu erwerben

- Kunden, die ein ganzes Album herunterladen (oder einen Track nachträglich zu einem Album vervollständigen) bekommen als Bonus kostenlos ein PDF-Booklet zur Verfügung gestellt


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