> > > Eötvös, Peter: Chinese Opera
Samstag, 15. Juni 2019

Eötvös, Peter - Chinese Opera

Thriller im Hörkino


Label/Verlag: Kairos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Szenisch und filmisch hat Eötvös die Stücke geplant.

Mit chinesischen Gongs und dem Geklapper von Hölzern setzt die Chinese Opera von Peter Eötvös ein - ein paar Klangfarben sind aber auch das einzige, was in diesem Stück an traditionelle chinesische Musik erinnert. Die Form könnte eher anti-asiatisch heißen, wenn mit asiatisch die immer ähnlich bleibenden Patterns, die beharrlichen Metren, und die sich langsam entwickelnden Klänge gemeint sind. Hier dominieren aprupte Wechsel und rasante Beschleunigungen; ständig ändert sich die Instrumentierung.

Klangfarben sind das Metier von Eötvös, denn er ist im Hauptberuf Dirigent, und zwar nicht irgendeiner, sondern so etwas wie ein Chefdirigent der neuen Musik. In den 70er Jahren arbeitete er mit Karlheinz Stockhausen, danach war er 12 Jahre Musikalischer Leiter des Pariser Ensemble InterContemporaine. Kein anderer hört so viele Details noch in den komplexesten Partituren, so gestehen die Musiker. Und die Kapellmeisterpraxis war schon zu Zeiten von Berlioz und des jungen Wagner die beste Schule der Instrumentationskunst.

Drei eigene Stücke dirigiert Eötvös auf dieser CD, die bei dem jungen Wiener Label kairos erschienen ist. Es spielen die Musiker des Klangforum Wien, das als eines der feinsten solistischen Spezialensembles für Neue Musik gilt. Shadows heißt ein Doppelkonzert für Flöte und Klarinette, und für dieses Stück stand die Idee eines akustischen Spiels mit Licht und Schatten Pate. Für Konzertaufführungen von Shadows gibt es einen ausgetüftelten Plan der Verteilung von Musikern und Bühnenlautsprechern im Raum. Die dabei entstehenden akustischen Schatten lassen sich zwar auf den zwei heimischen Boxen nicht abbilden, wohl aber die klangfarblichen Überschattungen: Die solistischen Instrumente Flöte und Klarinette spielen gewissermaßen die Lichtkegel, die sich noch in ihren leisesten Registern deutlich von den dunklen, undeutlichen Streicher- und Perkussionsflächen abheben.

Szenisch und filmisch hat Eötvös die Chinese Opera geplant, und auch die anderen Stücke sind als Hörkino zu genießen. Aber Vorsicht! Das sind keine Kuschelfilme, sondern Thriller.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 



Kritik von ,


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Eötvös, Peter: Chinese Opera

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Kairos
1
07.01.2003
58:34
1999
2000
EAN:
BestellNr.:
0782124120825
0012082KAI

Cover vergössern

Eötvös, Peter
 - Erste Szene E- und Gis-Dur -
 - Zweite Szene F- und G-Dur -
 - Dritte Szene Fis- und C-Dur -
 - 1. Satz -
 - 2. Satz -
 - 3. Satz -
 - Steine -


Cover vergössern

Dirigent(en):Eötvös, Peter
Orchester/Ensemble:Klangforum Wien


Cover vergössern

Kairos

KAIROS, das 1999 von Barbara Fränzen und Peter Oswald gegründete Label mit Sitz in Wien, widmet sich ausschließlich der Veröffentlichung von Werken Neuer Musik. Neben Werk- und Künstlerauswahl sind höchste Ansprüche in der Tontechnik und eine moderne Verpackung, unterstützt durch die Covergestaltung des österreichischen Malers Jakob Gasteiger, wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.
KAIROS ist der erfüllte, der gelingende Augenblick. Mit diesem Wort benannte die griechische Antike die glückliche Übereinstimmung des Hier mit dem Jetzt, den günstigen Moment, der schicksalhaft entgegentritt und entschieden genutzt werden will.
KAIROS will jene erfüllte Zeit, die wir ?Musik? nennen, aufbewahren. Was musikalisch an der Zeit ist, heutigem Hören neue Räume und Erfahrungen öffnet, soll in Interpretationen, die den günstigen Moment ergriffen haben, für unsere Hörer gebannt werden.
Der Augenblick, und wäre er noch so schön, verweilt nicht. Aber er kann wiederkehren, und obwohl wir dann nicht mehr die selben sind, kann er uns erneut ergreifen und verwandeln. In diesem Sinn will KAIROS die Musik der Gegenwart, die unendlichen Abenteuer des Hörens, die sie bietet, der Zeitgenossenschaft zurückschenken. Damit die Gunst des Moments nicht ungenutzt vorüberzieht.
KAIROS will die Musik der Gegenwart wieder zu Musik für die Gegenwart machen. Dabei gehen wir in der Auswahl der Komponisten und ihrer Stücke keine Kompromisse ein: nur Musik, an deren Kraft und Fortbestehen wir glauben, die herausfordernde ästhetische Positionen einnimmt und neue Wege des Klangempfindens erschließt, soll in einer auf das individuelle Werk abgestimmten Aufnahmequalität präsentiert werden. Ausführliche, informative Booklets mit lesbaren Werkkommentaren und Beiträgen von Schriftstellern, die den Komponisten wahlverwandt sind, sollen nicht nur Musikkenner ansprechen sondern auch all jene neugierig machen, die neue künstlerische Entwicklungen unserer Zeit erleben wollen.
Die einzelne CD wird so zu einer Art Gesamtkunstwerk, ausgestattet mit einem Booklet, dessen Texte sich dem Nicht-Sagbaren der Musik auf essayistische, analytische und literarische Weise annähern, und in einer gleichermaßen kunstvollen wie praktikablen Box, deren Cover von dem österreichischen Künstler Jakob Gasteiger gestaltet sind. KAIROS: Musik als Wegbegleitung für den Aufbruch in neue Zeitalter.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...

Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Kairos:

blättern

Alle Kritiken von Kairos...

Weitere CD-Besprechungen von :

Alle Kritiken von ...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Europäischer Sinfoniker: Der polnische Komponist Feliks Nowowiejski erweist sich auf diesem Tonträger als ein echter Geheimtipp. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Schwerfällige Maskenspiele: Diese 'Nacht in Venedig' schließt keine diskografische Lücke und glänzt auch nicht durch besonderen Charme. Das hätte es nicht zwingend auf CD gebraucht. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Eleganz und Glätte: Nikolaj Znaider und das London Symphony Orchester widmen sich Mozarts viertem und fünften Violinkonzert – fraglos kompetent, oft aber zu zurückhaltend. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2019) herunterladen (3061 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Josef Holbrooke: The girl I left behind me - Variation 6

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich