> > > W.A.Mozart: Vol. 3: Trio Roseau
Montag, 5. Dezember 2022

W.A.Mozart: Vol. 3 - Trio Roseau

'Don Giovanni' als Kammermusik


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bearbeitet für Bläser: Das Trio Roseau spielt eine umfangreiche Harmoniemusik aus 'Don Giovanni' sowie einige Arien mit Streicher-Beteiligung.

Schon zum dritten Mal widmet sich das Trio Roseau der heiklen Aufgabe, eine Mozartsche Opernpartitur auf nur drei Blasinstrumenten darzustellen. Oboe, Klarinette und Fagott, das sogenannte Trio d’anches, übernehmen sowohl den Part der Gesangssolisten und (rudimentär) des Orchesters. Nach „La Clemenza di Tito“ und „Così fan tutte“ hat sich Ulf-Guido Schäfer, der Klarinettist des Ensembles, diesmal an den „Don Giovanni“ heran gewagt und die bekanntesten und geeignetsten Teile zu einer Harmoniemusik zusammengestellt, die ihre beiden Vorgängerinnen im Umfang deutlich übertrifft: Sie umfasst 15 Sätze und ist in der vorliegenden Aufnahme immerhin 41 Minuten lang. Das lässt auf der Platte noch Raum für eine weitere halbe Stunde mit Bearbeitungen, an denen auch drei Streicher beteiligt sind: Drei Konzertarien mit Oboe bzw. Englisch-Horn, zwei Arien aus „La Clemenza di Tito“ mit Oboe und Klarinette.

Es ist klar, dass eine Partitur für Sänger und volles Orchester bei einer Bearbeitung für nur drei Bläser ziemlich ausgedünnt werden muss. Solche Bearbeitungen scheint es schon zur Zeit Mozarts gegeben zu haben, meist jedoch wurden Opern damals für eine Besetzung mit acht Bläsern bearbeitet, um die Musik einem Publikum nahe zu bringen, dass sonst vielleicht nie die Chance gehabt hätte, sie zu hören. Gerade heute aber, da man sich im Gegensatz zum 18. Jahrhundert jede beliebige Mozart-Oper jederzeit aus der Konserve anhören kann, ist es um so wichtiger, dass eine so stark eingedampfte Bearbeitung nicht als Mangel empfunden wird. Ulf-Guido Schäfer ist dieses Kunststück erneut erstaunlich gut gelungen, indem er die bekannten Melodien Mozarts in heitere Kammermusik umwandelt. Vom Charakter der Originale bleibt dabei viel erhalten, ebensoviel wirkt aber auch vollkommen verändert.

Beseelt

Das Trio Roseau agiert auch diesmal wieder flott, mit großer Spielfreude und Leichtigkeit, technisch souverän und in perfekter Balance. Vor allem aber werden die Melodien ausdrucksstark und beseelt ausgespielt. Neben der guten Wirkung der quirlig-verspielten Teile sind denn auch gerade die zarten, innigen Nummern sehr berührend.

Die Konzertarien mit Oboe bzw. Englischhorn und Streichtrio sind weit weniger bekannt. Es handelt sich um die kurze Arie „Ah, spiegarti, oh dio“ KV 178 und die etwa doppelt so langen Arien „Ombra felice“ KV 255 und „Sperai vicino il Lido“ KV 368. In den beiden ersten hat Ulf-Guido Schäfer die Gesangsstimme auf das von Rachel Frost gespielte Englischhorn übertragen, ein Instrument, das Mozart nie verwendet hat, dessen im Vergleich zur Oboe dunklere Klangfarbe aber im Zusammenspiel mit den Streichern (Violine: Kathrin Rabus, Viola: Taia Lysy, Cello: Fabrizio Silla) besonders apart und ausdrucksvoll wirkt. In den zwei Arien „Parto, ma tu ben mio“ und „Non più di Fiori“ aus „La Clemenza di Tito“ schrieb Mozart neben der Gesangsstimme einen zweiten Solopart für das Bassetthorn. Diesen Part übernimmt hier die eng verwandte Klarinette, die Oboe ersetzt die Sängerin.

Für das Beiheft der klanglich hervorragend aufgenommenen Platte, auf der sogar (manchen vielleicht störende) Klappengeräusche der Instrumente gut hörbar sind, hat Andreas N. Tarkmann, seines Zeichens der wohl gefragteste Bearbeiter unserer Zeit, die Arbeit seines Kollegen Ulf-Guido Schäfer ausführlich gewürdigt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    W.A.Mozart: Vol. 3: Trio Roseau

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:

CD SACD
760623224664


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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