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Mittwoch, 30. November 2022

J.S.Bach: Concertos for Harpsicord and Strings - Masato Suzuki, Bach Collegim Japan

Schöne Fortsetzung


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bei Masato Suzuki und dem Bach Collegium Japan klingen Bachs Cembalokonzerte frisch, beweglich und strukturklar.

Nach dem ersten Teil der Erwägungen zu Johann Sebastian Bachs Cembalokonzerten, vorgetragen von Masato Suzuki und dem Bach Collegium Japan, setzt die zweite Platte der beim schwedischen Label BIS erscheinenden Reihe diesen Weg mit vier weiteren Konzerten für ein solistisches Cembalo fort. Bachs lebendige, inspirierende Verbindung zu seinem Collegium Musicum ist vielfach beschrieben worden, die Herkunftslinien eines wesentlichen Teils der konzertanten Musik in seinem Schaffen aus seiner Zeit in Köthen, die in mannigfaltiger Weise ein kreativer Kern und einflussreich für sein instrumentales Schaffen insgesamt wurde, sind es ebenso. Wir hören und erleben das Cembalo – klingend und kompositionstechnisch – am Beginn seiner konzertanten Karriere: Angesichts des Weges von Bach Vater über die Söhne ins Reich der Klassik sind die Zusammenhänge so offensichtlich, dass Bachs Verdienste um die Etablierung des Cembalos – mithin: des Claviers – als konzertierendes Solo-Instrument zu bestreiten unredlich wäre.

Zu hören sind im Programm der aktuellen Platte das Konzert BWV 1054, eine Bearbeitung des E-Dur-Violinkonzerts BWV 1042, dann BWV 1055 in A-Dur nach bis heute nicht identifizierter Vorlage eines Konzerts für Oboe d’amore oder ein verwandtes Instrument. Dazu kommt eine F-Dur-Variante des vierten Brandenburgischen Konzerts als BWV 1057, unter Beibehaltung der beiden mit dem Cembalo solierenden Blockflöten, schließlich mit BWV 1058 in g-Moll eine Bearbeitung des a-Moll-Konzerts für Violine BWV 1041.

Tasten-Könner und solistisches Ensemble

Masato Suzuki, Sohn der Bach-Legende Masaaki Suzuki, ist ebenso wie sein Vater ein versatiler Cembalist: Sein Spiel ist geschmeidig, geläufig und es verrät eine klare Vorstellung des Interpreten vom heiklen Verhältnis der Linien und Strukturen bei Bach. Dazu zeigt er sich von vollendeter Virtuosität, exemplarisch nachzuhören im finalen Allegro assai des Konzerts BWV 1058. Suzuki interagiert fein und wach mit seinem Ensemble, ist über die solistische Geste hinaus oft das tatsächliche musikalische Kontinuum, im vielseitigsten Sinne des Wortes.

Neben den beiden Blockflöten in BWV 1057 ist eine rein solistische Streicherbesetzung zu hören, was nicht nur ein von kammermusikalischer Leichtigkeit und ausnehmender Transparenz gekennzeichnetes Musizieren sorgt, sondern auch ein hochintensives Spiel voller Formulierungslust und Freude am frischen Ensembleklang evoziert.

Tempi werden entschieden gewählt, entfalten einen schönen Sog, befinden sich in stimmigen Relationen. Auch dynamisch gibt es sehr viel mehr zu hören als die – angesichts der schmalen Besetzung: erwartbaren – Stärken in der Ausdeutung feiner Verläufe und Gesten. Vielmehr sind ebenso eine ansehnliche Kraftentfaltung und erstaunlich kompakte Momente zu hören. Intoniert wird makellos; das Cembalo – der von Willem Kroesbergen realisierte Nachbau eines französischen Modells von Couchet – hinterlässt einen harmonischen Gesamteindruck, mit besonderer Präsenz einer feinen, silbrigen Höhe, die in den Konzerten strukturbedingt stark gefordert ist. Artikuliert wird in einer vom Cembalo angeregten kleinteiligen Intensität, die durch die gesamte Deutung hindurch trägt und in schönem Kontrast edle Linien plastisch hervortreten lässt.

Eine schöne Fortsetzung: Bei Masato Suzuki und dem Bach Collegium Japan klingen Bachs Cembalokonzerte frisch, beweglich und strukturklar. Mit Ambition angepackt, machen sie diesen zweiten Teil der Reihe zu einem gelungenen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    J.S.Bach: Concertos for Harpsicord and Strings: Masato Suzuki, Bach Collegim Japan

Label:
Anzahl Medien:
BIS Records
1
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599924816


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Bach, Johann Sebastian


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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