> > > Tenebrae Responsories: The Gesualdo Six, Owain Park
Dienstag, 27. September 2022

Tenebrae Responsories - The Gesualdo Six, Owain Park

Gründonnerstag in London und Kampanien


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Schwergewichte von Tallis und Gesualdo, gekoppelt mit zwei zeitgenössischen Motetten.

Thomas Tallis‘ Lamentations of Jeremiah für Gründonnerstag (um 1560–1569 entstanden) gehören zum Stammrepertoire britischer Kathedral- und Kammerchöre, und Gesualdos Tenebrae-Responsorien (1611) nehmen gleichfalls bei Spezialensembles bedeutendes Gewicht ein. Die vorliegende Produktion enthält die beiden Sets von Tallis sowie die neun Tenebrae-Responsorien Gesualdos zum gleichen Festtag.

Die aus sieben Sängern bestehenden Gesualdo Six unter ihrem Leiter Owain Park haben sich 2014 zusammengefunden und bieten die Renaissance-Werke mit feiner Klanggestaltung, aber nicht ganz jenem Feingefühlt, mit der andere Ensembles der Vergangenheit aufwarten konnten. Ein Vergleich mit Pro Cantione Antiqua etwa ist ganz erhellend, einem ganz ähnlich aufgestellten Ensemble, das die Tallis-Lamentationen 1984 vorgelegt hat; die Sänger von Pro Cantione Antiqua mögen einer älteren Interpretenschule angehören, doch was an vokaler Perfektion vielleicht weniger stark sein mag, wird durch verhalten sakral-expressiven Vortragsstil und die stärkeren Individuen (unter ihnen Charles Brett, James Griffett, Paul Elliott, Michael George und Brian Etheridge) mindestens ausgeglichen. Wollte man mit der früheren hyperion-Einspielung der Lamentationen in gleicher Besetzung (mit The Cardinall’s Musick unter Andrew Carwood, 2014), so fällt im Falle der Gesualdo Six ein deutlich ‚italienischerer‘ Unterton auf, der gut zu den Gesualdo-Responsorien passt.

Gestalterische Präzision

Diese sind in solistischer Besetzung schon noch häufiger auf Tonträger eingespielt als die Tallis-Lamentationen, und die hochkarätigen Einspielungen der vergangenen 50 Jahre lassen sich nicht einfach mit dieser Neueinspielung vergessen. Natürlich hat sich der Zugang und das Wissen um die Musik in dieser langen Zeit teilweise stark verändert, doch viele Einspielungen bieten diese neuen Erkenntnisse ‚am Puls der Zeit‘; gerade in den vergangenen 35 Jahren hat sich die Rate solcher Interpretationen verdichtet, unter ihnen zu nennen sind etwa jene der Tallis Scholars 1987, des Hilliard Ensemble 1990, der King’s Singers 2004 und des Ensembles Tenebrae 2012, der La Compagnia del Madrigale 2013 und des Ensembles Graindelavoix 2019. The Gesualdo Six ‚entschärfen‘ gelegentlich Gesualdos Chromatik ein wenig, überzeugen in ihrer gestalterischen Präzision, ihrer dramatischen Zuspitzung und der emotional imaginativen Ausarbeitung im Detail. Eine spannende Sicht.

Die Motetten ‚Watch with me‘ von Judith Bingham (2016) und ‚Christus factus est’ von Joanna Ward (2020) sind stilistisch starke Kontraste zu den etablierten Blöcken und nicht minder komplex in der Faktur; während Binghams Komposition einen hörbar sakralen Hintergrund hat, nimmt Ward vielmehr den Text zum Ausgang, ohne stärkere religiöse Konnotationen. Die Gesualdo Six bieten beide Werke mit viel Engagement und im Fall von Bingham auch starken Emotionen, die hörbar an der englischen Chormusik des 20. Jahrhunderts geprägt sind, und vermitteln so Bezüge hin zu Holst, Britten, Walton und anderen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Tenebrae Responsories: The Gesualdo Six, Owain Park

Label:
Anzahl Medien:
Hyperion
1
Medium:
EAN:

CD
034571283487


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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