> > > Lord Berners: Ballet Music: Royal Ballet Sinfonia, Gavin Sutherland, RTE Sinfonietta
Donnerstag, 8. Dezember 2022

Lord Berners: Ballet Music - Royal Ballet Sinfonia, Gavin Sutherland, RTE Sinfonietta

Exzentrik im Dreivierteltakt


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit den Einspielungen von 'Les Sirènes' und 'Cupid and Psyche' findet der dreiteilige Zyklus mit den Balletten von Lord Berners seinen krönenden Abschluss.

Ein australischer Operntenor, eine Society-Lady, die spanische Kurtisane La Belle Otéro und ihr Chauffeur sind einige von den Gästen, die in einem französischen Seebad aufeinandertreffen. Beobachtet von einer Gruppe von Meerjungfrauen, entwickelt sich zwischen ihnen ein frivoles Geplänkel, das durch einen vermeintlichen Diebstahl gestört wird und die Truppe zum Aufbruch zwingt. Der Täter bleibt zurück: es ist eine Möwe. Von solch Skurrilitäten, gepaart mit Seitenhieben auf die obere Gesellschaft, handelt das Ballett „Les Sirènes“ mit der Musik von Lord Berners, das 1946 im Londoner Royal Opera House Premiere hatte. Es basiert auf der Novelle „Moths“ der für ihren exzentrischen Lebensstil berühmten viktorianischen Schriftstellerin Ouida. Darin ähnelte ihr der 1883 geborene Lord Berners, alias Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, der sich in Adelskreisen und auf dem diplomatischen Parkett genauso sicher bewegte wie in der damaligen künstlerischen Avantgarde-Szene. Daraus resultierte auch die Zusammenarbeit mit prägenden Kunstschaffenden, im Falle von „Les Sirènes“, dem letzten seiner zwischen 1926 und 1946 entstandenen Ballette, waren es der Choreograph Frederick Ashton, der Bühnenbildner Cecil Beaton sowie die Stars Margot Fonteyn und Robert Helpman.

„Les Sirènes“ bilden den Abschluss der insgesamt drei Einspielungen von Berners Tanzpartituren, die das Label Naxos, technisch aufpoliert, aus dem Marco Polo-Katalog übernahm. Sie stellen sich als große, mit nostalgischem Charme parfümierte Verbeugung vor der Ballettmusikgeschichte vom 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhundert dar. Ein impressionistisches, von Chorvokalisen durchzogenes Vorspiel, das thematisch im Finale wieder aufgegriffen wird, geht in einen Wiener Walzer über, es folgt eine Art Divertissement mit Volkstänzen, wie Mazurka und eine gesungene „Habanera“, das wiederum in einen effektvoll sich steigernden Pas de Deux mündet. Ergänzt wird „Les Sirènes“ durch die stilistisch vergleichbare Suite aus dem 1939 uraufgeführten Antikenballett „Cupid and Psyche“.

Mit dem Dirigenten David Lloyd-Jones steht eine Autorität in Sachen britischer Musik am Pult der ebenso versierten RTÉ Sinfonietta. Das Ergebnis ist eine zwischen Verve und Eleganz perfekt austarierte Wiedergabe. Somit kann man sich mit der Einspielung, der eine kompetente Einführung des „Light music“-Spezialisten Philip Lane beiliegt, musikalisch bestens unterhalten fühlen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Lord Berners: Ballet Music: Royal Ballet Sinfonia, Gavin Sutherland, RTE Sinfonietta

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313437078


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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