> > > Coleridge-Taylor: Hiawatha Overture, Petite Suite: RTE Concert Orchestra, Adrian Leaper
Dienstag, 9. August 2022

Coleridge-Taylor: Hiawatha Overture, Petite Suite - RTE Concert Orchestra, Adrian Leaper

Im Walzerschritt in die Prärie


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine Auswahl mit Kompositionen von Samuel Coleridge-Taylor bringt Schmuckstücke der gehobenen Unterhaltungsmusik ans Licht.

In der Geschichte der klassischen Musik sind schwarze Komponistinnen und Komponisten eine Ausnahme. Zu den wenigen, die sich etablieren konnten, gehört der 1875 geborene und schon 1912 gestorbene Samuel Coleridge-Taylor, Sohn eines Arztes aus Sierra Leone und einer englischen Mutter. Mit acht Jahren trat er bereits öffentlich als Geiger auf, entschied sich dann aber fürs Komponieren und begann mit 15 bei dem angesehenen Charles V. Stanford ein Studium am Londoner Royal College of Music. Seine ersten Tonschöpfungen – Chorwerke und Kammermusiken – waren stilistisch geprägt von Brahms und dem besonders verehrten Antonin Dvořák. Der Durchbruch gelang Coleridge-Taylor 1898 mit dem ersten Teil der Kantaten-Trilogie „The Song of Hiawatha“, einer Vertonung von Henry Wadsworth Longfellows populärem Indianer-Epos – das auch Dvořák als Inspiration für seine Sinfonie “Aus der neuen Welt“ gedient hatte. Der Erfolg eröffnete Coleridge-Taylor weitere berufliche Perspektiven; er wurde international als Dirigent verpflichtet und erhielt einen Ruf als Musikprofessor an mehrere Colleges. Gleichzeitig begann er, sich mit seinen väterlichen Wurzeln auseinanderzusetzen. Er trat für panafrikanische Ziele ein, wurde in den USA zu einer Gallionsfigur der Afroamerikaner und 1901 durch die Gründung der "Samuel Coleridge-Taylor Society", der 200 schwarze Chormitglieder angehörten, geehrt. Musikalisch versuchte er, etwa in der “African Suite” oder den “24 Negroe Songs”, eine Synthese zwischen afrikanischen Volksweisen und  spätromantischer Tradition herzustellen.

Diesen kompositorischen Strang berücksichtigt die soeben vom Label Naxos veröffentlichte Kollektion, eine Neuauflage der Marco Polo-Produktion von 1993, nicht. Sie präsentiert als Einstieg die malerische Ouvertüre zu „The Song of Hiawatha” und danach eine Auswahl von atmosphärisch ganz unterschiedlichen Konzertstücken. „4 Characteristic Waltzes” aus dem Jahr 1898 sind mit ihren wechselnden Walzerstimmungen ähnlich variantenreich wie die 1910 entstandene viersätzige „Petite Suite de Concert“, eine Abfolge von instrumentalen Kleinodien mit einer schwungvollen Tarantella als Finale. Die als Auftrag für eine Bühnenproduktion der Shakespeare-Tragödie komponierte „Othello-Suite“, ein Beispiel für Coleridge-Taylors dramatisches Geschick, sowie zwei Arrangements nach seinen Melodien komplettieren die schöne Zusammenstellung. Ins beste Licht gerückt wird sie durch den in jedem sinfonischen Genre bewanderten Dirigent Adrian Leaper  und das charmant aufspielende RTÉ Concert Orchestra. Die englischsprachige Textbeilage umreißt die wichtigsten Stationen aus Coleridge-Taylors erfülltem Leben und führt in jede Nummer knapp ein. Insgesamt macht die Aufnahme neugierig, mehr vom Komponisten zu erfahren und von seinen Werken zu hören.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Coleridge-Taylor: Hiawatha Overture, Petite Suite: RTE Concert Orchestra, Adrian Leaper

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313519125


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Coleridge-Taylor, Samuel


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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