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Samstag, 25. Juni 2022

Polish Wind Quintets - Cracow Golden Quintet

Freche Bläser


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wirklich seltenes Repertoire hat das Cracow Golden Quintet aufgenommen, nämlich fünf polnische Bläserquintette von Michal Spisak, Tadeusz Paciorkiewicz, Wojciech Kilar, Jozef Swider und als bekannteste und älteste Komponistin Grazyna Bacewicz.

Das Quintett von Grazyna Bacewicz ist das einzige Werk der Platte, das vor dem Ersten Weltkrieg entstand, es handelt sich um ein frühes Werk von 1932. Das Cracow Golden Quintet spielt es recht flott und nüchtern, und das scheint einem neoklassizistischen Werk (wie gut das Etikett nun wirklich passt, sei dahingestellt) ja auch angemessen. Andererseits hat es durchaus auch expressives Potential, das bei diesem Ansatz wenig zur Geltung kommt und anderswo (konkret: Eine Aufnahme des Kwintet Dety Filharmonikow Krakowskich) deutlicher ausfällt.

Ebenso das zwanzig Jahre später entstandene Quintett von Wojciech Kilar, ebenfalls ein frühes Werk. Das Cracow Golden Quintet hinterlässt hier allerdings großen Eindruck durch Virtuosität, absolute Transparenz sowie die knackig-frische Artikulation. Kilars bemerkenswertes, viersätziges Quintett bietet die wohl prägnanteste Musik dieser neuen Platte. Es ist geprägt von motorisch-rhythmischen Strukturen, enthält folkloristische und humorvolle Elemente, virtuose solistische Passagen, aber im dritten Satz auch einen kantablen Choral.

Quirlig

Ausgesprochen frech und quirlig kommt aber auch das Eröffnungsstück der Platte daher, ein 1948 entstandenes, dreisätziges Quintett von Michal Spisak. Auch das ebenfalls dreisätzige Quintett von Tadeusz Paciorkiewicz stammt aus den Nachkriegsjahren und ist im Vergleich zu den übrigen Werken etwas stärker durch Dissonanzen geprägt. Im Finale bietet es außerdem folkloristische Elemente.

Es ist interessant, dass Jozef Swiders „Mini-Quintetto“ als neuestes Werk der Platte zugleich das am wenigsten dissonante ist. Allerdings hat es auch nicht den vorwitzigen Biss der anderen Werke. Swider schrieb dieses am leichtesten zugängliche Werk der neuen Platte, das keineswegs auf lebhafte Elemente verzichtet, erst mit Mitte 70 im Jahr 2005.

Die Aufnahme dieser Werke ist, wenn man genau darauf achtet, hier und dort technisch nicht ganz perfekt. Das wirkt jedoch kaum als Schwäche, im Gegenteil: Die Aufnahme der technisch überaus anspruchsvollen Werke gelingt den Musikern sehr eindrucksvoll, minimale Ungenauigkeiten in Zusammenspiel oder Tongebung wirken aber ehrlich und vermeiden Sterilität.

Das Beiheft enthält kurze Infos zu Komponisten, Werken und Interpreten, aber nur auf Polnisch und Englisch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Polish Wind Quintets: Cracow Golden Quintet

Label:
Anzahl Medien:
DUX
1
Medium:
EAN:

CD
5902547016856


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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