> > > Dusk to Dawn: Carine Tinney, Martin Gregorius
Sonntag, 2. Oktober 2022

Dusk to Dawn - Carine Tinney, Martin Gregorius

Glockenheller Sopran und variantenreiche Orgel


Label/Verlag: Paschenrecords
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Gesänge für Sopran und Orgel werden hier zuverlässig und phantasievoll dargeboten.

Der Klang der Orgel gibt Rätsel auf. Man meint eine spätromantische Orgel zu hören mit der Imitation vom Orchester, dann wieder klingt sie wie eine modere Orgel mit vielen Aliquoten, also hellen Registern. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um die Orgel in St. Pankratius in Gütersloh, eine Orgel, in der viele Register aus dem romantischen Orgelbau zu hören sind, aber auch nach Um- und Neubauten moderne Register. Es entsteht so ein Reichtum an Registern, der für das Repertoire der vorliegenden Aufnahme hervorragend geeignet ist. Sie enthält Kompositionen aus dem frühen und mittleren 20. Jahrhundert sowie Mahlers „Urlicht“ vom 1892, bearbeitet für Sopran und Orgel von Peter Eisenmann. Neben Reger, Karg-Elert, Louis Vierne und Harald Genzmer sind auch englischsprachige Komponisten vertreten: Leo Sowerby und Tom Harrold aus Schottland.

Erlesene Subtilität

Von der Abenddämmerung zur Morgendämmerung, so lautet der Titel in deutscher Übersetzung, Er signalisiert, dass es sich hier um Abend- und Morgenlieder handelt. Eine großartige Dramaturgie, wie der Titel sie suggeriert, ist jedoch kaum zu bemerken. Auch Vertonungen anderer Texte sind zu hören, zum Beispiel aus der Bibel. Ein Fundstück sind hier die drei Titel von Harald Genzmer. Sie zeigen den Komponisten unüberhörbar als Schüler Paul Hindemiths; er kommt zu einer erlesenen Subtilität. Doch auch wie er in „Lobet ihn, Sonne und Mond“ die Sonne aufgehen lässt, ist beeindruckend. Ein Merkmal seiner drei Kompositionen ist, dass öfters der Sopran ohne Orgelbegleitung singt. Hier gilt es für die Sängerin, eine absolut saubere Intonation zu verifizieren. Carine Tinney gelingt das scheinbar mühelos. Ähnliches, auf weniger verfänglichem Niveau, lässt sich von den Kompositionen Max Regers sagen. Überhaupt überrascht die Sängerin immer wieder mit vibratoarmem Singen; das tut den Kompositionen ausgesprochen gut. Die Komposition Les Angélus op. 57 nimmt sie unaufgeregt. Es gibt nur wenige Aufnahmen dieses Werkes; so von Rachel Santesso. Sie geht einen anderen Weg als Carine Tinney. Ihre Darstellung ist flexibler. Beide Versionen haben ihr gutes Recht nebeneinander. Ein Höhepunkt ist die Komposition „Urlicht“ von Gustav Mahler. Der Organist setzt nicht nur seine Register stilvoll und angemessen ein; er verfügt dort, wo es die Komponisten vorschreiben, über eine stupende Virtuosität.

So könnte eine rundum gelungene CD zu loben sein, wenn nicht die englischsprachigen Kompositionen wären. Nach meinem Gusto erreichen sie nicht das Niveau der anderen Stücke, sondern verbreiten zum Teil eine gepflegte Langeweile. Es gibt bei ihnen nichts Neues, Ungehörtes zu entdecken. Auch da, wo der Sopran wagemutige Sprünge zu bewältigen hat und die Orgel lauter wird. Es ist allerdings zuzugestehen, dass andere Hörer vielleicht zu einem anderen Urteil kommen. Das Booklet verschweigt die wechselvolle Geschichte der Orgel, bietet hingegen Anmerkungen zu den Komponisten. Die Texte sind lediglich in ihrer Originalsprache abgedruckt. Für drei Sterne reicht es immerhin.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Dusk to Dawn: Carine Tinney, Martin Gregorius

Label:
Anzahl Medien:
Paschenrecords
1
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4250976100761
PR210076


Cover vergössern

Paschenrecords

Nachdem PASCHENrecords in den vergangenen Jahren von vielen Künstlern immer wieder Anfragen bezüglich einer Vermarktung ihrer Aufnahmen bekam, entschlossen wir uns im Sommer 2011, das Unternehmen neben der reinen Musik- und Audioproduktion um eine entscheidende Sparte zu erweitern - das Label PASCHENrecords.

Das Konzept war einfach wie auch logisch - die Liebe zur Musik und die Hingabe, die bisher in jede einzelne Produktion gesteckt wurde, sollte sich nun auch in dem Programm der PASCHENrecords-CDs widerspiegeln.

Durch die Vereinigung von Produktion und Vertrieb können die Künstler während des gesamten Aufnahme-Projektes von PASCHENrecords begleitet werden. Repertoire und Aufnahmeorte werden dabei ebenso gemeinsam geplant, wie die Booklet-Gestaltung und die anschließende Vervielfältigung und Vermarktung der CDs. So können sich die Künstler intensiv der inhaltlichen Arbeit, ihrer Musik, widmen.

PASCHENrecords arbeitet mit verschiedenen Vertriebspartnern zusammen und baut das bestehende Netzwerk stetig aus. So soll das gesamte Programm des Labels weltweit, über die Online-Verfügbarkeit hinaus, einem breiten Publikum präsentiert und zugänglich gemacht werden.

Unser Anliegen ist es, Künstlern aus vielen Bereichen der Musik eine Plattform zur Präsentation ihres Schaffens zu bieten. Namhafte Künstler, ebenso wie Nachwuchsmusiker bereichern das Repertoire des Labels, das von relativ bekannten oder bisher unbekannten Werken aus zahlreichen Epochen bis hin zu zeitgenössischer Musik, Jazz und Weltmusik reicht. Auf diese Weise bemüht sich PASCHENrecords sowohl Musiker als auch Musikliebhaber ein Stück auf "audiophile" Weise im eigentlichen Sinne zu begleiten.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Paschenrecords:

  • Zur Kritik... Im weiten Raum: Die Akustik der St. Paulikirche in Soest fordert Organist Simon Reichert, Gesangssolist Christopher Jung und der Aufnahmetechnik einiges ab. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Faszination saxophonischer Klangwelten: Das Raschèr Saxophone Quartet überzeugt mit Kompositionen der Jazzmusiker Steffen Schorn und Roger Hanschel. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Über die Liebe: Einen Erkundungsgang ins musikalische Mittelalter bietet das Ensemble Trobar e Cantar. Die Liebe ist das verbindende Thema. Weiter...
    (Gero Schreier, )
blättern

Alle Kritiken von Paschenrecords...

Weitere CD-Besprechungen von Diederich Lüken:

blättern

Alle Kritiken von Diederich Lüken...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2022) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich