> > > Carol of the Bells: The Sixteen, Harry Christophers
Sonntag, 26. Juni 2022

Carol of the Bells - The Sixteen, Harry Christophers

Ohne Schlacken


Label/Verlag: Coro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine rundum schöne Advents- und Weihnachtsplatte: Im besten Sinne zugänglich und stimmungsvoll, dabei von Gewicht und künstlerischer Substanz. Auch in dieser Saison kann es mit The Sixteen feierlich weihnachten.

Harry Christophers, Gründer und seit mehr als vier Jahrzehnten Leiter des herausragenden britischen Vokalensembles The Sixteen, beklagt in den einleitenden Worten zur aktuellen Weihnachtsplatte des Ensembles, die unter dem Titel ‚Carol of the Bells‘ beim ensembleeigenen Label Coro erschienen ist, dass in jüngerer Vergangenheit neue Arrangements gerade der klassischen Carols immer kunstvoller und komplizierter geworden seien. Folgerichtig hat er für das Programm der aktuellen Produktion einige der traditionellen Carols in den Versionen des 1928 veröffentlichten ‚Oxford Book of Carols‘ ausgewählt, dazu – in ästhetischer Korrespondenz gewissermaßen – Stimmen des 19. bis 21. Jahrhunderts versammelt, die im adventlich-weihnachtlichen Idiom eine je eigene, konzentrierte Aussagekraft entfalten. Für die älteren Stimmen stehen dabei Gustav Holst, Herbert Howells oder William Walton. Richard Rodney Bennett, Cecilia McDowell, Alan Bullard und vielleicht noch Jonathan Dove repräsentieren eine mittlere Generation, der als Repräsentanten der in den 1970er Jahren Geborenen Matthew Martin, Eric Whitacre, Joseph Phibbs oder James Burton folgen. Am Schluss steht ein Zyklus der berühmten O-Antiphonen, die der ungemein produktive und einflussreiche Bob Chilcott geschrieben hat. Diese knapp achtzigminütige Programmfolge bietet eine Fülle interessanter Begegnungen, die eint, dass sie nie eine Expression suchen, die jenseits der eigenen Idiomatik, der ausgeprägten kompositorischen Handschrift liegen würde: Alles gerät verständlich, dabei reich an Substanz und Inspiration.

Versatil

Man kann es sich leicht vorstellen: Dieses Programm ist für einen versatilen Kammerchor wie The Sixteen dankbar – lotet es doch von fröhlich bewegter Weihnachtsfreude bis zur klingenden, auch harmonisch sanft aufgefächerten Weite bei Howells oder Whitacre einen weiten Raum aus. Präzise Rhythmik ist also ebenso gefragt wie der lange Atem, die weit ausgreifende Linie. The Sixteen – auf der vorliegenden Platte sind es 18 – singen in gewohnt plastisch gebauten, klangstarken, dennoch flexiblen Registern. Etliche Vokalisten von solistischem Gewicht verleihen dem Geschehen Klasse und treten dennoch uneitel in den Gesamtklang zurück. Auch deshalb ist viel Klangdelikatesse zu erleben, die in diesem Repertoire reichen Ertrag bringt.

Intoniert wird ohne jedes Problem; viel geschmeidige, fein ausgehörte Einstimmigkeit beeindruckt. Ebenso wird üppige Akkordik lustvoll ausgekostet. In Sachen Tempi lotet Harry Christophers mit seinem Ensemble an Vielfalt alles aus, das geboten und möglich ist. Auch dynamisch ist der Geschehen vergleichbar variantenreich: Natürlich singen die Vokalisten lustvoll ihre reichen Möglichkeiten aus, sammeln sich aber auch zu allerdeutlichster Konzentration. Artikulatorisch ist zunächst die vibrierende, sprachinduzierte Energie auffallend; dazu sind es traumverloren schöne Linien, die das Bild prägen, zum Beispiel bei Herbert Howells, dessen ‚Long, long ago‘ ohnehin als Meisterwerk anzusprechen ist. Das Klangbild ist von luzider Größe geprägt, mit fein balancierten, immer wieder plastisch hervortretenden Registern.

Eine rundum schöne Advents- und Weihnachtsplatte: Im besten Sinne zugänglich und stimmungsvoll, dabei von Gewicht und künstlerischer Substanz. Auch in dieser Saison kann es mit The Sixteen feierlich weihnachten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Carol of the Bells: The Sixteen, Harry Christophers

Label:
Anzahl Medien:
Coro
1
Medium:
EAN:

CD
828021618826


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Coro

CORO is the lively and successful record label of Harry Christophers and The Sixteen. Formed in 2001 Coro has re-mastered, re-packaged and re-issued recordings of The Sixteen that were for a short time available on Collins Classics and now releases most of the ensemble?s new recordings. The label also features artists such as The Hilliard Ensemble, Elin Manahan Thomas and Sarah Connolly as well as a ?Live? series and young artists focus. It has recently launched the Acoustic World series of discs which epitomize CORO?s values of excellence of performance, authentic instruments, brilliance of sound and world class musicians.

Celebrated releases include Allegri?s Mierere, Tallis?s Spem in Alium and the complete Eton Choirbook Collection. More recently CORO has released brand new recordings by The Sixteen of Handel?s Coronation Anthems and Fauré?s Requiem with the Academy of St Martin in the Fields. The ensemble?s recording of Handel?s celebrated oratorio, Messiah, with an all-star soloist line-up: Carolyn Sampson, Catherine Wyn-Rogers, Mark Padmore and Christopher Purves, was awarded the prestigious MIDEM Classical Award 2009.

The Sixteen is recognised as one of the world?s greatest ensembles. Comprising both choir and period instrument orchestra, The Sixteen's total commitment to the music it performs is its greatest distinction. A special reputation for performing early English polyphony, masterpieces of the Renaissance, bringing fresh insights into Baroque and early Classical music and a diversity of twentieth-century music, is drawn from the passions of conductor and founder, Harry Christophers.

At home in the UK, The Sixteen are "The Voices of Classic FM", TV Media Partner with Sky Arts, and Associate Artists of Southbank Centre, London. The group promotes an annual series at the Queen Elizabeth Hall as well as The Choral Pilgrimage, a tour of our finest cathedrals bringing music back to the buildings for which it was written. The Sixteen has recently featured in the highly successful BBC Four television series, Sacred Music, presented by actor Simon Russell Beale.

The Sixteen tours throughout Europe, Japan, Australia and the Americas and has given regular performances at major concert halls and festivals worldwide, including the Barbican Centre - London, Bridgewater Hall - Manchester, Concertgebouw - Amsterdam, Sydney Opera House, Tokyo Opera City and Vienna Musikverein and also at the BBC Proms, the festivals of Granada, Lucerne, Istanbul, Prague and Salzburg.

Bringing together live concerts and recording plans has allowed The Sixteen to develop a glittering catalogue of releases, containing music from the Renaissance and Baroque through to great works of our time.


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