> > > Berners: The Triumph of Neptune: English Northern Philharmonia, Royal Ballet Sinfonia, David Lloyd-Jones
Mittwoch, 17. August 2022

Berners: The Triumph of Neptune - English Northern Philharmonia, Royal Ballet Sinfonia, David Lloyd-Jones

Very British


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Ballette von Lord Berners sind in der Einspielung durch David Lloyd-Jones ein Vergnügen.

Schon der Name klingt exzentrisch: Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, 14. Baron Berners. Tatsächlich war es der 1883 geborene englische Adlige auch im wahren Leben. So wird berichtet, dass er Tauben in seinem Ansitz Faringdon Manor bunt einfärbte, neben Freunden wie Stravinsky oder Dali auch mal ein Pferd zu seinen Teepartys einlud oder mit einer Schweinskopfmaske Auto fuhr, um Passanten zu erschrecken. Der Rolls Royce war übrigens mit einer Clavichord-Tastatur unter dem Vordersitz ausgestattet. Was auf seine wahre Profession verweist. Denn Lord Berners, wie er sich verkürzt nannte, war, obwohl ausgebildeter und auch tätiger Diplomat, durch und durch Künstler und machte sich als Maler, Dichter und vor allem als Komponist einen Namen. Neben einer Oper, Klavier- und Filmmusik schuf er fünf Ballette. Das gewichtigste von ihnen, 'The Triumph of Neptune' kreierte er 1926 für Sergei Dhiagilevs Balletts Russes, der Choreograph war George Balanchine, es tanzte die Primaballerina Alexandra Danilova.

Geistreich und skurril

Die Handlung dürfte ganz nach dem Geschmack Berners gewesen sein, strotzt sie doch vor Skurrilität. Mittels eines magischen Teleskops, aufgestellt auf der London Bridge, brechen ein Journalist und ein Seemann zu einer Expedition in ein Feenland auf. Was dort und auf der Erde passiert, steckt voller satirischer Seitenhiebe und endet mit der Zerstörung des Apparats durch einen betrunkenen Schneeball. Der Seemann aber heiratet Neptuns Tochter, aus Frust über die Untreue seiner irdischen Ehefrau. Geistreich, witzig und mit verfremdeten Zitaten angereichert, etwa von 'The Last Rose of Summer' und 'Rule Britannia', ist Berners Musik, die er selbst als Exkursion durch die Ballettgeschichte von Delibes über Tschaikowsky bis Stravinsky beschreibt.

'The Triumph of Neptune' ist das Zentralstück auf einem Album mit Werken von Lord Berners. Kombiniert wird es mit seinem kammermusikalischen Frühwerk 'L’uomo dai baffi', das er 1918 während eines Aufenthalts in Rom für eine italienische Marionetten-Truppe komponierte. Rausschmeißer sind die schwungvollen Klavierstücke 'Valses bourgeoises' und 'Polka' in Orchesterfassungen. Die Aufnahme, 1996 entstanden, ist eine Übernahme aus dem Marco-Polo-Katalog. Sie wird von David Lloyd-Jones, einem der versiertesten englischen Dirigenten und Spezialisten für Tonschöpfer seines Landes, dirigiert. Mit der English Northern Philharmonia und der Royal Ballet Sinfonia zieht er alle Register, um die Partitur spritzig und pointiert funkeln zu lassen. Ausgestattet ist die technisch einwandfreie Einspielung mit einem Einführungstext aus erster Hand. Verfasser ist der Berner-Kenner und Arrangeur Philip Lane.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Berners: The Triumph of Neptune: English Northern Philharmonia, Royal Ballet Sinfonia, David Lloyd-Jones

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313522224


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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