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Dienstag, 9. August 2022

Schubert: Symphonies No. 4 & 5 - B'Rock Orchestra, René Jacobs

Schubert trifft auf Caspar David Friedrich


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


René Jacobs setzt mit dem B’Rock Orchestra seinen Schubert-Zyklus beim Label Pentatone fort.

Das Packaging will scheinbar bewusst „popping“ rüberkommen wollen – mit einem Orchester, das sich „B’Rock Orchestra“ nennt, und mit einem riesigen „RJ“ auf dem Cover, was für René Jacobs steht. Diese Ausgabe von Schuberts Symphonien Nr. 4 in c-Moll und 5 in B-Dur ist Teil des Gesamtzyklus‘ beim Label Pentatone, produziert von Renaud Loranger. Auf weiteren Einzel-CDs liegen die Symphonien 1 und 6 sowie 2 und 3 bereits vor. Natürlich ist Jacobs ein energischer Dirigent, der Schubert sehr lebendig klingen und viele Instrumentationsdetails funkeln lässt, der eine fast tänzerische Leichtigkeit mit knalligen Akzenten zu verbinden weiß. All das ist für mein Empfinden wunderbar und wunderbar passend für Schubert.

Trotzdem habe ich mich mit dieser Aufnahme lange schwergetan. Aber ich hatte Mühe, meinen Finger auf die „wunde“ Stelle legen zu können, weswegen ich die Aufnahme am Anfang nicht gern gehört habe. Es liegt am Sounddesign. Der Klang des Orchesters ist extrem durchsichtig, die Mittelstimmen wirken besonders transparent. Dadurch fehlt diesem Schubert das Kompakte und auch „Klassische“, das etwa auf der alten Sawallisch-Aufnahme mit der Staatskapelle Dresden so besticht. Es ist eine Geschmacksfrage, wie man „seinen“ Schubert lieber hört. Denn selbstverständlich spricht viel dafür, diese beiden Symphonien klanglich auch anders aufzufächern und die Geschlossenheit des Klanges aufzubrechen.

Das B’Rock Orchestra „rockt“ nicht im Stil von typischen Alte-Musik-Ensembles, sondern ist einem vertrauten Symphonieorchesterklangideal angepasst, ohne die volle Symphonieorchesterwucht à la Staatskapelle Dresden zu liefern. Stattdessen bleibt alles kleiner dimensioniert und frisch bewegt. Und wie gesagt: mit erfrischenden Passagen, die ordentlich Drive haben, etwa das finale Allegro der „Tragischen“ 4. Symphonie. Mich persönlich hat dieser Sound nicht so vom Hocker gerissen wie Jacobs berühmte Mozart-Aufnahmen. Und an den Tutti-Stellen fehlt mir dann doch der „alte“ Sawallisch-Peng, der Schubert dramatischer wirken lässt. Und ihm mehr Kontur gibt.

Im Booklet erläutert René Jacobs ausführlich beide Symphonien, im Sinn einer Werkanalyse („Ein neues Sinfonienpaar"). Das ist fachkundig und spannend. Liest sich manchmal aber mehr wie ein musikwissenschaftlicher Aufsatz, statt wie ein CD-Begleitheft, das etwas zu dieser konkreten Aufnahme zu erzählen hat und neugierig auf diese macht.

Die Aufnahmen entstanden 2019 in Belgien (Symphonie Nr. 4) und 2020 im Haus der Musik in Innsbruck (Symphonie Nr. 5). Was genau Caspar David Friedrichs „Der Abend“ (1821) auf dem Cover zu suchen hat, verrät das Booklet nicht, eine besondere „Abendstimmung“ verbreiten die beiden Symphonien in dieser Einspielung nicht. Vielmehr sind sie durchpulst von Lebensfreude und Energie. Und wie eine frische Brise an einem Sommervormittag.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schubert: Symphonies No. 4 & 5: B'Rock Orchestra, René Jacobs

Label:
Anzahl Medien:
Pentatone Classics
1
Medium:
EAN:

CD
827949085666


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Schubert, Franz


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Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


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