> > > Franz Draeseke: String Quartets Vol.2: Constanze Quartett
Sonntag, 5. Dezember 2021

Franz Draeseke: String Quartets Vol.2 - Constanze Quartett

Jenseits von Beethovens Vorbild


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die zweite Folge der Streichquartette von Felix Draeseke rundet den Gesamtblick.

Im Zentrum der zweiten und letzten Folge der Draeseke-Streichquartette mit dem Constanze Quartett steht naturgemäß das dritte Streichquartett cis-Moll op. 66 von 1895, in dem der Komponist seiner Verehrung Beethovens hörbar Ausdruck verleiht. Das Werk ist fünfsätzig, mit dem langsamen Satz im Zentrum. Ob es sich tatsächlich, wie der Booklettext behauptet, bei Draesekes Streichquartette um ‚stilistische Unikate‘ handelt oder ob nicht jede Streichquartettkomposition ihren gleichberechtigten Beitrag zur Musikgeschichte geleistet hat, ließe sich diskutieren. Die Nähe des Op. 66 zu Beethovens späten Quartetten und dem Op. 131 im Besonderen ist unleugbar.

Das Constanze Quartett lässt dem Werk eine energiegeladene, brillante Wiedergabe angedeihen, eine vielleicht zu brillante – hörbar ist der Kammerton eher ins Virtuose angezogen, so dass die Intimität der Musik etwas in den Hintergrund gerät. Dabei ist das Stilverständnis der vier Musikerinnen stets unüberhörbar – etwa ihr Gebrauch des Portamento, dazu ihr feines Aufeinander-Hören und -Reagieren, das aber selbst dem 'Adagio non tanto, molto espressivo' nicht jene transzendente Dimension verleiht, die der Musik auch innewohnt und die bei einer weniger virtuos tarierten Wiedergabe auch zu ihrem Recht gekommen wäre. Umso charmanter gerät das folgende 'Intermezzo', das in ganz eigener Weise die Brücke zwischen Robert Schumann und Richard Strauss baut. Das Finale ist eine Tour de Force für alle Mitwirkenden, und musikalische Wahrhaftigkeit ist wichtiger als Klangschönheit. Eine interessante Perspektive auf die Beethoven-Rezeption der damaligen Zeit.

Klare Wiedergabe

Als Füller bieten Emeline Pierre und Irina Frisardi die 'Scene' op. 69 (1899) für Violine und Klavier – in der zweiten cpo-Aufnahme (die erste mit Matthias Wollong und Birgitta Wollenweber). Die Neueinspielung ist sowohl weniger rund im Violinklang als auch weniger dramatisch-durchpulst als die frühere (gekoppelt mit dem Hornquintett und dem Streichquintett). Die Produktion endet mit der späten Suite fis-Moll op. 86 für zwei Violinen aus dem Jahr 1911. Abermals fällt die offen-klare, fast scharfe Stimmung der Instrumente auf, so dass die Bemühungen um Intimität (nur gelegentlich getrübt durch etwas zu viel Vibrato) im Effekt gemindert werden. Dabei handelt es sich hier um wahrscheinlich die bedeutendste Komposition der CD, ein Werk, das im Repertoire von Violinduos einen steten Platz verdienen würde. Die Aufnahmetechnik des Deutschlandfunk Kultur unterstützt die Klarheit der Wiedergabe, der Booklettext hätte durch Verdichtung noch gewinnen können.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Franz Draeseke: String Quartets Vol.2: Constanze Quartett

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203535026


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Draeseke, Felix


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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