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Donnerstag, 6. Oktober 2022

Schubert, Franz - Complete Piano Trios Vol.2

Schuberts Geist noch nicht gefunden


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Bei Musikproduktion Dabringhaus und Grimm erscheint die Vol. 2 der kompletten Klaviertrios von Franz Schubert mit dem Vienna Piano Trio. Das sind Wolfgang Redik (Violine), Matthias Gredler (Violoncello) und Stefan Mendl (Klavier). Auf der zweiten Platte sind das B-Dur Klaviertrio D 898, das Adagio (‘Notturno’) D 897 und die Sonata D. 28
Das B-Dur Klaviertrio gehört zu den bekanntesten , aber auch schwierigsten Werken dieser Gattung. Leider fehlt wie auch schon in Vol. 1 der vollblütige Ton der Interpreten (z.B. Takt 248 ff.), und seltenst schwingt sich das Wiener Klaviertrio zu mehr als einem Forte auf, obwohl Schubert ab 297 ausdrücklich Fortissimo verlangt und ab Takt 305 sogar Forte-Fortissimo (fff). Die anschließende Entspannung fällt natürlich entsprechend müde aus.
Der zweite Satz ‘Andante un poco mosso’ ist bei den Streichern mit bemerkenswerter Intonationssicherheit dargeboten. Allerdings gibt es dynamisch ziemliche Ausschläge. Sforzati wie in Takt 63 oder 66 liebt das Wiener Klaviertrio sehr knallig herauszuschleudern, was fast zum Erschrecken des Hörers gereicht. Ist es so von den Musikern gewollt? Und ist es auch so vom Komponisten gemeint? Dass Schuberts Sforzati oftmals als Vibratoakzent von der linken Hand ausgeführt werden sollen, ist hier vollkommen unbekannt. Das Scherzo fassen die drei Herren als behäbigeren Tanz auf, obwohl es ein Allegro ist.
Hin und wieder unangenehm fällt der recht kratzige Klang der Streicher auf. Im Trio geht den dreien etwas die Lyrik ab. Wo bleibt hier die zauberhafte Stimmung und der Atem? Die Agogik ist teils einfach zu simpel angelegt und zu wenig pfiffig. Kümmerlich bis manierlich gerät das einleitende Violinsolo im Rondo/Allegro vivace. Oft spielt Wolfgang Redich einfach zu spitz, und das wirkt sich bei der heiklen Beschaffenheit des thematischen Materials mit seiner rhythmischen Simplizität nachteilig aus.

Auch im Adagio E-Dur D. 897 op. post. 148 spürt der Hörer nicht den Zauber, der in der Musik steckt. Vielleicht sollten es die Interpreten mal mit einem Live-Mitschnitt versuchen. Wer nicht versteht, was ich zum Ausdruck bringen will, sollte sich einmal die Nr. 5 aus der ‘Tibor Varga CD-Collection’ anhören. Der Altmeister hat dort mustergültig mit Schuberts Streichquintett den Geist des Wiener Komponisten konserviert. Ebenfalls empfehlenswert die neue Schubert-Produktion des Mandelring-Quartetts (audite). Da wird man fündig...

Im Moment ist das künstlerische Ergebnis beim Wiener Klaviertrio noch nicht zufriedenstellend. Das Klangbild der Aufnahme besticht allerdings durch Klarheit und Präzision. Dem Label MDG in Detmold sind daher schlagkräftigere Künstler zu wünschen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schubert, Franz: Complete Piano Trios Vol.2

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
MDG
1
01.08.2003
60:43
2002
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0760623116723
MDG 342 1167-2


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Schubert, Franz


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Interpret(en):Wiener Klaviertrio,


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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