> > > J.S.Bach: Sonatas for violin & harpsicord: Daniel Gaede, Raphael Alpermann
Sonntag, 19. September 2021

J.S.Bach: Sonatas for violin & harpsicord - Daniel Gaede, Raphael Alpermann

Zwei Instrumente musizieren im Trio


Label/Verlag: Tacet
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Gleichgewicht der Instrumente ist bei diesen Sonaten von Johann Sebastian Bach unerlässlich. Die Interpreten wissen es herzustellen.

Dass Johann Sebastian Bach neue Pfade für die Musik seiner Zeit freigelegt hat, wird besonders deutlich in seinen 'Sechs Trios für Clavier und die Violine', wie die Titelseite der Abschrift von Bachs Schüler und Schwiegersohn Johann Christoph Altnikol lautet. Das Klavier in heutigem Sinne stand zur Zeit der Komposition der Sonaten noch nicht zur Verfügung, sodass man hier davon ausgehen muss, dass das Cembalo gemeint ist. Man stolpert dabei über zwei Besonderheiten: dass das ‚Clavier zuerst genannt wird und dass es nicht drei Instrumente sind, wie man von einem Trio erwarten müsste, sondern nur zwei. Die beiden Phänomene hängen zusammen.

Das Tasteninstrument wird als erstes genannt, weil es ‚obligat‘ geführt wird, das heißt, es enthält eine selbständig geführte Stimme, die für das jeweilige Stück unentbehrlich ist. Das steht im Gegensatz zu Sonaten für Violine und Cembalo, in denen das Tasteninstrument nur eine begleitende Funktion hat, wie zum Beispiel bei den Violinsonaten von Corelli. Daraus ergibt sich der Sinn der Bezeichnung ‚Trio‘: Eine Stimme kommt von der Geige, eine weitere vom Cembalo und die dritte aus dem Bassregister des Cembalos, letztere vertritt den Generalbass (Basso continuo), der in größeren Instrumentalwerken von Tasteninstrument und Bassinstrument gebildet wird. Damit bekommt das Cembalo ein Gewicht, das es vorher nicht hatte. Der Weg zum Duo Violine-Klavier kommender Zeiten war geebnet.

Versiert

Diese Vorbemerkung ist nötig, um die vorliegende Aufnahme korrekt würdigen zu können. Denn dass Daniel Gaede ein hervorragender Geiger ist, der die technischen Ansprüche der Kompositionen mühelos beherrscht, bedarf kaum der Erwähnung. Auch beherrscht er das Spiel ohne Vibrato; er ist versiert in der barocken Spielpraxis. Wie er zum Beispiel in der ersten Sonate den Beginn wie aus dem Nichts kommend dem Cembaloklang hinzufügt, ist ebenso überzeugend wie berührend. Den Kontrast des ersten zum zweiten Satz in der vierten Sonate gestaltet er zwingend und überraschend. So könnte man Satz für Satz die Meriten des Geigers aufzählen. Dass dabei manche Abschattierung feiner kommen könnte, ist nur ein geringes Manko, vielleicht mehr dem Geschmack des Hörers als der Ausführung durch den Musiker geschuldet.

Bislang war nur vom Geiger die Rede, der Cembalist blieb nahezu unerwähnt. Das ist kein Zufall. Denn das Übergewicht der Geige gegenüber dem Cembalo ist zwar nicht mehr so eindeutig wie zum Beispiel bei Oistrach oder Kogan in den Vergleichsaufnahmen. Aber von der Ebenbürtigkeit des Cembalos zur Geige ist auch die vorliegende CD noch zu weit entfernt. Raphael Alpermann spielt seinen Part souverän, daran gibt es kaum etwas auszusetzen. Doch kann er das leichte Ungleichgewicht gegenüber der Geige nicht berichtigen. Möglicherweise liegt es auch an der ansonsten brillanten Aufnahmetechnik. Bei allen Vorzügen, die diese Aufnahme enthält, ist das doch eine Einschränkung, die der CD den fünften Stern raubt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    J.S.Bach: Sonatas for violin & harpsicord: Daniel Gaede, Raphael Alpermann

Label:
Anzahl Medien:
Tacet
2
Medium:
EAN:

CD
4009850025801


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Bach, Johann Sebastian


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Tacet

Das Wort TACET kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "er/sie/es schweigt". Es steht in den Noten, wenn ein Musiker für ein ganzes Stück nichts zu spielen hat. In einem solchen Fall steht in den Noten "TACET". Ein paradoxer Name für eine Plattenfirma?

Der Produzent des Labels, Andreas Spreer, liebt das Paradox. Im April 1989 gründete der Diplom-Tonmeister die Musikfirma TACET in Stuttgart/Germany. Seither produziert TACET Musik für höchste Ansprüche auf den verschiedensten Tonträgern (CD, LP, SACD, DVD-Audio, Blu-ray). Von Beginn an erhielten die Aufnahmen herausragende Rezensionen und höchste Auszeichnungen (u. a. mehrere Jahrespreise der deutschen Schallplattenkritik, Cannes Classical Award, Echo, Diapason d'or, Grammy-Nominierung und viele mehr; stöbern Sie ein wenig in den Kritiken auf den Produktseiten), aber was noch wichtiger ist, sie erfreuen sich größter Beliebtheit beim Publikum. Dabei ist noch kein Ende abzusehen: Die Zahl der TACET-Fans wächst immer weiter. Woher kommt dieser langandauernde große Erfolg?

Vielleicht liegt es daran: TACET arbeitet konsequent an der Synthese von zwei Ebenen, die häufig als sehr unterschiedlich oder sogar gegensätzlich angesehen werden: dem musikalischen Gehalt und der aufnahmetechnischen Qualität.

Als Begriff, der sowohl die musikalischen als auch die aufnahmetechnischen Vorzüge der TACET-Aufnahmen umfasst, bietet sich das Wort "Klang" an. Klang entsteht in einem Instrument, der Musiker bringt ihn daraus hervor, doch ob gewollt oder nicht - die nachfolgenden Apparaturen und Personen beeinflussen den Klang auch. Wenn alle Beteiligten, Musiker, Instrumente, Raum, Aufnahmegeräte und "Tonbearbeiter" gut zusammenpassen bzw. zusammenarbeiten, wächst in der Mitte zwischen ihnen wie von selbst etwas Neues empor, das dem Wesen einer Kompositon sehr nahe kommt. Davon handelt unser Slogan "Der TACET-Klang - sinnlich und subtil".

"This is one of the best sounding records you'll ever hear" schrieb das US-Magazin "Fanfare" über die TACET-LP L207 "oreloB". György Ligeti äußerte über die Kunst der Fuge "... doch wenn ich nur ein Werk auf die "einsame Insel" mitnehmen darf, so wähle ich Koroliovs Bach, denn diese Platte würde ich, einsam verhungernd und verdurstend, doch bis zum letzten Atemzug immer wieder hören.". "Entscheidend aber ist die Gemeinsamkeit des Geistes. Die Auryn-Leute beseelt die gleiche Kunstgesinnung..." (Rheinische Post). Stöbern Sie ein wenig in den Kritiken auf den Produktseiten oder noch besser hören Sie sich TACET-Aufnahmen an und überprüfen, was die Kritiker schreiben.

Bei uns darf Musik all das anrühren und ausdrücken, was das Leben ausmacht. Sie erlaubt dem Hörer Gefühle zu empfinden, ohne sentimental zu werden. Sie kann witzig sein und zum Lachen bringen. Sie kann auf ehrliche Weise "romantisch" sein, ohne den Hörer in einen Kaufhausmief von Wohlfühlklängen zu versenken. Sie darf in unendlichen Variationen geistreich sein. Sie darf zum Denken und zum Erkennen anregen, ohne musikalische Vorbildung zu erfordern. Sie darf effektvoll sein und um die Ohren fliegen, wenn es dem Wesen der Werke entspricht. Sie kann Revolutionen im Kopf auslösen, ohne ein einziges Wort. Sie kann widersprechen und korrigieren. Musik kann Verzweiflung wecken, aber auch trösten. Und und und. Die vollständige Liste wäre endlos.

Der TACET-Inhaber und -Gründer Andreas Spreer erhielt u. a. die Ehrenurkunde des Preises der deutschen Schallplattenkritik.


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