> > > Cimarosa: Il Matrimonio Segreto: Academia Montis Regalis, Alessandro de Marchi
Sonntag, 19. September 2021

Cimarosa: Il Matrimonio Segreto - Academia Montis Regalis, Alessandro de Marchi

Der Kaiser amüsiert sich


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Alessandro De Marchis Neueinspielung von Domenico Cimarosas 'Il matrimonio segreto' ist ein starkes Plädoyer für die ungekürzte Oper.

Der Habsburger Kaiser Leopold II. war begeistert. Kurz nach der Premiere von Domenico Cimarosas 'Il matrimonio segreto' 1792 in Wien ließ er die von ihm in Auftrag gegebene Oper bei der Zweitaufführung komplett nochmal einmal spielen, unterbrochen nur von einem festlichen Souper – ein einzigartiger Vorgang in der Musikgeschichte. So weit ging es 2016 bei den Vorstellungen im Rahmen der Innsbrucker Festwochen für Alte Musik nicht, doch das Publikum amüsierte sich auch dort ganz prächtig. Das jedenfalls ist der Eindruck beim Hören des gerade bei cpo erschienenen Livemitschnitts, der auch am Lautsprecher viel Vergnügen bereitet. 

'Il matrimonio segreto' gehörte im 19. Jahrhundert europaweit zu den beliebtesten Buffa-Opern und ist das einzige Werk des 1749 bei Neapel geborenen Cimarosa (damals einer der führenden Opernkomponisten und ein Vielschreiber dazu), das sich bis heute im Repertoire gehalten hat. Es handelt von den Konfusionen, die die besagte heimliche Ehe zwischen der Kaufmannstochter Carolina und dem Angestellten Paolino in der Familie der Braut auslöst. Vater Geronimo will sie aus Standesgründen an den Grafen Robinson verheiraten, die zweite Tochter Elisabetta möchte den Adligen für sich gewinnen und die altjüngferliche Tante Fidalma hat es auf Paolino abgesehen.

Am Ende bekommt das Ehepaar den väterlichen Segen, Robinson und Elisabetta gehen eine Vernunftsheirat ein und Fidalma bleibt alleine. Die Komödie bietet liebenswerte Unterhaltung mit viel Situationskomik, dabei zeigt sie Menschen aus Fleisch und Blut mit ihren Schwächen und Vorzügen. Anmut, Harmonie und Unbeschwertheit, diese Eigenschaften besitzt Cimarosas Musik: sowohl die teils reich verzierten Arien, die die jeweiligen Gemütslagen charakterisieren als auch die quirligen Ensembles.

Kurzweilig

Alessandro De Marchi kehrte mit der Produktion von 'Il matrimonio segreto' quasi zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. Als junger Korrepetitor studierte er die Oper 1994 an der Berliner Staatsoper ein. Als Intendant der Innsbrucker Festwochen nahm er sie sich erneut vor und brachte sie diesmal ungekürzt und im Originalklang mit historischen Instrumenten auf die Bühne. Über drei Stunden dauert sie nun und ist kurzweilig über die gesamte Zeit hinweg. Denn De Marchi lässt stilgerecht und beschwingt musizieren und kann sich dabei auf die geschliffen aufspielende Academia Montis Regalis stützen.

Das Gesangssextett ist in allen Rollen typengerecht besetzt. Mit jugendfrischen Sopranen und stimmlicher Agilität bezaubern Giulia Semenzato und Klara Ek als Schwestern. Loriana Castellano sehnt sich mit Mezzofülle nach einem Mann, bei dem von ihr angeschmachteten Paolino Jesús Álvarez könnte man sich nur etwas mehr Tenorschmelz vorstellen. Mit Donato Di Stefano als Geronimo und Renato Girolami als Robinson treffen zwei gestandene Buffos aufeinander, die nicht nur in ihrem Duett vokale Pointen zu setzen wissen. Das Booklet enthält nicht nur Informationen zu Stück und Mitwirkenden, sondern auch das Libretto in drei Sprachen und als Bonbon zahlreiche Fotos der Aufführung.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Cimarosa: Il Matrimonio Segreto: Academia Montis Regalis, Alessandro de Marchi

Label:
Anzahl Medien:
cpo
2
Medium:
EAN:

CD
761203529520


Cover vergössern

Cimarosa, Domenico


Cover vergössern

cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag cpo:

blättern

Alle Kritiken von cpo...

Weitere CD-Besprechungen von Karin Coper:

  • Zur Kritik... Milchmädchenrechnung : Die CD-Premiere von Egidio Dunis 'Les Deux Chasseurs et La Laitière' macht mit einer frühen Opéra comique bekannt. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Schaurig schön: Diese Einspielung setzt die Wiederentdeckung des Melodrams durch Peter P. Pachl fort. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Die Schöne und der Wolf : Der Dirigent John Wilson lässt mit der Sinfonia of London Orchesterwerke von Henri Dutilleux in schönstem Glanz erstrahlen. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle Kritiken von Karin Coper...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

blättern

Alle CD-Kritiken...

RHPP70

Anzeige

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2021) herunterladen (3400 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Henri Bertini: Nonetto op.107 in D major - Final - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich