> > > Mendelssohn-Bartholdy: The Complete String Symphonies: Münchner Rundfunkorchester, Henry Raudales
Dienstag, 5. Dezember 2023

Mendelssohn-Bartholdy: The Complete String Symphonies - Münchner Rundfunkorchester, Henry Raudales

Jugendliche Größe in der Musik


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Henry Raudales und das Münchner Rundfunkorchester brillieren mit Mendelssohns sämtlichen Streichersymphonien.

Wer den lange verloren geglaubten zwölf Streichersymphonien Mendelssohns (wieder)begegnet, wird beim aktiven Hören der vorliegenden Einspielung wohl nur schwer aus dem Staunen über die Leistungen des damals gerade einmal 12 bzw. 13-jährigen Komponisten kommen. Mit welcher stilistischen wie handwerklichen Sicherheit des kompositorischen Zugriffs hier die Gattung im kleinen bis mittelgroßen Rahmen bedient wird, lässt sich weiterhin wohl nur mit Begriffen wie „Wunder“, „Genie“ oder „Ausnahme“ sprachlich-kategorial erfassen.

Dass dies Urteil nach einer entsprechend interpretativen Darbietung verlangt, beweist die 2020 beim Label BR-Klassik erschienene Gesamtaufnahme der Symphonien mit dem Münchener Rundfunkorchester unter Leitung ihres Ersten Konzertmeisters Henry Raudales. Die Einspielung, welche auch Mendelssohns frühes Violinkonzert in d-Moll mit Raudales als Solisten enthält, besticht interpretatorisch vornehmlich durch die Verve, Spielfreude und Akkuratesse, mit der die Musiker den Jugendwerken begegnen. Das alles ist spieltechnisch wie formal ausgestaltend auf höchstem Niveau, was nicht zuletzt durch eine hervorragende Klangqualität unterstützt wird.

Was die Aufnahme zudem besonders macht, ist, dass man an ihr wunderbar die kompositorischen Entwicklungsschritte des frühen Mendelssohn nachvollziehen kann. Diese ursprünglich ja gar nicht für eine Veröffentlichung gedachten, sondern allein für privat-halböffentliche Aufführungen im Mendelssohn’schen Wohnhaus verwendeten Werke zeichnen eindrucksvolle Lösungen unterschiedlichster Probleme des symphonischen Gattungsformats nach. Es scheint, dass es den Musikern der Aufnahme ebenfalls hierauf ankam, was zu einer spannungsreichen Entdeckungsreise des jungen Komponisten Mendelssohn führt, für die zu danken ist.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mendelssohn-Bartholdy: The Complete String Symphonies: Münchner Rundfunkorchester, Henry Raudales

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
3
11.06.2021
208:08
2020
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
4035719003376
900337

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Mendelssohn Bartholdy, Felix


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"FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY SYMPHONIEN FÜR STREICHER Nr. 1–12, SYMPHONIESATZ Nr. 13 & VIOLINKONZERT d-Moll Der Vorliebe seines Vaters, sonntagsmorgens in der Berliner Wohnung der Familie musikalische Konzerte zu veranstalten, war es zu verdanken, dass sich der elfjährige Felix Mendelssohn an die Komposition einer umfangreicheren Serie an Symphonien für Streicher machte und dass diese auch erste Aufführungen erfuhren. Der Musik- und Kompositionsunterricht spornte ihn ungemein an; sein Fleiß wie seine jugendliche Kreativität entwickelten sich früh und machten erstaunliche Fortschritte. 1821 (vor genau 200 Jahren) schuf er die erste Hälfte der innerhalb von knapp zwei Jahren entstehenden Streichersymphonien. Bei den Aufführungen im Rahmen der Hauskonzerte übernahm er selbst die Leitung des Kammerorchesters, das sich aus Laien und aus Berufsmusikern der Berliner Hofkapelle zusammensetzte. Form und Besetzung der ersten sechs seiner insgesamt zwölf Symphonien verdanken sich dem Vorbild von Carl Philipp Emanuel Bachs „Hamburger Symphonien“: sie sind dreisätzig (im Unterschied zur Viersätzigkeit, die später symphonische Norm werden sollte) und allein für Streichinstrumente besetzt. Um Stilkopien handelt es sich höchstens ansatzweise; meist experimentierte Mendelssohn aber recht frei mit den gewählten Modellen. Ab der siebten Symphonie, der erste viersätzigen, nehmen Selbständigkeit und Reife zu – sie streben immer stärker zu den späteren „großen“ Symphonien Mendelssohns hin. Etwa zur gleichen Zeit – um 1821/22 – komponierte der 13jährige für seinen Geigenlehrer und engen Freund Eduard Rietz ein erstes Konzert für Violine und Streichorchester, das dieser bei den „Sonntagsmusiken” im Hause Mendelssohn gespielt haben dürfte. Es verdankt sich formal den Konzerten Johann Sebastian Bachs, klingt aber eindeutig nach Mendelssohn. Seit die lange verloren geglaubten Handschriften wiederentdeckt werden konnten, haben sich die Jugendwerke Mendelssohns zu einem festen Bestandteil des Repertoires von Streich- und Kammerorchestern entwickelt. Aus der jugendlichen Frische und Unbekümmertheit der Werke lassen sich bereits Anklänge an die alsbald folgenden instrumentalen Meisterwerke des bedeutenden Symphonikers der Frühromantik heraushören. Die CD-Box von BR-KLASSIK versammelt Mendelssohns zwölf Symphonien für Streicher, den Symphoniesatz c-Moll (Nr. 13) sowie sein frühes Violinkonzert d-Moll in Studioaufnahmen des Münchner Rundfunkorchesters unter Leitung seines Ersten Konzertmeisters Henry Raudales, eines wiederholt ausgezeichneten Geigers, der zahlreiche Aufnahmen als Dirigent und Solist mit dem Klangkörper eingespielt hat. (Das Violinkonzert und die Symphonien Nr. 1–6 sind zuvor bereits separat vorgelegt worden.) "


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BR-Klassik

BR-KLASSIK, das Label des Bayerischen Rundfunks (BR), veröffentlicht herausragende Live-Konzerte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (BRSO), des Chors des Bayerischen Rundfunks, des Münchner Rundfunkorchesters sowie der Konzertreihe musica viva. Dabei ist es ein wesentliches Ziel des Senders, über seine Radio- und TV-Programme hinaus auch digital sowie via CD und DVD allen Musikfreunden weltweit Zugang zu besonderen Aufnahmen zu bieten und auf diese Weise auch jenes Publikum zu erreichen, welches keine Möglichkeit hat, die Konzerte der internationalen Tourneen selbst vor Ort live zu erleben.

Neben den jeweiligen Chefdirigenten wie beispielsweise Mariss Jansons oder Sir Simon Rattle finden sich großartige Künstlerpersönlichkeiten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink und viele andere mehr.

Die Reihe BR-KLASSIK WISSEN liefert unterhaltsame und kurzweilige Hörbiografien von Jörg Handstein mit vielen Hintergrundinformationen und Musikbeispielen auf jeweils 4 CDs, erzählt von Udo Wachtveitl sowie spannende Werkeinführungen in bedeutende Kompositionen der Musikgeschichte.

Durch die Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE werden historische Aufnahmen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wieder verfügbar. Beispielsweise die legendäre Aufführung des Verdi-Requiems unter der Leitung Ricardo Mutis mit Jessye Norman, Agnes Baltsa, José Carreras und Jewgenij Nesterenko und dem Chor des BR im Jahr 1981 oder etwa denkwürdige Konzertabende mit der Pianistin Martha Argerich: 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr.1 unter Seiji Ozawa.

Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 200 Aufnahmen und hat bereits mehr als 50 renommierte und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, den Diapason d’or, den BBC Music Magazine Award und den ICMA.

BR-KLASSIK wird weltweit durch NAXOS vertrieben. Selbstverständlich gehören hierzu auch digitale Portale wie Spotify, Apple, amazon u.v.a.. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK. 


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