> > > C.P.E.Bach: The solo keyboard music: Miklos Spanyi, Cembalo
Sonntag, 2. Oktober 2022

C.P.E.Bach: The solo keyboard music - Miklos Spanyi, Cembalo

Konzentration und Anspruch


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Neues von Carl Philipp Emanuel Bach.

Miklós Spányi hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, deren er habhaft werden kann, einzuspielen. Ein gewaltiges Unterfangen, das sich mittlerweile der Vollendung nähert. Wie seriös Miklós Spányis Gesamtaufnahme aller Werke für Tasteninstrumente zu werden verspricht, darüber muss man angesichts der nun vorliegenden über 40 Tonträgern nicht mehr diskutieren. Auf der vorliegenden CDs geht es ans Eingemachte, an die Randbereiche des kompositorischen Schaffens von C. P. E. Bach, um Transkriptionen orchestraler Musik für Tasteninstrumente.

Gründe für eine Transkription orchestraler Werke

Vor der Erfindung brauchbarer auditiver Technik war die Bearbeitung von Orchesterwerken für kammermusikalische Besetzung oder Soloinstrument ein gängiges Verfahren der Aufführungspraxis, umso mehr, da sich das moderne Konzertwesen erst in den Anfängen befand, gab es auch keine normierten Orchester. Ein Interpret war also aufgefordert, die Werke, die zur Aufführung kommen sollten, für die vorhandenen Möglichkeiten einzurichten. Das fügte jedem Konzert einen durchaus reizvollen Aspekt hinzu, der leider heute zumeist verloren gegangen ist. Aber auch eine solche Bearbeitung zu hören, war oft schwierig, da es wenig öffentliche Konzerthäuser gab. Erschwert wurde das Ganze durch die damaligen Verkehrsverbindungen. Mit der Kutsche von Oldenburg nach Wilhelmshaven zu fahren, das wollte wohl überlegt sein, obwohl zu Beginn des 19. Jahrhunderts Schnellpostkutschen das Reisen revolutionierten. In der „Zeitschrift für Reisen und Reisende“ jubiliert der Reporter damals, die Geschwindigkeit der Eilpostwagen sei unerhört: „Man fliegt fast vorwärts“. Konkret hieß dies, dass man für 60 km rund 7 Stunden benötigte. So ist es zu verstehen, dass Anton Bruckner erst im Alter von ca. 30 Jahren einen ersten Höreindruck eines Sinfonieorchesters erleben konnte. Wenn man bedenkt, dass erst 1934 die erste kommerzielle Gesamtaufnahme einer Mozart-Oper erhältlich war, so kann man erahnen, wie luxuriös es heute Musikliebhaber haben.

Bearbeitungen waren zur Zeit Bachs somit in der Tat nichts Besonderes, stellten sie doch oft die einzige Möglichkeit für Musikliebhaber dar, sich mit einem Werk durch häusliches Musizieren vertraut zu machen. Manches hiervon wirkt heute etwas skurril, wie zum Beispiel eine Einrichtung von Joseph Haydns 'Schöpfung' für Flöte solo. Aber vor dem Hintergrund, dass sämtliche uns heute bekannten und vertrauten Möglichkeiten, überall Musik hören zu können, nicht vorhanden waren, so gab es nur als Alternativlösung, auf das verfügbare Instrumentarium zurückzugreifen. Die Bearbeitung symphonischer Werke für Kammerensemble gerieten in dem Maße in Vergessenheit, in dem sich das Musikleben derart entwickelte, dass auch außerhalb der Metropolen Kompositionen in ihrer orchestralen Originalgestalt aufgeführt werden konnten. Im 20. Jahrhundert, als Werktreue einerseits und technische Medien andererseits auf den Plan traten, verbannte man solche Transkriptionen völlig zu Unrecht gänzlich auf den Dachboden der Musikgeschichte, haben sie doch unbestreitbar oft einen künstlerischen Wert. Arnold Schönberg verstand das Transkribieren, Arrangieren von eigenen Werken und die anderer Komponisten als Kunst, die dem Komponieren fast gleichgesetzt wurde, auch Franz Liszts virtuose Bearbeitungen sind in diesem Kontext zu verstehen.

Miklós Spányi hat auch bei dieser Einspielung der vorliegenden Bearbeitungen seine Hausaufgaben gemacht und musiziert so souverän und überzeugend, wie man es von ihm bisher gewohnt ist. Auf dem Tonträger sind zahlreiche kleinere Tänze zu hören (insgesamt 18!), die vor allem für Sammler von Bedeutung sein dürften. Herausragend aus diesem Sammelsurium sind die Einspielungen der beiden Sinfonien in e-Moll, Wq 12/3, D-Dur Wq, 176. Beim Concerto für Klavier in F-Dur, H.242 (Wq deest.) ist nicht eindeutig nachzuweisen, ob die hier eingespielte Fassung die Originalfassung ist und die Orchesterfassung die Bearbeitung. Spieltechnisch und interpretatorisch bewegt sich dieser Tonträger auf dem bisher bekannten hohen Niveau.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    C.P.E.Bach: The solo keyboard music: Miklos Spanyi, Cembalo

Label:
Anzahl Medien:
BIS Records
1
Medium:
EAN:

CD
7318590023877


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Bach, Carl Philipp Emanuel


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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