> > > Good night, beloved: The Sixteen, Harry Christophers
Sonntag, 1. August 2021

Good night, beloved - The Sixteen, Harry Christophers

Nahezu perfekt, wie immer


Label/Verlag: Coro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der englische Chor The Sixteen unter Harry Christophers hat sich von Corona nicht abhalten lassen, eine Platte mit überwiegend getragener englischer Chormusik aufzunehmen.

Ausgerechnet das Werk eines Nicht-Briten und zudem des wohl unbekanntesten Komponisten gibt dieser Auswahl englischer Chormusik den Titel: 'Good Night, Beloved' heißt das neue Album von The Sixteen unter Harry Christophers, benannt nach einem Stück des Italieners Ciro Pinsuti. Das ist noch in anderer Hinsicht eigentlich untypisch für dieses Programm, denn es ist außerdem das einzige Werk des 19. Jahrhunderts. Immerhin verbrachte Pinsuti sein schöpferisches Leben zum großen Teil in London, wo er als Gesangslehrer tätig war. Und immerhin stammt der Text zu 'Good Night, Beloved' von einem waschechten britischen Champion, nämlich von Henry Wadsworth Longfellow.

Harry Christophers hat mit seinem Chor, den er vor über 40 Jahren gründete und seither leitet, ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das sehr unterschiedliche Elemente zusammenbringt. Vier der 14 Stücke sind geistlich, dennoch machen sie fast die Hälfte der Spieldauer dieser neuen Platte aus. Zwei größere Stücke des frühen 20. Jahrhunderts rahmen das Programm: 'Vox dicentes' von Edward Naylor und 'Mater ora filium' von Arnold Bax, während 'Children are a heritage of the Lord' von James MacMillian und 'Whisper him my name' von Will Todd als Auftragswerke für The Sixteen aus dem frühen 21. Jahrhundert stammen. Noch neuer als diese 2011 bzw. 2016 entstandenen Werke ist 'Eriskay Love Lilt' von Roderick Williams, das erst 2020 für The Sixteen geschrieben wurde. Neben Bob Chilcotts Version des beliebten 'Londonderry Air' ist es das einzige Stück der Platte mit dezenter, vielleicht etwas kitschiger Klavierbegleitung.

Experimentelle Werke finden sich nicht in diesem Programm, auch die Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts bedienen sich einer ausgesprochen wohlklingenden und opulenten Tonsprache. Neben den genannten Werken gehören noch Peter Maxwell Davies’ 'Lullaby for Lucy', Eric Whitacres 'Sleep' und Charles Villiers Stanfords 'Blue Bird' dazu, wobei die letzteren beiden Werke momentan zu den wohl beliebtesten Chor-Highlights gehören.

Warmer Klang

Klangtechnisch ist die Aufnahme, die im Oktober letzten Jahres in der Londoner Kirche St. Augustine entstand, sehr gelungen: Der Chorklang wirkt durch nicht zu viel natürlichen Hall sehr angenehm, durch klare Konsonanten ist der Text mühelos verständlich. Dieser transparente Klang lässt den Chor also glänzen, und The Sixteen klingen auf dieser Platte, wie immer, nahezu perfekt. Die Intonation ist ebenso vorbildlich wie die Balance der Stimmen und die absolut synchrone Artikulation. Der Chor pflegt dabei seinen warmen und durchaus expressiven Klang, gestalterisch allerdings herrscht oft eine gewisse Zurückhaltung und dynamische Extreme werden eher vermieden. In Verbindung mit flüssigen Tempi kommen emotionale Höhepunkte daher teilweise nur bedingt zur Geltung, stellvertretend dafür sei Whitacres 'Sleep' genannt.

Diese Zurückhaltung ist allerdings nicht zu finden in den vier älteren Stücken für Männerstimmen, die als willkommener Kontrast in dieses sonst durchweg getragene Programm eingestreut sind: 'Giles Jolt' des Barockkomponisten William Hayes und drei Renaissance-Madrigale von William Cornysh. Besonders 'Hoyda, hoyda, jolly rutterkin' wird, seinem derben Text angemessen, doch recht rustikal interpretiert.

The Sixteen treten hier mit etwas mehr als sechzehn Stimmen an, bleiben aber bei teilweise mehrfacher Teilung innerhalb einer Stimmgruppe dennoch im Bereich der kleinen Besetzung. Im Alt, bei britischen Chören ja zuweilen nur mit Männerstimmen besetzt, singen hier sowohl Frauen als auch Männer. Das Beiheft informiert über jedes einzelne Stück, enthält alle vertonten Texte sowie einführende Worte von Harry Christophers, allerdings alles nur auf Englisch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Good night, beloved: The Sixteen, Harry Christophers

Label:
Anzahl Medien:
Coro
1
Medium:
EAN:

CD
828021618420


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Coro

CORO is the lively and successful record label of Harry Christophers and The Sixteen. Formed in 2001 Coro has re-mastered, re-packaged and re-issued recordings of The Sixteen that were for a short time available on Collins Classics and now releases most of the ensemble?s new recordings. The label also features artists such as The Hilliard Ensemble, Elin Manahan Thomas and Sarah Connolly as well as a ?Live? series and young artists focus. It has recently launched the Acoustic World series of discs which epitomize CORO?s values of excellence of performance, authentic instruments, brilliance of sound and world class musicians.

Celebrated releases include Allegri?s Mierere, Tallis?s Spem in Alium and the complete Eton Choirbook Collection. More recently CORO has released brand new recordings by The Sixteen of Handel?s Coronation Anthems and Fauré?s Requiem with the Academy of St Martin in the Fields. The ensemble?s recording of Handel?s celebrated oratorio, Messiah, with an all-star soloist line-up: Carolyn Sampson, Catherine Wyn-Rogers, Mark Padmore and Christopher Purves, was awarded the prestigious MIDEM Classical Award 2009.

The Sixteen is recognised as one of the world?s greatest ensembles. Comprising both choir and period instrument orchestra, The Sixteen's total commitment to the music it performs is its greatest distinction. A special reputation for performing early English polyphony, masterpieces of the Renaissance, bringing fresh insights into Baroque and early Classical music and a diversity of twentieth-century music, is drawn from the passions of conductor and founder, Harry Christophers.

At home in the UK, The Sixteen are "The Voices of Classic FM", TV Media Partner with Sky Arts, and Associate Artists of Southbank Centre, London. The group promotes an annual series at the Queen Elizabeth Hall as well as The Choral Pilgrimage, a tour of our finest cathedrals bringing music back to the buildings for which it was written. The Sixteen has recently featured in the highly successful BBC Four television series, Sacred Music, presented by actor Simon Russell Beale.

The Sixteen tours throughout Europe, Japan, Australia and the Americas and has given regular performances at major concert halls and festivals worldwide, including the Barbican Centre - London, Bridgewater Hall - Manchester, Concertgebouw - Amsterdam, Sydney Opera House, Tokyo Opera City and Vienna Musikverein and also at the BBC Proms, the festivals of Granada, Lucerne, Istanbul, Prague and Salzburg.

Bringing together live concerts and recording plans has allowed The Sixteen to develop a glittering catalogue of releases, containing music from the Renaissance and Baroque through to great works of our time.


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