> > > Schöne strahlende Welt: Peter Schreier, Rundfunkorchester Berlin, Robert Hanell
Dienstag, 19. Oktober 2021

Schöne strahlende Welt - Peter Schreier, Rundfunkorchester Berlin, Robert Hanell

Tenorhits im orchestralen Luxusgewand


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Peter Schreier zeigt sich auf dem erstmals digitalisierten Album 'Schöne strahlende Welt' von ungewohnter Seite und begibt sich in die Welt der leichten Muse.

Kaum ein Tenor von Rang und Namen gönnt sich nicht ab und zu einen Ausflug in populäre Gefilde. Peter Schreier machte da keine Ausnahme. 1976 sang er im Zenit seiner Karriere für die DDR-Firma Eterna die LP 'Schöne strahlende Welt' ein, die jüngst erstmals auf CD herausgekommen ist, ergänzt um einige Nummern aus der zweiten, kurz danach erschienenen Unterhaltungsplatte mit dem Titel 'O sole mio'. Versammelt sind jede Menge Schmankerln: Schmonzetten, wie die Chopin-Bearbeitung 'In mir klingt ein Lied', Filmschlager, wie 'Heute Nacht oder nie', Operettenarien von Kálmán und Stolz sowie Schlager wie 'Granada' oder das 'Chianti-Lied'.

Mit diesem Repertoire bringt man Peter Schreier normalerweise nicht in Verbindung. Denn die eigentliche Domäne des ehemaligen Dresdner Kreuzchorknaben, der von der Berliner Staatsoper aus seine internationale Karriere startete und zum Aushängeschild der DDR wurde, waren die Oratorien Bachs, Mozartopern, geistliche Musik und das deutsche Lied. Diese stilistische Basis kann der Tenor nicht immer verleugnen. Manches klingt gepflegter, als denkbar wäre, aber das Schmachten, der Belcantoschmelz oder das Ausstellen der Mittel waren seine Sache sowieso nicht. Vom Temperament her war er eben nie ein stimmlicher Herzensbrecher wie Fritz Wunderlich oder noch früher Richard Tauber.

Musikalisches Breitwandkino

Und doch birgt das Album seinen eigenen Reiz. Denn der Wohlklang des Tenors steht außer Frage, die Spitzentöne sind bestens platziert, die Artikulation ist durchweg vorbildlich und der Ausdruck immer geschmackvoll. Eingebettet sind die Nummern in einen Luxussound. Gerhard Kneifel hat sie als musikalisches Breitwandkino mit instrumentalen Effekten aller Art arrangiert. Er lässt orchestral auffahren, was nur möglich ist: eine Steilvorlage für das große Rundfunkorchester Berlin, das natürlich vom damaligen Chef Robert Hanell persönlich dirigiert wird und prächtig aufspielt.

Was allerdings die Ausstattung des Albums betrifft, so existiert sie schlichtweg nicht. Übernommen wurde die Originalaufmachung, einschließlich einiger Fotos von den Aufnahmesitzungen, doch auf jede Information zum Sänger, den anderen Mitwirkenden und den Titeln wurde verzichtet. Anscheinend steht der Name Peter Schreier nach Meinung der Verantwortlichen des Labels Berlin Classics für sich selber, vorstellen braucht man ihn nicht. Dennoch: Innerhalb der umfangreichen Diskographie des Tenors ist 'Schöne strahlende Welt' ein Solitär und gerade deswegen ist das Album zu empfehlen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Schöne strahlende Welt: Peter Schreier, Rundfunkorchester Berlin, Robert Hanell

Label:
Anzahl Medien:
Berlin Classics
1
Medium:
EAN:
CD
885470017464

Cover vergössern

Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Berlin Classics:

  • Zur Kritik... Orgel-Werbung: Als unverzichtbares Plädoyer für französische Orgelmusik ist diese CD nur sekundär geeignet. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Ein Himmel voller Geigen: Das Concerto Köln ist mit barocken Concerti in seinem Element. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Mit Charme und Substanz: Pianist Matthias Kirschnereit und das HR-Sinfonieorchester brillieren mit Klavierwerken von Johann Nepomuk Hummel, Carl Maria von Weber und Felix Mendelssohn Bartholdy. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
blättern

Alle Kritiken von Berlin Classics...

Weitere CD-Besprechungen von Karin Coper:

  • Zur Kritik... Höllenritt und Frühlingswinde: Der Dirigent Jean-Luc Tingaud macht sich für Tondichtungen von César Franck stark. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Wider das Verstummen : Jan Michael Horstmann setzt sich mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck für Orchesterwerke verfemter Komponistinnen und Komponisten ein. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Milchmädchenrechnung : Die CD-Premiere von Egidio Dunis 'Les Deux Chasseurs et La Laitière' macht mit einer frühen Opéra comique bekannt. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle Kritiken von Karin Coper...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Aufbrechende Farben und Klänge: Aus dem Schattendasein ans Licht führen Patricia Kopatchinskaja und die Camerata Bern folkloristisch intendierte Kunstmusik. So gelingt ein Klangabenteuer zwischen Vergangenheit und Moderne. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Ehrliche Emotion: Ein norditalienisches Kammerorchester überzeugt mit russischer, tschechischer und britischer Streichermusik. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Brahms mit Leidenschaft: Daniel Müller-Schott (Violoncello) und Francesco Piemontesi (Klavier) ergänzen sich nobel bei drei Sonaten von Johannes Brahms. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2021) herunterladen (3200 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich