> > > Weinberg: Violin Concerto, Sonata for 2 violins: Gidon Kremer, Madara Petersone, Gewandhausorchester, Daniele Gatti
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Weinberg: Violin Concerto, Sonata for 2 violins - Gidon Kremer, Madara Petersone, Gewandhausorchester, Daniele Gatti

Expressives geigerisches Engagement


Label/Verlag: ACCENTUS Music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein weiterer Edelstein im Schaffen des polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg ist sein Violinkonzert, das Gidon Kremer hier mustergültig interpetiert.

Gidon Kremer engagiert sich mit dieser CD erneut für den polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919–1996), dessen Schaffen ihm besonders am Herzen liegt. Zusammen mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Daniele Gatti hatte er im Februar 2020 das (einzige) Violinkonzert op. 67 aufgenommen – kurz bevor die Corona-Pandemie das Konzertleben lahmlegte. Dieser Live-Mitschnitt koppelt das Konzert mit der Sonate für zwei Violinen op. 69, die Weinberg kurz nach dem Konzert verfasste. Kremer interpretiert die Sonate zusammen mit Madara Pētersone. Das ausgedehnte, viersätzige Violinkonzert aus dem Jahr 1959 hat Weinbergs Biograph David Fanning als ‚symphonisch in dem Sinne, dass sein intellektueller und expressiver Gehalt seinem virtuosen Anspruch entspricht‘ bezeichnet.

Keine leichte Kost also, auch kein klassisches ‚Futter‘ für den Violin-Virtuosen – eher ein symphonisches Konzert im Sinne der Werke von Brahms oder Reger, und auch mit einer unüberhörbaren Nähe zu Weinbergs Freund und Mentor Schostakowitsch. Dieser schätzte das Konzert seines Kollegen übrigens sehr hoch ein, dennoch war es Schostakowitschs erstes Violinkonzert, das sich international durchsetzte – nicht Weinbergs. Warum das so war, lässt sich nach vorurteilsfreiem Hören des Stückes schwer rekonstruieren. Man kann nur spekulieren, dass zusammen mit Weinbergs gesamten Œuvre sehr bald nach dem Tod des Komponisten (1996) eben auch sein Violinkonzert in Vergessenheit geraten ist, wenn auch nur für kurze Zeit.

Mustergültig

Kremer und Gatti legen hier in jedem Fall eine mustergültige Interpretation des Stückes vor, in der geigerischer Furor ebenso eine Rolle spielt wie lyrische, melancholische Zurückhaltung – das dargebotene Ausdrucksspektrum ist beachtlich. Man kann Kremers riskantes, sicherlich nicht glatt poliertes Spiel mögen oder nicht – für Weinbergs Konzert ist es definitiv der richtige Zugang. Der permanent vorwärtstreibende Kopfsatz, in dem der Solist nur kurze Ruhepausen zum Verschnaufen hat, ist schon ein beeindruckender Einstieg. Ähnlich hervorragend gelingt den Musikern das folgende 'Allegretto', das den Komponisten von seiner (selten zu hörenden) düster-verhaltenen Seite zeigt, ohne jemals in die Trivialität abzugleiten. Wie Kremer und die Musiker des Gewandhausorchesters sich hier gleichsam die ‚musikalischen Bälle‘ zuspielen, zeugt von höchster Interpretationskunst.

Dies tut auch das 'Adagio' an dritter Stelle (ein ‚klassisches‘ Scherzo gibt es in dem Konzert nicht). Der expressive, dramatische Tonfall des Satzes schließt an die eher resignative Stimmung des zweiten Abschnittes an, so dass man hier – wenn man unbedingt etwas an dem Konzert aussetzen möchte – die Abwechslung ein wenig vermisst. Umso gelungener präsentiert sich dann das rasante Finale, dessen Vortragsbezeichnung 'Allegro risoluto' Gatti und Kremer beim Wort nehmen: Mit virtuoser Eleganz und technisch brillant bringen sie das Konzert zum höchst gelungenen Abschluss. Am überzeugenden Gesamteindruck hat auch die Klangtechnik einen hohen Anteil, die Live-Einspielung ist nicht gänzlich frei von Nebengeräuschen, aber diese sind kein wesentlicher Faktor in einem ansonsten sehr guten Klangbild.

Beeindruckend

Nicht weniger anspruchsvoll, aber von der Wirkung her naturgemäß etwas bescheidener präsentiert sich die Sonate für zwei Violinen. Ob das Stück im Konzert die gleiche Wirkung entfalten kann wie ein Violinkonzert, sei dahingestellt, aber in jedem Fall ist es beeindruckend, welche klanglichen Möglichkeiten der Komponist aus ‚nur‘ zwei Violinen herauszuholen vermag. Kremer und Pētersone entpuppen sich als eingespieltes Duo und lassen bei dem knappen, im Stil dem Violinkonzert verwandten Werk keine interpretatorischen Wünsche offen. Insgesamt ist diese CD ein weiterer Höhepunkt im Engagement des lettischen Geigers für Weinberg, einen Tondichter, dessen Schaffen in den letzten 10 bis 15 Jahren eine erstaunliche Repertoire-Präsenz erfahren hat. Auch wenn es von dieser Regel viele Ausnahmen gibt, kann man im Falle Weinbergs tatsächlich konstatieren: Musik von hoher Qualität setzt sich irgendwann durch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Weinberg: Violin Concerto, Sonata for 2 violins: Gidon Kremer, Madara Petersone, Gewandhausorchester, Daniele Gatti

Label:
Anzahl Medien:
ACCENTUS Music
1
Medium:
EAN:

CD
4260234832495


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Weinberg, Mieczyslaw


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ACCENTUS Music

ACCENTUS Music wurde 2010 als Produktionsfirma mit einem sehr erfahrenen Team aus Produzenten, Regisseuren, Kameraleuten, Tonmeistern und Cuttern und als gleichnamiges DVD Label auf dem Klassikmarkt gegründet. Die Firma mit Sitz in der Musikstadt Leipzig, unweit der Thomaskirche, produziert weltweit erstklassige Konzertereignisse, Opern sowie Künstlerportraits und Dokumentarfilme. Auf den DVD- und Blu-ray Veröffentlichungen finden sich herausragende Künstler wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Evgeny Kissin, Martha Argerich, Riccardo Chailly, Pierre Boulez, Joshua Bell, Lucerne Festival Orchestra, New York Philharmonic und das Simón Bolívar Jugendorchester. ACCENTUS Music erfüllt sowohl künstlerisch wie auch technisch höchste Ansprüche von Klassik-Liebhabern rund um den Globus.


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