> > > Gossec: Requiem, La Nativité: Ex Tempore, Les Agrémens, Mannheimer Hofkapelle, Florian Heyerick
Sonntag, 17. Oktober 2021

Gossec: Requiem, La Nativité - Ex Tempore, Les Agrémens, Mannheimer Hofkapelle, Florian Heyerick

Herrliche musikalische Momente


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Gossec-Raritäten und eine Kuriosität zeitigen unterschiedlich überzeugende Ergebnisse.

François-Joseph Gossecs 'Messe des Morts' (1760) ist auch unter historisch informierten Interpreten nicht unbekannt; im vorliegenden Fall allerdings wird nicht etwa die Originalfassung des Werks eingespielt, sondern eine in der Konservatoriumsbibliothek zu Gent (Sammlung Abel Régibo) überlieferte Überarbeitung etwa aus dem Jahr 1880, die sich gleichzeitig durch eklatante Verkürzung und die Aufnahme diverser Sätze aus Joseph Haydns 'Stabat Mater' auszeichnet; das neu geschaffene Pasticcio funktioniert gut und ‚modernisiert‘ Gossecs teilweise recht strenge Komposition in angenehmer Weise.

Die Einspielung mit der Mannheimer Hofkapelle, dem Ensemble Les Agrémens und dem Ex Tempore-Chor ist von hoher Stimmungskraft – vielleicht ist der Chor hörbar etwas klein. Auch das Soloquartett ist nicht von durchgängig hoher Qualität. Elisabeth Scholl hat den Zenit ihres Schaffens lang überschritten, viel zu häufig ist ihre Tongebung unsicher und unstet. Auch der Countertenor Pascal Bertin ist dem Stil der Musik nicht gewachsen, während der Tenor Robert Getchell nur an wenigen Stellen, vor allem bei Verzierungen und Haltetönen im Mezzoforte oder Forte, nicht überzeugt. Am stärksten überzeugt der Bariton Dirk Snellings mit kultivierter Stimmgebung, guter Registerverblendung und vorzüglichem Stilgefühl – schade, dass er so wenig zu singen hat. Auch aufnahmetechnisch ist die Einspielung nicht ganz harmonisch – offenkundige Mikrofonumstellungen zwischen den Sätzen beeinträchtigen den Gesamteindruck.

Von großem Charme

Ergänzt wird diese ‚Obskurität‘ durch die Motette 'Christe Redemptor' (vermutlich ein Jugendwerk, nachweislich 1763 im Concert Spirituel aufgeführt) und das kurze Oratorium 'La Nativité' von 1774. Das kleine Weihnachtsoratorium ist von großem Charme und verdient größere Verbreitung, auch wenn es nicht leicht aufzuführen ist, nicht zuletzt wegen der hohen Anforderungen an Solisten und Orchester.

In diesen Werken wirken Les Agrémens nicht mit, dafür andere Solisten; und fast sofort stellt sich eine harmonischere, ausgewogenere Gesamtleistung ein. Zwar übertreibt es die Sopranistin Hendrickje van Kerckhove gelegentlich mit dem Vibrato, zwar ist der Tenor Philippe Gagné bei Verzierungen nicht immer ganz sicher, doch er harmoniert vokal gut mit dem Bariton Robbert Muuse – besonders das große Duett der beiden Herren im zweiten Satz der Motette ist ein Höhepunkt der CD. Doch auch sonst gibt es zahlreiche herrliche musikalische Momente zu entdecken – schon die eröffnende Pastorale ist von hohem Klangreiz. Bei beiden Werken werden charaktervolle, insgesamt rundum überzeugende Einspielungen geboten, die (auch aufnahmetechnisch) die etwas missglückte Einspielung des Requiem auffangen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gossec: Requiem, La Nativité: Ex Tempore, Les Agrémens, Mannheimer Hofkapelle, Florian Heyerick

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203786923


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Gossec, Francois - Joseph
 - La Nativité - Pastorale
 - La Nativité - Air
 - La Nativité - Rezitatitv
 - La Nativité - Choer des bergers
 - La Nativité - Rezitativ
 - La Nativité - Marche des bergers
 - La Nativité - Rezitativ
 - La Nativité - Finale
 - Christe Redemptor -
 - Christe Redemptor - Sic praesens
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -
 - Messe des Morts -


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Dirigent(en):Heyerick, Florian
Orchester/Ensemble:Barockorchester Mannheimer Hofkapelle


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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