> > > Werke von Bohuslav Martinu, Bela Bartok: Frank Peter Zimmermann, Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa
Donnerstag, 28. Oktober 2021

Werke von Bohuslav Martinu, Bela Bartok - Frank Peter Zimmermann, Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa

Tschechischer Neoklassizismus


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Moderne, die Spaß macht: Frank Peter Zimmermann interpretiert die beiden Violinkonzerte von Bohuslav Martinů.

Auch wenn es bereits eine kleine Handvoll Aufnahmen mit den beiden Violinkonzerten Bohuslav Martinůs (1890-1959) gibt, wobei das zweite sich größerer Bekanntheit erfreut, dürfte diese SACD von 2020 mit den beiden Konzerten aus der Feder des Tschechen aufgrund ihrer interpretatorischen und klangbildlichen Klasse doch gleichauf mit der bisherigen Referenzeinspielung mit Josef Suk als Solisten und Vaclav Neumann als Dirigent der Tschechischen Philharmonie liegen.

Wer auf Violinkonzerte steht und seinen Horizont erweitern möchte, für den führt an dieser Neu-Einspielung mit den Bamberger Symphonikern unter Jakub Hrůša und Frank Peter Zimmermann als Solisten kaum ein Weg vorbei. Dies zumal den beiden Dreisätzern von unter einer halbe Stunde Dauer noch die Solosonate von Béla Bartók (1881-1945) beigegeben wurde. Unter der Leitung ihres tschechischen Chefdirigenten merkt man den Bambergern hier zum Glück ihre Prager Wurzeln an, und das kommt den beiden ereignisdicht wuselnden Werken von 1932 und 1942 wunderbar zugute. Denn auch wenn Martinůs temperamentvoll neoklassizistischer Zugriff hier kosmopolitisch mit jazzhaften Pointen aufwartet, gibt es doch auch genug Momente mit folkloristischer Färbung.

Nobel glänzend

Wie zum Beispiel den dritten Satz des Violinkonzerts Nr. 2, der so klingt, als hätte sich ein Furiant von Dvořák in die Moderne verirrt. Grundsätzlich kommt das zweite Violinkonzert vom Tonfall her ‚milder‘ daher und bedient sich stärker der klassischen Form als das ‚rauere‘ erste, das noch stärker nach Strawinsky klingt. So hat Frank Peter Zimmerman vor allem im Kopfsatz reichlich Gelegenheit, auf seiner Stradivari von 1711 die ausgedehnten Kantilenen auszusingen. Obwohl der Solopart der Violine in beiden Teilen dicht in die Orchesterstimmen eingewebt ist und sogar Trommel und Becken zum Einsatz kommen, bleibt Zimmermanns nobel glänzender Vortrag dank der ausbalancierten Klangtechnik jederzeit gut vernehmbar.

In Surround präsentiert sich das klangliche Geschehen auf einer breiten Bühne, ohne die Rear-Lautsprecher dabei sonderlich miteinzubeziehen (die Solovioline dringt aus dem Center-Lautsprecher). Da die Musik dicht gewebt ist und die große Linie in den Kopfsätzen gerne die ein oder andere Abzweigung nimmt, kann es sein, dass sich die Musik erst nach dem zweiten oder dritten Hören erschließt. Dann aber zündet sie richtig, sodass sich zumindest der Rezensent kaum daran satthören könnte. Dies zumal die Musik bei Hrůša, Zimmermann und den Bambergern in den besten Händen liegt. In der 25 Minuten langen Solosonate von Bartók hingen nutzt Zimmermann jede Gelegenheit, um der strengen Faktur der Musik farblichen Glanz zu verleihen. Vor allem der 'Melodia' überschriebene dritte Satz weiß davon zu profitieren. Da Martinůs Violinkonzerte alles andere als ‚akademisch‘ gehalten sind und trotz dissonanter Bereicherungen in der Dur-Moll-Tonalität verbleiben, ihnen es dazu kaum an Originalität mangelt, gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund, warum diese nicht neben den Violinkonzerten von Bartók und Prokofjew in den Kanon Einzug halten sollen. Diese Interpretation unterstreicht das eindrücklich.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Werke von Bohuslav Martinu, Bela Bartok: Frank Peter Zimmermann, Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa

Label:
Anzahl Medien:
BIS Records
1
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599924571


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Bartók, Béla
Martinu, Bohuslav


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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