> > > Korngold: Suit op.23, Piano Quintet op.15: Spectrum Concerts Berlin
Dienstag, 28. September 2021

Korngold: Suit op.23, Piano Quintet op.15 - Spectrum Concerts Berlin

Wien statt Hollywood


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Ensemble Spectrum Concerts Berlin spielt expressive Kammermusik von Erich Wolfgang Korngold.

Erich Wolfgang Korngold und Hollywood, das gehört wohl zusammen. Doch die neue Platte mit Kammermusik Korngolds bringt man ganz eindeutig mit einer anderen Stadt zusammen, nämlich mit Wien. Die Suite op. 23 und das Klavierquintett op. 15 entstanden noch vor Korngolds Emigration in die Neue Welt und wirken wie eine überaus wienerische Fortsetzung des Weges, den Gustav Mahler und Arnold Schönberg gegangen sind (bei Letzterem natürlich nicht der atonale oder zwölftönige Weg): Eine sehr expressive Form der Moderne, in der sogar (in der Suite) ein Walzer erscheint, allerdings ein grotesker, im Grunde eher das Zerrbild eines Walzers. Bemerkenswert, dass er dennoch höchst sinnlich daherkommt oder auch, wie die Satzbezeichnung lautet, anmutig.

Auf der CD des Ensembles Spectrum Concerts Berlin ist leider nicht die Besetzung dieser Suite op. 23 angegeben, dabei wäre die durchaus erwähnenswert: Zwei Violinen, Cello und Klavier linke Hand. Es handelt sich um eines der zahlreichen Werke, die im Auftrag Paul Wittgensteins entstanden, eines Pianisten, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verlor.

Musikalischer Siedepunkt

Die Musiker spielen dieses 1930 veröffentlichte Werk in hervorragender Ausgewogenheit und ohne Übertreibung, wobei freilich zu bedenken wäre, ob nicht gerade das absolut enthemmte Musizieren, die Übertreibung also, wesentlich für diese Musik ist. Noch stärker gilt das in dem älteren Klavierquintett op. 15 vom Anfang der 20er Jahre. Hier treiben die Musiker die Temperatur denn auch konsequent Richtung Siedepunkt. Noch wirkungsvoller allerdings wäre dieses Musizieren auf der Rasierklinge, wenn der Kontrast zu jenen Stellen stärker ausgeprägt wäre, an denen Korngold die Anweisung ‚gesangvoll‘ in die Noten schrieb (oder an Stellen, wo diese Anweisung ebenfalls vorstellbar wäre). Gesangvoll klingt das Spiel zwar durchaus, aber der Klang könnte doch noch sanfter und zarter sein. Das Finale wiederum, ein äußerst lebhafter Satz, in dem Korngold putzige Anweisungen wie etwa ‚überraschender Rhythmuswechsel‘ vorschreibt, könnte vielleicht transparenter klingen, leichter, spielerischer.

Dennoch ist besonders das Adagio in dieser Interpretation überwältigend: Ein unfassbar expressiver Satz mit ‚freien Variationen über die Lieder des Abschieds‘ op. 14, in dem die Spannung buchstäblich bis in den letzten Takt anhält. Der verklingt zwar ganz ruhig im Pianissimo, doch zum D-Dur Akkord, der zumindest ‚offiziellen‘ Tonart des Satzes, erklingt simultan G-Dur.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Korngold: Suit op.23, Piano Quintet op.15: Spectrum Concerts Berlin

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313401970


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Korngold, Erich Wolfgang


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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