> > > The King's Singers: The Library Vol.2: The King's Singers
Dienstag, 18. Mai 2021

The King's Singers: The Library Vol.2 - The King's Singers

Bibliothek mit schmalen Bänden


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die King's Singers füllen ihre Bibliothek weiter mit knappen Bänden: Neue Bearbeitungen und Kompositionen stehen neben wieder vorgestellten Klassikern des Repertoires. Beides gehört zum Markenkern der Formation.

Seitdem die King's Singers beim Label Signum Classics kürzlich begonnen haben, altes und neues Repertoire im Close-harmony-Anteil ihres Ensemblewirkens zu erkunden, ist die aktuelle Platte schon die zweite ihrer Art in rascher Folge. Und wiederum ist sie mit einer knappen halben Stunde Spielzeit aus der Zeit gefallen kurz – vielleicht soll die Konzentration durch ein Zuviel an Titeln nicht relativiert werden, möglicherweise soll es so viel wie möglich Teile geben, die dann ihre Käufer finden: Ein frischer Halbstünder also, der angesichts der Klasse und ruhmreichen Historie des Ensembles dennoch Aufmerksamkeit verlangt.

Schon der ersten Platte eignete der Zug, dass materiell verschiedene Sphären zusammengefügt wurden. Das geschieht auch hier: Folk steht neben dem klassischen amerikanischen Titel, die Beatles neben James Blake, Queen neben der Musical-Reminiszenz. Einleitend ist Harold Arlens 1930 entstandenes 'Get happy' zu hören, arrangiert von Paul Hart und Robert Rice, dann folgt, etwas schwächer in der Wirkung, weil langsam voranschreitende Harmonien kaum Konturen erkennbar werden lassen und auch gelegentlich eingefügtes Vibrato einzelner Stimmen eher entstellend denn pointiert wirkt, James Blakes 'Meet you in the maze'. Danach ein Klassiker, den die King's Singers bereits in den Achtzigern maßstäblich eingesungen haben: 'Penny Lane' von den Beatles (namentlich Paul McCartney), in Bob Chilcotts unverwüstlichem Arrangement. Das nachfolgende 'Takeda Lullaby' aus Japan, eingerichtet vom Ex-King Grayston Ives, dokumentiert die Neigung zur Folk-Ebene, während 'Slow train' von Donald Swann in der Version von Gordon Langford die erzählerischen Stärken des Ensembles evoziert.

Ein Show-Stopper ist 'Good old-fashioned lover boy' von Queen in einer Adaption des aktuellen zweiten Baritons Nick Ashby, das, beweglich und geistreich wie immer bei Freddie Mercury, ambitionierten Vokalkünstlern ein ideales Spielfeld bietet. Kurz vor Schluss wird mit dem 'Scots song' von James MacMillan noch einmal die Folk-Richtung angestoßen, freilich mit kompositorischem Gewicht, wie es beim großen schottischen Tonsetzer nicht überrascht: Man hört vom ersten Ton an eine schlichte musikalische Größe, die mit Substanz klar macht, das MacMillan ein Meister aller Klassen ist. Final wird mit einer Adaption zur Musik des Disney-Films 'Cinderella' unter dem Titel 'A dream is a wish your heart makes' tatsächlich ganz großes Kino für die Ohren geboten: Das Arrangement des ersten Altus Patrick Dunachie lässt diese Musik erblühen und in bunten Farben schillern.

Gekonnt  aber mit weniger Klangmagie

Die aktuelle Besetzung der King's Singers – Patrick Dunachie und Edward Button als Countertenöre, Julian Gregory als Tenor, Christopher Bruerton und Nick Ashby als Baritone sowie Jonathan Howard als Bass – formt einen hellen, leichten Klang, der hier mit angemessenem Hüftschwung versehen wird. Das relativ frisch so zusammen singende Counter-Duo bringt einen gleißenden Strahl in den Ensembleklang ein, der speziell die Spätphase des früheren Primarius, David Hurley, nicht mehr und einige Besetzungen der zweiten Stimme – zum Beispiel Robin Tyson oder Timothy Wayne-Wright – nie geprägt hatte. Die Mittelstimmen untersetzen diesen Glanz mit praller Struktur, machen Harmonien nachvollziehbar. Und Jonathan Howard ist mittlerweile ein mächtiges stimmliches Kellergeschoss, hat erheblich an Statur gewonnen und liefert verlässlich auch schwärzeste Klänge. Wunderbar bewegen sich die sechs Vokalisten in den Klassikern: 'Penny Lane' ist ungemein leicht und stimmungsvoll, aber doch so, dass die 1986er-Besetzung daneben bestehen kann, individuell vielleicht sogar kenntlicher. Dagegen lassen die aktuellen King’s Singers bei Queen die Zügel vielleicht nicht ganz so schießen, wie es frühere Besetzungen mit solchem Material getan hätten.

Das Klangbild ist durchscheinend klar, fein proportioniert und in steter Balance befindlich. Allerdings wirkt es etwas flach in der Gesamterscheinung, entfaltet es die Fülle tiefer Strukturen nicht ganz optimal. Das Booklet ist ein in Bonbonfarben gehaltenes, knappes ‚Kaum‘ – inhaltlich spartanischer geht es eher nicht.

Die King's Singers füllen ihre Bibliothek weiter mit knappen Bänden: Neue Bearbeitungen und Kompositionen stehen neben wieder vorgestellten Klassikern des Repertoires. Beides gehört zum Markenkern der Formation. Dem Rezensenten scheint, als gäbe es momentan weniger Momente reiner Magie, als es früher mit diesem Ensemble verlässlich der Fall war – auch im leichteren Repertoire. Gleichwohl: Es ist durchgehend hochstehende Vokalkunst zu erleben.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    The King's Singers: The Library Vol.2: The King's Singers

Label:
Anzahl Medien:
signum classics
1
Medium:
EAN:

CD
635212063521


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signum classics

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