> > > Goldmark: Symphonic Poems Vol.2: Bamberger Symphoniker, Fabrice Bollon
Dienstag, 2. März 2021

Goldmark: Symphonic Poems Vol.2 - Bamberger Symphoniker, Fabrice Bollon

Frühlingsausflug aufs Land


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Fabrice Bollon und die Bamberger Symphoniker setzen sich abermals für Karl Goldmark ein – und zwar erfolgreich.

Auf Karl Goldmark (1830-1915) wird gerne etwas abschätzig herabgesehen, weil er keine hochambitionierte Sinfonik hinterlassen habe. Diese Perspektive wird dem seinerzeit durchaus sehr erfolgreichen Komponisten und seinem Œuvre nicht gerecht. Goldmark war – jeder, der sich seiner Musik unvoreingenommen nähert, wird das zugeben – ein vorzüglicher Meister des Orchesters, sowohl was die instrumentatorischen Feinheiten als auch was ‚symphonisches Denken‘ angeht, und seine beiden Sinfonien erfüllten den Publikumsgeschmack ebenso wie seine programmgebundenen Ouvertüren und symphonischen Dichtungen.

Attraktive Musik

Die Bamberger Symphoniker unter Fabrice Bollon bieten hier neben zwei Opernvorspielen die Konzertouvertüre 'Im Frühling' op. 36 (1889), das symphonischen Tonstück 'Zrinyi' op. 47 (mit starkem ungarischen Kolorit; 1902, ursprünglich zu einer nicht stattgehabten Aufführung von Theodor Körners gleichnamigem Schauspiel, intendiert und angesichts der zeitgleich entstandenen Ouvertüre Ernst von Dohnányis mit gleichem Titel zu ‚symphonisches Tonstück‘ umbenannt), die Ouvertüre 'In Italien' op. 49 (1904) und die späte Ouvertüre 'Aus Jugendtagen' (1909). Wie in manchen seiner symphonischen Dichtungen scheut Goldmark nicht ambitionierte symphonische Großformen, mit denen er auf durchaus eigene Weise die Lisztsche symphonische Dichtung weiterentwickelt – auch in einer Zeit, da sich Richard Strauss von der Gattung schon abgewandt hat. Goldmark, das sei zu bedenken gegeben, war ganze 34 Jahre älter als Richard Strauss und stilistisch darum nach 1900 nicht unbedingt überraschenderweise weniger avanciert als der Jüngere. Doch wir haben hier in allen Fällen nicht nur sorgsam ausgearbeitete, attraktive Musik, sondern vor allem auch Orchestermusik, die in ihrer Formgestalt rundum funktioniert, immer wieder mit durchaus überraschenden Wendungen im Detail. 'In Italien' ließe sich problemlos Richard Strauss‘ früher symphonischer Suite zur Seite stellen oder Joachim Raffs 'Italienischer Suite'. 'Aus Jugendtagen' nutzt die große Geste und spiegelt nicht zuletzt auch die jüngere Generation Hausegger oder Reznicek.

Die Vorspiele zu Goethes 'Götz von Berlichingen' (1902) bzw. Shakespeares 'Ein Wintermärchen' (1907) zeigen den erfolgreichen Bühnenkomponisten Goldmark, keineswegs nur der Schöpfer der damals hochbeliebten 'Königin von Saba'. Die intensive Ausarbeitung von Stimmungen ist ebenso seine Sache wie die dramatische Schürzung und Steigerung sowie die eindrucksvolle Apotheose. Die Bamberger Symphoniker unter Fabrice Bollon verstehen Goldmarks Idiom bestens (keine Überraschung nach ihrer ersten Goldmark-CD); nur einige wenige Blechbläsersoli sind nicht ganz organisch in den Gesamtklang integriert, was interpretatorisch zu minimalen Abstrichen führt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Goldmark: Symphonic Poems Vol.2: Bamberger Symphoniker, Fabrice Bollon

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203525126


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Goldmark, Karl
 - Konzert-Ouvertüre op.36 -
 - Symphonisches Tanzstück op.47 -
 - Ouvertüre In Italien op.49 -
 - Vorspiel Götz von Berlichingen -
 - Ouvertüre Aus Jugendtagen -
 - Vorspiel Ein Wintermärchen -


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Dirigent(en):Bollon, Fabrice
Orchester/Ensemble:Bamberger Sinfoniker


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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