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Dienstag, 26. Januar 2021

Frederick II: Flute Sonatas - Claudia Stein, Flöte

Große Überzeugungskraft


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Claudia Stein erkundet mit ihren Partnern u. a. sechs Flötensonaten Friedrich des Großen.

Flötensonaten der Galanten Zeit können auf die Dauer ein wenig anstrengend werden, bedienten sie doch nicht zuletzt auch eine kontemplative Selbstreflexion, mit der der Komponist oder der Flötist den Zuhörenden zur inneren Einkehr bewegen wollte. Sechs Sonaten von Friedrich II. von Preußen sind in der vorliegenden Produktion zusammengefasst, aufgelockert durch ein Praeludium aus Friedrich Wilhelm Marpurgs Opus 1 für Hammerklavier sowie durch drei Beiträge von Alessandro De Marchi, zwei Präludien für Flöte solo und Variationen über das Tempo giusto aus der Sonate C-Dur von Friedrich II. (‚der Große‘). Das Ergebnis, das sei gleich zu Beginn gesagt, ist von großer Überzeugungskraft. Gerade auch durch die Interpolationen von ‚fremder Hand‘ werden die sechs Sonaten gar zusätzlich in den Fokus gerückt und gleichzeitig in erfreulich kluger Weise kommentiert.

Feines Gespür

Die Flötistin Claudia Stein, der Cellist Andreas Greger und der Hammerklavierspieler Alessandro De Marchi bieten die Stücke in gemäßigt modernisierter Weise, d.h. nicht auf einer hölzernen Traversflöte; die Instrumentenbauer von Cello und Hammerklavier werden nicht genannt. Besonders Alessandro De Marchi mit seinem feinen Gespür für Improvisation, für den Stil der Zeit, für den Geist der Musik, bringt die Werke vorzüglich zur Geltung; der Cellist hält sich (durchaus passend) verhältnismäßig dezent im Hintergrund, so dass das Gesamtpaket insgesamt als sehr erfreulich zu bezeichnen ist. Die moderne Querflöte stört im Verlauf der CD zunehmend den ansonsten so vorzüglichen Eindruck.

Der Gestus der einzelnen Sätze der sechs Sonaten wird in vorbildlicher Weise herausgearbeitet, die poetischen wie die virtuosen Anteile kommen gleichermaßen zu ihrem Recht. Und viel Virtuosität muss Stein an den Tag legen. Da bleiben kaum Wünsche offen. Dennoch bleibt De Marchi, der auf seinem zurückhaltend agierenden Hammerklavier den angemessen Rahmen für intimes und verständiges Musizieren erzeugt, im Grunde im Zentrum der Musik, einfach durch seine hohe Musikalität und sein Stilgefühl. Die Querflöte bleibt vom Ton im Verhältnis denn doch deutlich eindimensionaler als die beiden Instrumente. Insgesamt überzeugen die Sonaten hier dennoch mehr als in manchen jener Interpretationen, die konsequent auf moderne Instrumente setzen und damit den wichtigen Aspekt der klanglichen Raffinesse zugunsten musikalischer Virtuosität in den Hintergrund rücken.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Frederick II: Flute Sonatas: Claudia Stein, Flöte

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313425075


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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