> > > Rossini: Moïse: Górecki Chamber Choir, Kraków, Virtuosi Brunensis, Fabrizio Maria Carminati
Sonntag, 17. Oktober 2021

Rossini: Moïse - Górecki Chamber Choir, Kraków, Virtuosi Brunensis, Fabrizio Maria Carminati

Bibel-Oper à la Rossini


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Naxos setzt die Zusammenarbeit mit dem Belcantofestival Bad Wildbad mit einer Einspielung von Gioacchino Rossinis monumentalem 'Moïse' fort.

Opern nach biblischen Themen waren in Frankreich am Anfang des 19. Jahrhunderts Mode. Davon profitierte auch Gioacchino Rossini, der 1824 die Leitung des Pariser Théâtre-Italien übernommen hatte. Er überarbeitete seinen 1818 in Neapel zunächst durchgefallenen 'Mosè in Egitto', setzte ihn 1827 unter dem Titel 'Moïse et Pharaon' auf den Spielplan und errang einen überwältigenden Triumpf. Noch im selben Jahr erfolgte prompt die Rückübersetzung ins Italienische. Unter dem Namen 'Mosè e Faraone' verdrängte sie die Urfassung, wurde aber, wie damals üblich, immer wieder durch Ergänzungen oder Umstellungen verändert. Der kürzlich herausgekommene Mitschnitt vom Belcantofestival Bad Wildbad 2018 greift auf das französische Original zurück, diesmal unter dem schlichten Namen 'Moïse', wie auf dem Deckblatt der Partitur und des Klavierauszugs abgedruckt.

Die Oper erzählt die alttestamentarische Geschichte von Moses und der Befreiung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangenschaft bis zur Durchquerung des Roten Meeres. Ein Nebenstrang behandelt die Liebesbeziehung zwischen dem Pharaonensohn Aménophis und Anaï, der Nichte von Moses, die an Glaubenskonflikten scheitert. 'Moïse', von Rossini selbst als Oratorium bezeichnet, tendiert eher zur Grand Opéra. Beherrschend sind ausladende Chor-Tableaus und Ensembles gegenüber nur wenigen Arien und Duetten, es gibt Märsche, Balletteinlagen und spektakuläre Szenarien, wie die Explosion einer Pyramide, die Sonnenfinsternis und die Teilung des Roten Meers.

Anhaltende Spannung

Knapp drei Stunden dauert die Oper und sie wird in keinem Moment langweilig. Der Dirigent Fabrizio Maria Carminati heizt die Virtuosi Brunensis, die als Orchestra in Residence schon lange dem Festival verbundenen sind, tüchtig ein und erzeugt durch Drive und feurigen Elan anhaltende Spannung. Alexey Birkus besitzt einen respektablen Bass, doch fehlt es seinem Moses noch an stimmlicher Autorität. Dafür legt Silvia Dalla Benetta mit kraftvollem Sopran und furioser Attacke eine charakterstarke Pharaonengattin Sinaïde hin. Auch Randall Bills als Aménophis ist ein Ereignis: ein Tenor, der mühelos und tonschön die Extremhöhen erklimmt und geschmeidig durch die vertracktesten Verzierungen gleitet. Elisa Balbo gibt eine Anaï mit starken Koloraturen und einigen vokalen Schärfen, die gut zur Zerrissenheit der Figur passen. Der umfangreich geforderte Górecki Kammerchor aus Krakow trägt mit kollektiver Homogenität zum guten Gesamteindruck bei.

Die nötigen Informationen über Stück und Mitwirkende sind im Booklet komprimiert zusammengefasst, das Libretto kann man herunterladen. Der Mitschnitt fängt die Life-Atmosphäre angemessen ein und er ist ein weiteres Zeugnis für die verdienstvolle, editorisch sorgfältige Rossinipflege des Schwarzwälder Belcanto-Festivals.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Rossini: Moïse: Górecki Chamber Choir, Kraków, Virtuosi Brunensis, Fabrizio Maria Carminati

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
3
Medium:
EAN:

CD
730099047371


Cover vergössern

Rossini, Gioacchino


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Karin Coper:

  • Zur Kritik... Höllenritt und Frühlingswinde: Der Dirigent Jean-Luc Tingaud macht sich für Tondichtungen von César Franck stark. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Wider das Verstummen : Jan Michael Horstmann setzt sich mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck für Orchesterwerke verfemter Komponistinnen und Komponisten ein. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Milchmädchenrechnung : Die CD-Premiere von Egidio Dunis 'Les Deux Chasseurs et La Laitière' macht mit einer frühen Opéra comique bekannt. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle Kritiken von Karin Coper...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Brahms mit Leidenschaft: Daniel Müller-Schott (Violoncello) und Francesco Piemontesi (Klavier) ergänzen sich nobel bei drei Sonaten von Johannes Brahms. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Idyllisches 20. Jahrhundert: Der Klarinettist Joë Christophe hat eine CD mit Musik des 20. Jahrhunderts aufgenommen – und nennt sie 'Idylle'. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Eine Art Salzburger 'Sommernachtstraum': Mit diesem 'Endimione' kommt man als interessierte Hörerschaft der stilistischen Vielfalt und dem Ideenreichtums Michael Haydns ein interessantes Stück näher. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2021) herunterladen (3200 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich