> > > George Friceric Handel: Samson: Choeur de Chambre de Namur, Millenium Orchestra, Leonardo García Alarcón
Samstag, 25. Juni 2022

George Friceric Handel: Samson - Choeur de Chambre de Namur, Millenium Orchestra, Leonardo García Alarcón

Erfrischend


Label/Verlag: Ricercar
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein lebhafter, lebendiger Blick auf Händels zeitlebens bekanntestes Oratorium.

Seit Nikolaus Harnoncourts Einspielung von 1992 ist Händels ‚Samson‘ unter dessen Oratorienwerken auf Tonträger mehr oder minder kanonisch geworden. Für die Aufführung beim Musikfest Namur 2018, das aufnahmetechnisch zu weiten Teilen sehr gut eingefangen wurde (Nebengeräusche der Konzertaufführung stören das Klangerlebnis nicht), hat sich Leonardo García Alarcón für jene Fassung entschieden, die auch Harnoncourt schon eingespielt hatte. Alarcón wählt lebendige Tempi und entfesselt regelrecht an entsprechenden Stellen die dramatischen Aspekte der Musik – hierunter leidet die Exaktheit des Chors, aber nicht die Unmittelbarkeit des Ausdrucks. Auch sonst verfolgt er eine expressive Lesart, die durch den farbenreichen Orchesterklang besonders betont wird (vor allem der Gebrauch der Theorbe bereichert das Klangspektrum beträchtlich). Auch die Solisten sind diesem Konzept verbunden – hier geht es nicht primär um stilgemäßen barocken Schöngesang, sondern stets ist das expressive Moment von übergeordneter Bedeutung. Als solches beeindruckt die Wiedergabe durch eine in sich dichte Schlüssigkeit, die die Musik im besten Sinne lebendig macht.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    George Friceric Handel: Samson: Choeur de Chambre de Namur, Millenium Orchestra, Leonardo García Alarcón

Label:
Anzahl Medien:
Ricercar
2
Medium:
EAN:
CD
5400439004115

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Händel, Georg Friedrich


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Ricercar

Von Haus aus Musikwissenschaftler und Gambist (und hier immerhin Schüler von Wieland Kuijken), gründete der Belgier Jérôme Lejeune 1980 sein Label RICERCAR, das schnell zu einem der wichtigsten im Bereich der Alten Musik wurde. Das war nicht nur durch die musikwissenschaftliche Arbeit Lejeunes nahe liegend, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass Belgien von je her zu den führenden Nationen im Bereich der historischen Aufführungspraxis gehörte. Die Künstler, die für RICERCAR aufnehmen bzw. aufgenommen haben, lesen sich ohne Übertreibung wie das Who-is-Who der Alten Musik-Szene: Hier machte zum Beispiel Philippe Herreweghe genauso seine allerersten Aufnahmen wie das Ricercar Consort, Jos van Immerseel oder Mark Minkowski (sowohl als Fagottist als auch als Dirigent). Zu den Künstlern und Ensembles, die derzeit dem Label verbunden sind, gehören so prominente Namen wie der Organist Bernard Foccroulle, die Sopranistin Sophie Karthäuser sowie die Ensemble La Fenice und Continens Paradisi. Nach wie vor bietet Lejeune dabei jungen Künstlern und Ensembles eine künstlerische Plattform und er beweist dabei stets ein besonders glückliches Händchen. Viele der nicht weniger als 250 Aufnahmen, die hier veröffentlicht wurden, waren klingende Lektionen in Musikgeschichte, die in mehrteiligen Reihen solche Themen wie Bach und seine Vorgänger, die franko-flämische Polyphonie oder Instrumentenkunde behandelten und so etwas wie zu einem Markenzeichen des Labels wurden. Das erstaunliche dabei war auch, dass nahezu alle Produktionen des Labels von Lejeune sowohl wissenschaftlich als künstlerisch und technisch betreut wurden.


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