> > > Vaughan Williams: Symphony No.5, Finzi: Clarinet Concerto: Michael Collins, Philharmonia Orchestra
Montag, 12. April 2021

Vaughan Williams: Symphony No.5, Finzi: Clarinet Concerto - Michael Collins, Philharmonia Orchestra

Englischer Wohlklang


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Michael Collins interpretiert als Dirigent und Klarinettist mit dem Philharmonia Orchestra Musik von Ralph Vaughan Williams und Gerald Finzi.

Zwei ausgesprochen wohlklingende englische Werke des 20. Jahrhunderts, weit entfernt von avantgardistischen Härten, präsentiert Michael Collins auf seiner neuen Platte. Der Klarinettist spielt zum Ersten das Ende der 40er Jahre entstandene Klarinettenkonzert von Gerald Finzi (1901-1956), ein grandioses Werk, das unter den gar nicht wenigen Klarinettenkonzerten des 20. Jahrhunderts noch immer nicht den Rang einnimmt, den es verdient hätte. ‚Grazioso‘ und ‚amabile‘ schrieb der Komponist an vielen Stellen in die Noten, auch beides in Kombination, und es scheint kaum vorstellbar, dass diese Anweisung vollendeter umgesetzt werden könnte als von Michael Collins. Er spielt den Solopart mit außerordentlicher Schönheit des Klangs und präsentiert, zusammen mit dem Londoner Philharmonia Orchestra, eine extrem lyrische und sanfte Interpretation dieses Konzerts. Feine Nuancen im Bereich Piano bis Pianissimo, breite Tempi und große Ruhe prägen diese Einspielung.

Inniges Musizieren

Es ist zweifellos eine mögliche Deutung von Finzis Werk, allerdings bleiben einige Aspekte auf der Strecke, die man in dieser Partitur ebenso finden kann. Der spielerische Zugang etwa, im dritten Satz vom Komponisten schon durch die Satzbezeichnung 'Allegro giocoso' eingefordert, kommt so gut wie gar nicht zur Geltung, auch nicht die Virtuosität, die freilich auch nicht allzu häufig, aber doch hier und dort verlangt wird. Überhaupt könnte man an vielen Stellen mehr Schwung erwarten, mehr Frische, insbesondere im Orchestersatz mehr Kontur und vor allem deutlich mehr Expressivität, die eigentlich einen wesentlichen Charakterzug dieses Werkes darstellt. Zwar bedeutet die innige, warme Musizierweise auch eine Form der Expressivität, doch ist dies eine eher verinnerlichte. So scheint Michael Collins stellenweise eher für sich selbst zu spielen als für ein großes Publikum im Saal, und leider führt die extreme Vorsicht und Zurückhaltung hier und dort auch zu einem etwas zögerlichen, verzagten Eindruck. Das gilt auch für das zentrale Adagio, das allerdings ansonsten am meisten von diesem Ansatz profitiert.

Michael Collins, der schon länger auch als Dirigent auftritt, leitet das Orchester selbst, und er hat auf seiner neuen Platte Finzis Konzert mit der fünften Symphonie von Ralph Vaughan Williams kombiniert. Dessen Symphonien begegnet man vergleichsweise selten, noch immer ist Vaughan Williams bei uns vor allem für seine 'Lark', die Tallis- und Greensleeves-Fantasien bekannt, vielleicht noch für die 'Wasps'-Ouvertüre. Ein Unterschied zu Michael Collins’ Interpretation des Finzi-Konzerts besteht darin, dass die Tempi recht flüssig sind, doch obwohl das Blech im Scherzo auch mal ausgesprochen harte Akzente setzen darf, liegt grundsätzlich auch hier der Fokus eindeutig auf dem sanften, schönen Klang. Und in diesem Fall geht das Konzept besser auf, denn erstens handelt es sich bei der D-Dur Symphonie des etwa 70-jährigen Vaughan Williams um ein ausgesprochen lyrisches, vielleicht auch pastoral geprägtes Werk, obwohl unter Vaughan Williams Symphonien eigentlich die dritte diesen Titel führt, und zweitens stellt sich hier niemals der Eindruck von Verzagtheit ein.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Vaughan Williams: Symphony No.5, Finzi: Clarinet Concerto: Michael Collins, Philharmonia Orchestra

Label:
Anzahl Medien:
BIS Records
2
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599923673


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Finzi, Gerald
Vaughan Williams, Ralph


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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