> > > Oscar Straus: Piano concerto, Reigen-Walzer, Serenade, Tragant-Walzer: Oliver Triendl, Deutsche Radiophilharmonie, Ernst Theis
Donnerstag, 29. Oktober 2020

Oscar Straus: Piano concerto, Reigen-Walzer, Serenade, Tragant-Walzer - Oliver Triendl, Deutsche Radiophilharmonie, Ernst Theis

Zwischen klassischem Klavierkonzert und Filmwalzer


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Pianist Oliver Triendl und der Dirigent Ernst Theis werben auf einer schönen CD für die klassische Seite des Operettenkomponisten Oscar Straus.

Oscar Straus, 1870 in Wien geboren, gilt als einer der wichtigsten Komponisten der Silbernen Operette. Seine musikalische Ausbildung aber hatte er ganz klassisch begonnen, bei dem gestrengen Lehrer Max Bruch in Berlin. Der sah in seinem talentierten Schüler einen Nachfolger in der von ihm bevorzugten konservativen sinfonischen Tradition. Doch Straus‘ Herz schlug für die leichte Muse. Er brach die Ausbildung ab, wurde Kapellmeister und Hauskomponist im Kabarett 'Überbrettl' und schrieb parodistische Operetten, wie 1904 'Die lustigen Nibelungen'. Der internationale Durchbruch stellte sich 1907 mit 'Ein Walzertraum' ein, der gemeinsam mit Lehars 'Lustiger Witwe' eine weltweite Wien-Mode einleitete. Große Popularität erlangten auch die maßgeschneiderten frivol-kapriziösen Chansons für Fritzi Massary. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, musste der jüdischstämmige Straus nach Amerika emigrieren. An seine früheren Erfolge konnte er nach seiner Rückkehr 1948 nicht mehr anknüpfen. Ein letzter Wurf war ihm wenigstens noch vergönnt: 1950 komponierte er den Titelwalzer 'La ronde' für den Film 'Der Reigen', der zum Evergreen wurde.

Beherzter Zugriff

Dieser Hit – in der Bearbeitung von Franz Marszalek – ist das einzige bekannte Stück auf dem bei cpo veröffentlichten Album mit Orchestralem von Oscar Straus. Denn vorrangig geht es um Werke aus der frühen Phase des Komponisten, die durch Max Bruch beeinflusst sind. Die Serenade für Streichorchester g-Moll ist eine elegant fließende Suite in fünf Sätzen ganz im Sinne des Lehrers. Auch mit dem Klavierkonzert h-Moll dürfte dieser zufrieden gewesen sein: ein hochromantisches Stück, das mit einer Fülle von eingängigen Themen und reißerischen Steigerungen Eindruck macht. Der Pianist Oliver Triendl, der sich ein beeindruckend großes Repertoire mit vielen Raritäten angeeignet hat, ist auch für das Straus-Konzert der rechte Mann, holt er doch mit beherztem Zugriff und perlender Fingerfertigkeit ein Maximum an Effekt heraus. Erste Wahl für solch ein zwischen E- und U-Musik changierendes Programm ist auch der in beiden Genres bewanderte Dirigent Ernst Theis. Unter seiner Leitung entfaltet die Deutsche Radio Philharmonie eine gelungene Mischung aus Charme, Vitalität und Leidenschaft. Die Auswahl von Orchestermusik, die im Booklet fachkundig analysiert wird, bietet gute musikalische Unterhaltung, zumal in dieser kompetenten Wiedergabe, an der auch klangtechnisch nichts auszusetzten ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Oscar Straus: Piano concerto, Reigen-Walzer, Serenade, Tragant-Walzer: Oliver Triendl, Deutsche Radiophilharmonie, Ernst Theis

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203528028


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Straus, Oscar
 - Piano Concerto in B minor - Moderato, ma non troppo lento - Allegro con brio
 - Piano Concerto in B minor - Lento assai
 - Piano Concerto in B minor - A tempo giusto
 - Reigen-Walzer -
 - Serenade for String Orchestra in G minor op.35 - Allegro commodo
 - Serenade for String Orchestra in G minor op.35 - Scherzino
 - Serenade for String Orchestra in G minor op.35 - Andantino
 - Serenade for String Orchestra in G minor op.35 - Walzer
 - Serenade for String Orchestra in G minor op.35 - Alla marcia. Finale
 - Tragant-Walzer - Einleitung (Andante)
 - Tragant-Walzer - Walzer Nr.1
 - Tragant-Walzer - Walzer Nr.2
 - Tragant-Walzer - Walzer Nr. 3. Coda


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Dirigent(en):Theis, Ernst
Orchester/Ensemble:Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Interpret(en):Triendl, Oliver


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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