> > > The Panufnik Legacies III: London Symphony Orchestra, Francois-Xavier Roth
Sonntag, 25. Oktober 2020

The Panufnik Legacies III - London Symphony Orchestra, Francois-Xavier Roth

Klänge des 21. Jahrhunderts


Label/Verlag: LSO Live
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das London Symphony Orchestra bietet zwölf jungen Komponistinnen und Komponisten eine freie Spielfläche.

Seit 2005 bietet das Panufnik Composers Scheme des London Symphony Orchestra (benannt nach dem Komponisten Andrzej Panufnik) jungen Komponierenden die Möglichkeit, kürzere Orchesterwerke zu schreiben, die von dem renommierten Orchester zur Uraufführung gebracht werden. Die dritte CD in der Reihe, abermals geleitet von François-Xavier Roth, bietet zwölf Kompositionen mit einer Dauer von dreieinhalb bis dreizehn Minuten. Die Möglichkeit, mit Einspielungen eigener Werke gleich welcher musikalischen Richtung, gespielt durch das London Symphony Orchestra unter einem renommierten Dirigenten wie Roth an die Öffentlichkeit zu treten, trägt ungemein zur Etablierung im internationalen Musikleben bei.

Qualität und Vielfalt

Die Kompositionen sind in ihrer Qualität und Vielfalt nicht minder spannend als ihre hochkarätigen Interpretationen. Eklektisches steht unmittelbar neben Experimentellem, Archaisches bzw. Archaisierendes neben Collagiertem (inklusive einem Wachszylinderklangdokument aus dem Jahr 1888), filmmusikalische Anklänge neben Exotischem, und allem wird gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Was vergeblich gesucht werden wird, sind avantgardistische Extreme, die gegen das Orchester eingesetzt sind. Manches mag ausgesprochen traditionell, vieles tonal gebunden klingen – und in der Tat zeichnet sich das London Symphony Orchestra durch eine Orchestertradition mit charakteristischer Klangkultur aus, mit der Betonung auf Orchester und Kultur, aber auch mit einer großen Offenheit für neues Repertoire und ungewohnte Sichtweisen. Dennoch ist eines sicher – in diesen 68 Minuten kommt keinerlei Eintönigkeit oder Langeweile auf, im Gegenteil sind selbst die unterschiedlichen musikalischen Charaktere ausgesprochen klug programmiert. Ob einem/einer dieser KomponistInnen der Durchbruch in die allererste Reihe gelingen wird, kann nur die Zeit zeigen.

Vielleicht am stärksten aufhorchen lässt die kürzeste Komposition der CD, 'Ojos del Cielo' von der Londonerin Sasha Siem (*1984), die an den Universitäten von Cambridge und Harvard studiert hat. Auch 'Scoot' von der walisischen Komponistin Bethan Morgan-Williams (*1992), inspiriert durch die Holzbläsersektion des LSO und die Klarinetten im Besonderen, und 'Desires' von dem offenbar frühverstorbenen Benjamin Ashby (1970–2020) erweisen sich als prägnante Miniaturen.

Viele Kompositionen enthalten politische Implikationen unterschiedlicher Art, vor allem aber ist die Vielfalt der musikalischen Sprachen der zwölf Komponierenden beeindruckend, die die Einspielung innerhalb zweier Aufnahmetage fast kaum glaublich erscheinen lassen. Natürlich kennen die Orchestermusiker die Werke durch die intensiven Workshops, für die sie geschaffen wurden; ergänzt werden sie durch Kompositionsaufträge, die nach diesen Workshops erteilt wurden. Leider reichen die Informationen im Booklet zu den einzelnen Kompositionen nicht aus, um sich ein vollständiges Bild zu machen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The Panufnik Legacies III: London Symphony Orchestra, Francois-Xavier Roth

Label:
Anzahl Medien:
LSO Live
1
Medium:
EAN:

CD
822231509226


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LSO Live

Einspielungen des Labels LSO Live vermitteln die Energie und Emotion der großartigsten Aufführungen mit höchster technischer Qualität und Finesse.

Liveaufzeichnungen bedeuteten früher gewöhnlich Kompromisse, aber heutzutage kann mit Hilfe der besten Aufnahmetechnik im Konzertsaal die Vitalität festgehalten werden, die im Studio so schwer nachzustellen ist.
Durch das Zusammenschneiden mehrerer Aufführungen können wir eine Vorlage schaffen, die die Spannung einer Konzertaufführung ohne unerwünschte Nebengeräusche bewahrt.

Seit 2000 veröffentlichte das LSO Live über 80 Alben und nahm zahlreiche Preise entgegen. Das London Symphony Orchestra war schon früher das am meisten aufgenommene Orchester der Welt, hatte es doch für zahlreiche Plattenfirmen gearbeitet und viele der berühmtesten Filmmusiken eingespielt. Die Investition in unsere eigenen Aufnahmen ermöglicht dem Orchester jedoch abzusichern, dass jede Veröffentlichung den höchsten Qualitätsansprüchen genügt und das Hören der besten Musik allen Menschen zugänglich ist.

Das LSO Live war eines der ersten klassischen Plattenfirmen, die Downloads anboten, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Wir geben auch unsere Einspielungen im SACD Format (Super Audio Compact Disc) heraus. SACDs lassen sich auf allen CD-Spielern abspielen, ermöglichen aber den Hörern mit speziellen SACD-Spielern den Genuss eines hochaufgelösten, mehrkanaligen Klangs.

London Symphony Orchestra
Das London Symphony Orchestra wurde 1904 von einer Gruppe von Musikern gegründet, die für den Dirigenten Henry Wood spielten. Sie wollten ihr eigenes Orchester leiten und die Wahl haben, mit welchen Dirigenten sie zusammenarbeiteten. Sie beschrieben das LSO als eine musikalische Republik, und das Orchester war über Nacht ein Erfolg.

Heute gibt das LSO ungefähr 70 Konzerte pro Jahr in London und bis zu 90 auf Tournee. Es ist regelmäßig auf Konzertreise durch Europa, Nordamerika und im Fernen Osten. Waleri Gergijew ist seit 2007 Chefdirigent des LSO und Sir Colin Davis sein Präsident.

Das LSO organisiert auch das in der Welt am längsten laufende und umfangreichste Bildungsprogramm eines Orchesters: LSO Discovery. Mit seinem Sitz im Londoner Musikbildungszentrum LSO St Lukes schafft Discovery die Möglichkeit für Menschen aller Altersgruppen und Veranlagungen, mit Musikern des LSO zusammenzuarbeiten, etwas über Musik zu lernen und ihre Fertigkeiten zu entwickeln.


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