> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Violin Concertos 3, 4 & 5
Sonntag, 25. September 2022

Mozart, Wolfgang Amadeus - Violin Concertos 3, 4 & 5

Mit gefährlichem Hochdruck


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei finnische Musikasse der Nachwuchsgeneration – Pekka Kuusisto (Violine) & Olli Mustonen am Pult der Tapiola Sinfonietta – trafen sich, um drei der berühmtesten und wichtigsten Konzerte der Violinliteratur einzuspielen. Die letzten drei der fünf Konzerte für Violine & Orchester von W.A. Mozart: Also die Werke G-Dur KV 216, D-Dur KV 218 und A-Dur KV 219. Dabei darf den beiden Künstlern durchaus zu ihrer sehr respektvollen Leistung gratuliert werden. Was Pekka Kuusisto an geigerischer Schlankheit, artikulatorischer Raffinesse und intonatorischer bereithält ist beeindruckend. Auch steht Olli Mustonen – der ja sonst im Allgemeinen eher als Pianist von sich reden macht – seinen Mann als Dirigent und entlockt der Tapiola Sinfonietta einen teils berauschenden Klang.

Allerdings muss festgestellt werden, dass der vorliegenden Aufnahme eine übertriebene Koketterie oder Manierlichkeit zu Grunde liegt, die sie für meinen Geschmack – trotz der gebotenen Perfektion – als unakzeptabel erscheinen lässt. Gerade in den Kadenzen, selbst geschrieben von Kuusisto, wird das deutlich. Die auf die Spitze getriebene Kürze, das abgerissene Staccato und die fehlenden übergeordneten Zusammenhänge – immer bei oberflächlicher Makellosigkeit – lassen mich zu diesem vielleicht manchem Rezipienten hart erscheinenden Urteil kommen.
Pekka Kuusisto und Olli Mustonen lieben die Mozartsche Musik sehr zackig, fast geckenhaftig. Das greift aber zu kurz. Langweilig wird hier keineswegs gespielt, denn die beiden versuchen espritreich, phantasievoll immer die opera buffa vor Augen zu spielen. Aber der Hochdruck lässt nie nach. Das verwirrt.

Nicht jeder mag vielleicht den symphonischen, etwas behäbigen Klang der Berliner Philharmoniker, doch finde ich Itzak Perlmanns Violinpart bei seinem 2002-EMI-Live-Mitschnitt ernsthafter, aussagekräftiger, im Ton präsenter dargeboten. Auch Thomas Zehetmairs Gesamtaufnahme aus dem Jahre 1990 bei der Teldec ist wärmer, herzlicher. Vor allem ist Zehetmairs Palette (Sprech-Sing-, Seccoelemente) reicher, als die Kuusistos, die sehr speziell, vor allem aber rasant ist, was die Tempi angeht. Den Anfang des A-Dur Konzerts nimmt der Finne überaus originell, ragt damit aber fast schon ins Affige hinein. Will Kuusisto parodieren? Wo bleibt die Balance im Werk durch Ruhe im Adagio, die es hier nicht gibt?
Ich werde mit dieser Platte aus den dargelegten Gründen nicht warm, obwohl es objektiv einen hohen Qualitätsstandard bei den Ausführenden gibt. Musik bleibt eben doch Geschmackssache.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Violin Concertos 3, 4 & 5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Ondine
1
29.03.2010
67:23
2003
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0761195102527
ODE 1025-2


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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Dirigent(en):Mustonen, Olli
Interpret(en):Kuusisto, Pekka (Violin)
Tapiola Sinfonietta,
Englund, Meri (Concertmaster)


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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