> > > Berlioz, Hector: Symphonie fantastique
Sonntag, 29. Mai 2022

Berlioz, Hector - Symphonie fantastique

Mit altersweisem Elan


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Gerade ist das Orchester von seiner höchst erfolgreichen Japan-Tournee zurückgekehrt, da erscheint pünktlich zu Hector Berlioz’ 200. Geburtstag eine brillante, espritgeladene Aufnahme mit Berlioz’ Symphonie fantastique op. 14 und der ‘Scène d’amour aus ‘Romeo et Juliette’-Symphonie dramatique op.17. Die Rede ist vom Rundfunk-Sinfonie-Orchester Saarbrücken, dem kleinsten A-Klangkörper der ARD, dem immer mal wieder Existenzprobleme angeheftet wurden, das sich aber wacker über alle Wogen des Ungemachs hinweggesetzt zu haben scheint. Aus musikalischer Sicht wäre es zumindest eine Schande, wenn Deutschland auf dieses innovative Orchester verzichten müsste...

Der Exil-Pole Stanisław Skrowaczewski (1. Gastdirigent des RSO und im vergangenen Herbst 80 Jahre alt geworden), ist in Deutschland zu Unrecht fast ein Unbekannter. In seiner Heimat Polen, in Japan oder den USA genießt er jedoch Weltruhm. Unter seinen Händen wächst das Orchester geradezu hörbar über sich hinaus und man kann die Verbindung zwischen Dirigent und Orchester nur als eine sehr glückliche beschreiben. Mit Elan drehen die Streicher auf und markieren den Rhythmus konturiert. Die Holzbläser glänzen auf Weltklasse-Niveau (z.B. Anfang Scène aux champs).
So wie hier exerziert, kann (muss) Berlioz klingen: Farbenreich, leicht draufgängerisch, satt in der Tongebung. Die Tempi wählt Skrowaczewski stets angemessen, die Stimmung der Abfolge, die ja von heiter bis grausig reicht, trifft das Orchester beneidenswert deutlich. Der verantwortliche Tonmeister des Saarländischen Rundfunks, Erich Heigold, hat eine wunderbare Klangeinstellung gefunden, die alle Nuancen des Werks lebendig und unmittelbar abbildet.

Eine kleine Wiederentdeckung ist die Liebesszene aus ‘Romeo & Julia’, der dramatischen Symphonie aus dem Jahr 1839. Die Saarbrücker schwelgen hier noch einmal prächtig drauf los. Neu war für mich die Information im Booklet, dass der Geigenvirtuose Paganini Berlioz während der Kompositionsarbeiten an diesem Werk mit 20 000 Francs sponserte, damit sich der ‘legitime Erbe Beethovens’ – so Paganini – nicht zu brotbringenden Auftragswerken und Musikkritikertätigkeiten verdingen musste.

Die Aufnahme ist ein Plädoyer für die Musik Berlioz’ - der es schon immer schwer hatte, in die regulären Konzertprogramme Einzug zu finden - und wird deshalb nachdrücklich empfohlen. Die Rechte an der Aufnahme liegen übrigens beim agilen Münchner Unternehmer Dieter Oehms (Oehms Classics) , der es versteht, immer mehr wichtige Künstler und Klangkörper (Festival Strings Lucerne; Mozarteum Orchester Salzburg; Benjamin Schmid; Latica Honda-Rosenberg; Carmen Piazzini) an sich zu binden, die mit persönlicher Note aufwarten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Berlioz, Hector: Symphonie fantastique

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
01.01.2012
68:54
2003
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4260034863194
OC 319


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Berlioz, Hector


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Dirigent(en):Skrowaczewski, Stanislaw
Orchester/Ensemble:Saarbrücken Radio Symphony Orchestra


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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