> > > Zygmunt Stojowski: Songs: Magdalena Molendowska, Julia Samojlo
Donnerstag, 22. Oktober 2020

Zygmunt Stojowski: Songs - Magdalena Molendowska, Julia Samojlo

Klänge der Heimat


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Magdalena Molendowska und Julia Samojlo erwecken die Lieder von Zygmunt Stojowski zu neuem Leben.

Wenn von herausragenden polnischen Pianisten der Vergangenheit die Rede ist, die gleichzeitig als Komponist anerkannt und als Pädagoge gefragt waren, denkt man meistens zuerst an Frédéric Chopin, dann an Ignacy Jan Paderewski. Ähnliche Bedeutung erlangte seinerzeit Zygmunt Stojowski, der 1870 nahe Krakau geboren wurde. Heute steht er im Schatten dieser beiden Großen, trotz des Ansehens, das er zu Lebzeiten in allen drei Bereichen genoss. Schon mit 17 Jahren ging er nach Paris, um seine musikalische Ausbildung, die er in seiner Heimat begonnen hatte, zu vervollkommnen. Hier studierte er Komposition bei Léo Delibes und Théodore Dubois. 1891 wurde Paderewski sein Klavierlehrer und im gleichen Jahr gab er sein Konzertdebüt. Es markierte den Beginn einer internationalen Karriere, die ihn schließlich 1905 in die USA führte, wo er bis zu seinem Tod 1946 lebte.

Klavier- und Kammermusik beherrschen Stojowskis Werkkatalog, Vokales hingegen nimmt nur eine untergeordnete Rolle ein, durchzieht aber die gesamte Schaffenszeit des Komponisten. Die ersten Liedversuche, gefühlvolle Melodien, datieren schon von 1884 bzw. 1886, die nächsten drei Einzelstücke und ein fünfteiliger Zyklus stammen aus der französischen Periode und sind impressionistisch gefärbt. In die Spätphase fallen die Sammlungen 'Chansons Polonaises' von 1927 und 'Memories of Poland' von 1945, die auf nationalen Volksweisen beruhen und Erinnerungen an die Heimat hervorrufen.

Leuchtende Höhen

Die vorliegende Einspielung enthält fast sämtliche Lieder Stojowskis. Magdalena Molendowska singt sie mit warmem Sopran und leuchtenden Höhen, wenn auch nicht immer ganz intonationsrein. Als Muttersprachlerin kann sie sich genau in die Stimmung der einzelnen Stücke einfühlen, die sie mit Hingabe interpretiert. Nur hapert es an der Klarheit der Aussprache bei den französischen Liedern.

Als gleichberechtigte Partnerin erweist sich Julia Samojło, die weit mehr ist als eine sensible und fingerfertige Begleiterin an den Tasten. Sie setzt eigene Akzente bei den Klavierparts, deren Farbigkeit auf den komponierenden Pianisten hinweist, und entlockt ihrem Instrument ein Spektrum an delikaten Schattierungen.

Der englisch-polnische Einführungstext im Booklet, den Magdalena Molendowska selbst verfasst hat, geht eher beiläufig auf die Biographie Stojowskis ein und konzentriert sich, durchaus erhellend, auf die Analyse der Lieder, deren Texte bedauerlicherweise nicht abgedruckt sind. Technisch ist das Album tadellos und als diskographische Repertoireerweiterung ein Gewinn.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Zygmunt Stojowski: Songs: Magdalena Molendowska, Julia Samojlo

Label:
Anzahl Medien:
DUX
1
Medium:
EAN:

CD
5902547075808


Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

  • Zur Kritik... Polnische Beziehungen: Anna Liszewska arbeitet unerwartete europäische Vernetzungen von Franz Xaver Mozart heraus. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Polnische Indien-Oper: Wer Moniuszkos 'Paria' einmal hören möchte, der hat mit dieser Doppel-CD einige Hürden zu nehmen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Kammermusik vom : Kammermusik aus der k.u.k.-Provinz Lemberg von Jozef Elsner: ganz und gar nicht provinziell. Weiter...
    (Elisabeth Deckers, )
blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Karin Coper:

blättern

Alle Kritiken von Karin Coper...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Auf der Suche nach dem richtigen Stil: Mit seiner Neueinspielung von Carl Reineckes Erster Sinfonie macht sich cpo selbst Konkurrenz. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Plastische Glaubensbekundungen : Von eindrucksvoller kompositorischer Dichte und Ausdrucksvielfalt sind die beiden Symphonien, die Bernstein in recht jungem Alter schrieb. Die Arktische Philharmonie unter Christian Lindberg spielt das keineswegs unterkühlt in gigantischem SACD aus. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Liebesidylle auf der Alm : Dario Salvi hält mit der CD-Premiere der Oper 'Jery und Bätely' ein überzeugendes Plädoyer für die vergessene Komponistin Ingeborg von Bronsart. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2020) herunterladen (3612 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Niels Gade: Fantasy Pieces op. 43 for Clarinet & Piano - Allegro molto vivace

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich