> > > Albéric Magnard: Orchestral Works: Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon
Sonntag, 17. Oktober 2021

Albéric Magnard: Orchestral Works - Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon

Magnard zum Dritten


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Philharmonische Orchester Freiburg unter Fabrice Bollon vervollständigt seine Edition der Orchesterwerke Albéric Magnards mit fünf kleineren Werken.

Die vier Symphonien Albéric Magnards (1865-1914) hat das Philharmonische Orchester Freiburg in den letzten Jahren schon aufgenommen. Jetzt folgen, wieder dirigiert vom dortigen Generalmusikdirektor Fabrice Bollon, die restlichen Orchesterwerke des Franzosen, der es in erster Linie nicht durch seine Werke, sondern durch die Geschichte seines Todes zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat: Er wurde kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs mit nicht einmal 50 Jahren bei dem völlig aussichtslosen Versuch getötet, sein nördlich von Paris gelegenes Haus ganz alleine gegen die anrückenden deutschen Invasoren zu verteidigen.

Die neue Platte enthält fünf kleinere Werke Magnards von zehn bis 15 Minuten Länge. So imposant wie etwa seine Oper 'Guercœur' oder die Symphonien sind diese Kompositionen längst nicht, zumal es sich teils um frühe Werke handelt. Diese dritte Freiburger Magnard-Platte kann daher mit den Vorgängern zwar nicht ganz mithalten, durchaus reizvoll ist sie aber dennoch.

Als frühestes Werk von 1888 wäre da die 'Suite im alten Stil' op. 2, in deren fünf kurzen Sätzen Magnard alte Tanzformen verarbeitet, wie in der barocken Suite eben, aber selbstverständlich doch mit der deutlichen Färbung seiner eigenen Zeit. Der letzte Satz ist, wie es sich für die Suite gehört, eine Gigue und trägt die Vortragsanweisung ‚energico‘. Ein wirklich energischer Zugriff gehört nun allerdings grundsätzlich nicht zu den Stärken dieser Interpretationen. Das fällt allerdings vergleichsweise wenig ins Gewicht, weil Magnard in den Werken dieser Platte, abgesehen von einigen Stellen in der 'Hymne à la justice' op. 14, keine wirklich dramatischen Wirkungen anstrebt.

Reizvolle Aufgaben

Die Stärken der Aufnahmen liegen vielmehr in den Klangfarben, etwa wenn Magnard die Bläser mit reizvollen Aufgaben bedacht hat. Das gilt natürlich nicht nur in der Suite, sondern auch in den übrigen Werken, etwa der Ouvertüre op. 10, die ansonsten an einigen Stellen auf frappierende Weise den Eindruck erweckt, Magnard hätte den Sound einiger großer Hollywood-Blockbuster erfunden. Dabei entstand das Werk bereits 1895. Im selben Jahr komponierte Magnard seinen 'Chant funèbre' op. 9, einen sehr elegischen Trauergesang für Orchester als Reaktion auf den Tod seines Vaters.

Am gelungensten sind wohl die beiden spätesten Werke der Platte, also die schon erwähnte abwechslungsreiche 'Hymne à la justice' sowie ihre Schwester, die 'Hymne à Vénus' op. 17, entstanden 1902 bzw. 1904. Der Klang der Produktion ist zwar nicht überragend, aber doch ziemlich guter Standard, die Texte im Beiheft sind grundsätzlich nicht schlecht, aber wie bei Naxos üblich eher knapp und leider nicht auf Deutsch enthalten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Albéric Magnard: Orchestral Works: Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313408474


Cover vergössern

Magnard, Albéric


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Idyllisches 20. Jahrhundert: Der Klarinettist Joë Christophe hat eine CD mit Musik des 20. Jahrhunderts aufgenommen – und nennt sie 'Idylle'. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Drama?: Abwechslungsreich, vielseitig und wunderbar gespielt: Das Acelga Quintett präsentiert seine zweite Platte. Aber warum in aller Welt heißt sie 'Drama'? Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Wunderbare Partner: Das Duo Clarigotto zeigt das Potential der Kombination Klarinette und Fagott in der Kammermusik, hier ergänzt durch das Klavier. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Ehrliche Emotion: Ein norditalienisches Kammerorchester überzeugt mit russischer, tschechischer und britischer Streichermusik. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Brahms mit Leidenschaft: Daniel Müller-Schott (Violoncello) und Francesco Piemontesi (Klavier) ergänzen sich nobel bei drei Sonaten von Johannes Brahms. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Idyllisches 20. Jahrhundert: Der Klarinettist Joë Christophe hat eine CD mit Musik des 20. Jahrhunderts aufgenommen – und nennt sie 'Idylle'. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (10/2021) herunterladen (3200 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich