> > > Sergei Prokofiev: The Tale of the Stone Flower: Lahti Symphony Orchestra, Dima Slobodeniouk
Dienstag, 4. August 2020

Sergei Prokofiev: The Tale of the Stone Flower - Lahti Symphony Orchestra, Dima Slobodeniouk

Unbekannter Prokofjew


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Symphonieorchester Lahti spielt unter Dima Slobodeniouk selten zu hörende Werke von Sergej Prokofjew.

Wie viele Ballette gibt es eigentlich von Sergej Prokofjew? Da wäre, natürlich, 'Romeo und Julia', dann, schon etwas weniger bekannt, 'Cinderella'. Und weiter? Sicher hat der ein oder andere besonders interessierte Hörer auch schon vom 'Verlorenen Sohn' gehört, doch wen würde es nicht überraschen, dass Prokofjew insgesamt nicht weniger als neun Ballett-Kompositionen schrieb? Die letzte davon trägt den Titel 'Das Märchen von der steinernen Blume', entstand ab 1948 und dauert etwa zweieinhalb Stunden. Wie auch in anderen Fällen stellte Prokofjew aus dieser großen Partitur kleine Orchestersuiten zusammen, die eigene Titel und Opuszahlen bekamen. Das Symphonieorchester Lahti kombiniert nun zwei dieser Suiten zu einem neuen Werk, nämlich die 'Hochzeits-Suite' op. 126 und die 'Zigeunerfantasie' op. 127, und stellt ihnen noch eine weitere Nummer aus dem Ballett voran, was insgesamt elf Sätze und knapp 30 Minuten Musik ergibt.

Und das Orchester der finnischen 120.000 Einwohner-Stadt kann mit dieser Aufnahme durchaus beeindrucken, zumal die Tontechnik seinen Klang sehr natürlich eingefangen hat. Geleitet von Dima Slobodeniouk, entsteht ein ausgesprochen imposanter und kräftiger Klang, der dank perfekter Balance dennoch differenziert und transparent wirkt und immer wieder durch nahezu makellose Solostimmen ergänzt wird. Allenfalls könnten manche grellen Klangeffekte der Partitur noch frecher, einige rhythmische Strukturen noch schärfer betont sein.

Unverkennbar

Abgesehen davon lernt man hier eine Partitur kennen, der zwar im sehr gelungenen Begleittext bescheinigt wird, sich stark auf abgenutzte Ballettformeln, volkstümliche Elemente und musikalische Traditionen des neunzehnten Jahrhunderts zu stützen, die allerdings dennoch ein echter und absolut unverkennbarer später Prokofjew ist. Leicht zugänglich zwar, wie es das Sowjetregime nun einmal verlangte, aber dennoch wild, individuell, voller charakteristischer Klangfarben.

Prokofjews Oper 'Der Spieler' ist wohl hin und wieder einmal auch in Deutschland zu sehen, zu seinen wirklich bekannten Werken gehört aber auch sie nicht. Auch aus dieser Oper hat Prokofjew eine Orchestersuite mit fünf Sätzen zusammengestellt, und die Musik dieses Frühwerks klingt noch frischer und teilweise auch ruppiger als die 'Steinerne Blume'. Düster und melancholisch hingegen zeigt sich der junge Komponist in seiner kurzen 'Herbstskizze' op. 8, die auf der neuen Platte zwischen den beiden großen Suiten steht. Man erlebt somit unterschiedlichste Facetten aus Prokofjews mäßig bis kaum bekanntem Orchesterschaffen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Sergei Prokofiev: The Tale of the Stone Flower: Lahti Symphony Orchestra, Dima Slobodeniouk

Label:
Anzahl Medien:
BIS Records
1
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599923017


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Prokofieff, Sergej


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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