> > > The call of Rome: The Sixteen, Harry Christophers
Dienstag, 27. Oktober 2020

The call of Rome - The Sixteen, Harry Christophers

Expressive Gestaltung


Label/Verlag: Coro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der englische Chor The Sixteen interpretiert unter der Leitung von Harry Christophers mit warmem Klang Alte Musik aus Rom, die teils in die Passionszeit passt.

Nicht alle, aber viele der Chorwerke dieser neuen Platte passen in die Passionszeit. Dazu gehören etwa sechs Responsorien für den Karsamstag von Tomás Luis de Victoria, das bekannteste davon ist 'O vos omnes'. Und auch Grigorio Allegris berühmtes 'Miserere' gehört dazu.

'The Call of Rome' heißt die neue Platte des englischen Chors The Sixteen mit Renaissancemusik a cappella. Noch immer wird der Chor geleitet von Harry Christophers, der ihn vor über 40 Jahren gegründet hat, um genau zu sein 1979. Natürlich sind die Aufnahmen des aus Profisängern bestehenden Chores auch diesmal wieder technisch überragend: Intonation und rhythmische Präzision sind nahezu perfekt. Doch im Unterschied zu einigen anderen Chören, die sich schwerpunktmäßig mit alter Musik beschäftigen, ist die absolute Reinheit des Klanges nicht das oberste Gebot. Ein dezentes Vibrato etwa gönnt Harry Christophers seinen Sängern durchaus, und grundsätzlich lässt er ihnen viel Raum für expressive, emotionale Gestaltung. So klingt der Chor insgesamt sehr warm. Kennzeichnend für den Klang ist außerdem die Tatsache, dass die Frauenquote im Ensemble bedauerlich gering ist: Nur die Sopranstimme wird von Frauen gesungen, der Alt hingegen von Männern.

Neben den bei Alte-Musik-Freunden bekannten Komponisten Victoria, Allegri und Josquin Desprez sind auf der neuen Platte auch zwei Werke eines eher unbekannten: Felice Anerio, nicht zu verwechseln mit seinem Bruder Francesco. Tatsächlich gehört seine 'Litaniae Beatissimae Virginis Mariae', hier mit ausgesprochen üppigem, prachtvollem Klang musiziert, zu den besonders eindrucksvollen Werken der Platte, und sein 'Regina caeli laetare' entpuppt sich als sprühend lebhafte Miniatur.

Eindrucksvoll

Von Gregorio Allegri, dessen 'Miserere' alle seine übrigen Werke leider sehr im Schatten stehen lässt, ist ein ebenso eindrucksvolles, strahlendes Gloria enthalten (nicht das gesamte Programm passt eben in die Passionszeit), das seiner 'Missa In lectulo meo' entstammt. Beim 'Miserere' selbst handelt es sich um eine ganz besondere Aufnahme: Die bekannte Fassung dieses Werkes enthält viele Zusätze und Verzierungen, die gar nicht von Allegri stammen, sondern später hinzugefügt wurden, darunter auch das markante hohe C des Solosoprans. Harry Christophers nun hat eine Fassung erstellt, die von Allegris schlichtem Original ausgeht und bei jeder Wiederholung andere Verzierungen hinzufügt. Ferner sind die vier Solostimmen aus der Ferne aufgenommen, was einen ganz reizenden Effekt macht. Dieses Werk ist das einzige, das schon 2013 aufgenommen wurde und in einer anderen Kirche als die übrigen Werke. Die Aufnahme hat mehr Hall und Volumen, ist aber ebenso ebenso transparent. Leider sind die übrigen Werke nicht ganz so eindrucksvoll aufgenommen, sie wirken klangtechnisch etwas flacher, gleichwohl immer noch sehr angenehm. Das Beiheft enthält informative Einführungen, aber nur auf Englisch. Die Texte der Werke sind im lateinischen Original und englischer Übersetzung enthalten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The call of Rome: The Sixteen, Harry Christophers

Label:
Anzahl Medien:
Coro
1
Medium:
EAN:

CD
828021617829


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Coro

CORO is the lively and successful record label of Harry Christophers and The Sixteen. Formed in 2001 Coro has re-mastered, re-packaged and re-issued recordings of The Sixteen that were for a short time available on Collins Classics and now releases most of the ensemble?s new recordings. The label also features artists such as The Hilliard Ensemble, Elin Manahan Thomas and Sarah Connolly as well as a ?Live? series and young artists focus. It has recently launched the Acoustic World series of discs which epitomize CORO?s values of excellence of performance, authentic instruments, brilliance of sound and world class musicians.

Celebrated releases include Allegri?s Mierere, Tallis?s Spem in Alium and the complete Eton Choirbook Collection. More recently CORO has released brand new recordings by The Sixteen of Handel?s Coronation Anthems and Fauré?s Requiem with the Academy of St Martin in the Fields. The ensemble?s recording of Handel?s celebrated oratorio, Messiah, with an all-star soloist line-up: Carolyn Sampson, Catherine Wyn-Rogers, Mark Padmore and Christopher Purves, was awarded the prestigious MIDEM Classical Award 2009.

The Sixteen is recognised as one of the world?s greatest ensembles. Comprising both choir and period instrument orchestra, The Sixteen's total commitment to the music it performs is its greatest distinction. A special reputation for performing early English polyphony, masterpieces of the Renaissance, bringing fresh insights into Baroque and early Classical music and a diversity of twentieth-century music, is drawn from the passions of conductor and founder, Harry Christophers.

At home in the UK, The Sixteen are "The Voices of Classic FM", TV Media Partner with Sky Arts, and Associate Artists of Southbank Centre, London. The group promotes an annual series at the Queen Elizabeth Hall as well as The Choral Pilgrimage, a tour of our finest cathedrals bringing music back to the buildings for which it was written. The Sixteen has recently featured in the highly successful BBC Four television series, Sacred Music, presented by actor Simon Russell Beale.

The Sixteen tours throughout Europe, Japan, Australia and the Americas and has given regular performances at major concert halls and festivals worldwide, including the Barbican Centre - London, Bridgewater Hall - Manchester, Concertgebouw - Amsterdam, Sydney Opera House, Tokyo Opera City and Vienna Musikverein and also at the BBC Proms, the festivals of Granada, Lucerne, Istanbul, Prague and Salzburg.

Bringing together live concerts and recording plans has allowed The Sixteen to develop a glittering catalogue of releases, containing music from the Renaissance and Baroque through to great works of our time.


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