> > > Antonin Dvorak: String Quartets No. 8 & 10: Albion Quartet
Dienstag, 20. Oktober 2020

Antonin Dvorak: String Quartets No. 8 & 10 - Albion Quartet

Dvořák dystopisch


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Turing-Test mit vier Streichern: Das Albion Quartet widmet sich Dvorak.

Das Albion Quartet hat Dvořáks Streichquartette E-Dur op. 80 und Es-Dur op. 51 aufgenommen (Signum Records). Als Ingenieur firmiert Mike Hatch. Das Klangbild: extra dry. Hall ist des Teufels. Beinahe nur hohe Frequenzen kommen zu Gehör. Selten ist Dvořák so körperlos erschienen: voce bianca. Was Transparenz betrifft, gibt es nichts zu bekritteln – keine Kunst bei vier Instrumenten. Ob Transparenz genutzt wird, Zusammenhänge sich zeigen zu lassen – das steht auf einem anderen Blatt.

Wie kann man es höflich formulieren? Wer Dvořák unter Romantik, Böhmen oder 19. Jahrhundert verbucht, macht einen schmerzhaften Lernprozess durch. Albion Quartet eliminiert die immanente Rhetorik dieser Musik. Agogik und Phrasierung werden buchhalterisch exakt ausgeführt. Rubato: programmiert. Hier atmen Plastiklungen. Dynamik? Flach. Akzente: unmotiviert. Gesten, Charaktere, Kontraste: ohne Deutlichkeit. So haben Übergänge keinen Sinn. Es bräuchte mehr Bass, mehr Vibrieren, freiere Phrasierung.

Steriles Musizieren

Man mag es als stilistisches Experiment abtun: Dvořák ganz anders. Schließlich ist nichts ‚falsch‘. Tamsin Waley-Cohen, Emma Parker (Violine), Rosalind Ventris (Viola) und Nathaniel Boyd (Cello) sind ehrenwerte Instrumentalisten, vorzüglich trainiert. An Disziplin und Technik fehlt es nicht. Manches Detail verrät, was sie können. Man höre das Finale des Es-Dur-Quartett. Möglich, dass sie sich zwingen mussten, nichts als den Notentext wiederzugeben. Ihnen selbst wird es am wenigsten Freude bereiten, so steril, wie mit Handschuh und Maske, zu musizieren. Wahrscheinlich können und wollen sie mehr. Der Raum tut ein Übriges: Britten Studio, Snape Maltings, Suffolk klingt wahrlich nach Studio. Nach Britten klingt es nicht.

Als historisches Dokument hat die Platte einigen Wert. Sie bezeugt den Stand der Dinge: Im Jahre des Herrn 2018 haben Computer die Seelen kolonisiert. Das Cover ist rosa und schwarz: vier Schemen vor Hochgebirge. Ein leeres Versprechen von Kitsch und Romantik. Roger Parker steuert einen kundigen, wohlabgewogenen Essay zum marktüblich magersüchtigen Booklet bei – die Seriosität der Produktion steht außer Frage. So muss man glauben, wenn es beteuert, Stradivari und Guarneri kämen zum Einsatz. Warum hört man es nicht?

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Antonin Dvorak: String Quartets No. 8 & 10: Albion Quartet

Label:
Anzahl Medien:
signum classics
1
Medium:
EAN:

CD
635212059722


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Dvorák, Antonín


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signum classics

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