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Mittwoch, 2. Dezember 2020

Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana - Dresdner Philharmonie, Marek Janowski

Am Ziel vorbei


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Selten geht eine 'Cavalleria Rusticana' so spurlos am Hörer vorbei.

Das Cover der neu erschienenen 'Cavalleria Rusticana' beim Label Pentatone ziert ein Lava speiender Vulkan, eine wahre Eruption ankündigend. Und zweifellos ist Pietro Mascagnis veristischer Reißer von 1890 auf ein Libretto von Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci ein solcher Ausbruch an Emotionen, eine leidenschaftliche dramatische Momentaufnahme, die unaufhaltsam auf ein fatales Ende zurast. Eine Fülle an entsprechenden Einspielungen dokumentiert die Aufführungstradition seit 1909, darunter einige Referenzaufnahmen, denen nur schwerlich der Rang abzulaufen ist.

Nun legt also Pentatone mit einer Studioproduktion vom März 2019 in Dresden nach und präsentiert ein Ensemble, das zwar nicht mit den international gefragtesten Verismo-Vertretern aufwartet, aber auch alles andere als eine No-Name-Veranstaltung darstellt. Melody Moore hat bei Pentatone bereits eine betörende Desdemona und ein fesselndes Lied-Recital verewigt, Brian Jagde ist schon lange kein Unbekannter mehr genauso wenig wie Lester Lynch. Am Pult der Dresdner Philharmonie steht Altmeister Marek Janowski.

Klangschön und unaufgeregt

Von der erhofften Eruption ist bei dieser 'Cavalleria Rusticana' leider wenig bis nichts zu hören oder zu spüren. Zu ebenmäßig süffig und pauschal gerät Janowskis Dirigat. Die zügigen Tempi lassen wenig Spielraum für Agogik oder überraschende Wendungen, alles fließt klangschön und unaufgeregt dahin, als gelte es, alle Ecken zu umschiffen und die latent mitschwingende Unberechenbarkeit der Partitur zu besänftigen. Dabei kommen durchaus schöne Momente zustande, wie das aus einer anderen Welt herüberklingende, berühmte 'Intermezzo sinfonico' oder die raumgreifenden Chöre mit dem hervorragenden MDR Rundfunkchor Leipzig. Aber gerade den beiden großen Duetten fehlt es an Feuer, am Getriebensein und auch an Härte.

Das größte Manko von Melody Moores mit viel Tonschönheit gesungener Santuzza ist, dass sie in keinem Moment wirklich Farbe bekennt. Man muss nicht zu Schreien und Rufen greifen, wie so manch andere Rollenvorgängerin, aber in der Ebenmäßigkeit von Moores Vortrag fehlen die Spitzenausschläge, ein Quantum Expressivität. Davon hat Brian Jagde nur allzu viel. Was Janowskis Lesart an Temperament und Extrem fehlt, versucht der Tenor als Turiddu mit einer bisweilen ungezügelten und dabei gefährlich ungenauen Portion an klingender Leidenschaft zu kompensieren. Das streift immer wieder den Grenzbereich zur Parodie und prallt am ihn umgebenden gemäßigten Ensemble auch eher ab. Wie bei Melody Moore ist das pure Stimmmaterial beeindruckend, aber im einen wie im anderen Fall irritierend effektfrei und stilistisch fragwürdig kanalisiert.

Als Mamma Lucia ist Elisabetta Fiorillo aufgeboten, die auf ihren wenigen Stimmresten eine dennoch glaubwürdige alte Mutter porträtiert. Roxana Constantinescu bleibt als Lola weitestgehend unscheinbar. Lester Lynchs Alfio lässt Verve oder stimmliche Pracht vermissen, auch wenn die Partie im Ganzen betrachtet anständig gesungen sein mag. Die Tonabmischung macht es den Solisten in dieser Einspielung zusätzlich schwer: Sie alle drohen immer wieder in den Klangwogen unterzugehen, heben sich nur unzureichend vom Orchesterapparat ab. Selten geht eine 'Cavalleria Rusticana' so spurlos am Hörer vorbei.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana: Dresdner Philharmonie, Marek Janowski

Label:
Anzahl Medien:
Pentatone Classics
1
Medium:
EAN:

CD SACD
827949077265


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Mascagni, Pietro


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Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


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