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Donnerstag, 6. Oktober 2022

Bach - Kittel - Kirnberger - Orgelwerke

Zu Tränen gerührt


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Edgar Krapp zählt zu den Technikern unter den Deutschen Top-Organisten. Der 57-jährige ist heute immer noch so nachgefragt, wie vor 33 Jahren, als er den Münchner ARD-Wettbewerb für sich entschied. Schon vor zwölf (!) Jahren nahm er an der Joachim-Wagner-Orgel zu Treuenbrietzen (südlich von Potsdam an der B2) in Brandenburg ein reines Barockprogramm mit Werken von Johann Sebastian Bach, Johann Christian Kittel und Johann Philipp Kirnberger auf.
Das D-Dur Praeludium V (Fantasia) von Kittel (*1732-1809; gleiche Lebensdaten wie Haydn; letzter Schüler Bachs) klingt noch ein wenig steif musiziert, da die Verzierungen im französischen Stil allzu schwerfällig musiziert sind. Es mutet leicht deutsch-behäbig an. Leider ist nur dieses eine sehr kurze (3’) Werk Kittels aufgepresst, so dass ein Vergleich mit anderen Werken dieses Meisters nicht möglich sind. Da wäre noch das eine oder andere der insgesamt 16 Großen Präludien hilfreich gewesen.

Johann Philipp Kirnberger (1721 – 1783), der ebenfalls aus dem Dunstkreis Johann Sebastian Bachs entstieg und bei diesem möglicherweise zwei Jahre Unterricht genoss, komponierte nicht so sehr viel, zumindest ist nicht so viel von ihm überliefert. Bekannt sind die acht Fugen für Klavier oder Orgel von 1777 (daraus zu hören: die a-Moll Fuge). Bereits 1761 entstanden die beiden Orgelchoräle ‘Gelobet seist du, Jesu Christ’ und ‘Was Gott tut, das ist wohlgetan’. Auffallend ist die signifikante Kürze der Werke Kirnbergers, je Einzelsatz kaum länger als eine Minute. Kaum hat der Hörer sich eingefunden, ist die Musik vorbei. Ist Kirnberger nichts eingefallen?, möchte man fragen. Oder wurde er zur Brevis durch seine Auftraggeber angehalten? Immerhin war der Saalfelder einer der bedeutenderen Schüler J.S. Bachs, erhielt wohl in Leipzig Kompositions- und Klavierunterricht. Kirnbergers Abschrift der Bachschen Choralbearbeitungen, der sogenannten ‘Kirnbergerschen Sammlung’, BWV 691, 696-701, 704 & 711 ist über seine Schülerin, Prinzessin Amalia von Preußen, der Schwester Friedrichs des Großen, überliefert. Krapp spielt sie edel und filigran.

Neben Auszügen aus dem III. Teil der ‘Clavier-Übung’, spielt Krapp auch noch die wunderlichen vier Duette ein, die mich vollkommen überwältigt haben, da ich sie nicht kannte. Ihre theologische Verwurzelung ist bis heute noch verschlüsselt, aber die Musik ist atemberaubend, auch atemberaubend gespielt! Es lohnt sich für Orgelmusikfans, reinzuhören.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach - Kittel - Kirnberger: Orgelwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
01.10.2003
60:16
1992
2003
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
0782124838423
0183842BC


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Bach, Johann Sebastian
Kirnberger, Johann Philipp
Kittel, Johann Christian


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Interpret(en):Krapp, Edgar (Orgel)


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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